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Xsolla: "Ihr seid unengagierte und unproduktive Mitarbeiter"

Ubisoft , Epic Games und Valve sind Kunden des Gaming-Dienstleisters Xsolla. Dieser hat nun viele Mitarbeiter mit harschen Worten entlassen.
/ Peter Steinlechner
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Spieler auf der Dream Hack 2018 in Leipzig (Bild: Jens Schlueter/Getty Images)
Spieler auf der Dream Hack 2018 in Leipzig Bild: Jens Schlueter/Getty Images

"Viele von euch sind vermutlich schockiert, aber ich glaube wirklich, dass Xsolla nichts für euch ist" : Dies schrieb Aleksandr Agapitov, Chef des auf Gaming spezialisierten Zahlungsdienstleisters Xsolla, vielen Mitarbeitern per Mail – und kündigte ihnen gleichzeitig.

Die Begründung: "Ihr habt diese E-Mail erhalten, weil mein Big-Data-Team eure Aktivitäten in Jira, Confluence und Gmail sowie Chats, Dokumente und Dashboards analysiert und euch als unengagierte und unproduktive Mitarbeiter identifiziert hat."

Der Firmenchef versprach jedoch, sein Personalbüro werde den Angestellten bei der Suche nach besser für sie geeigneten Jobs helfen. Wie genau er an die Daten seiner Angestellten gelangt sei, sagte er nicht.

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Xsolla ist in der Öffentlichkeit unbekannt, das Unternehmen aus der russischen Stadt Perm arbeitet aber nach eigenen Angaben weltweit eng mit Spielefirmen wie Epic Games, Twitch, Valve, Ubisoft und Roblox zusammen. Auch wer in Deutschland öfters Games online kauft oder Abos bezahlt, findet den Firmennamen im Kleingedruckten des Shops oder der Belege.

Von der Kündigungswelle sind laut einem Bericht von Game World Observer(öffnet im neuen Fenster) rund 150 Angestellte von Xsolla betroffen – möglicherweise auch Mitarbeiter in den USA. In einer Pressekonferenz habe Agapitov erkärt, die Maßnahme sei auch deshalb notwendig, weil sein Unternehmen nicht mehr mit den anvisierten 40 Prozent wachse.

Xsolla will weltweit wachsen

Inzwischen soll es laut Forbes Russia(öffnet im neuen Fenster) innerhalb des Unternehmens erste Gespräche geben, rund 60 von den Kündigungen betroffene Mitarbeiter doch zu behalten. Auf Twitter soll Agapitov(öffnet im neuen Fenster) laut Game World Observer seine Angestellten allerdings beschimpft haben.

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Das Unternehmen kann die Negativschlagzeilen nicht gebrauchen: Gerade erst stellte es die Xsolla Game Investment Platform vor, die unabhängige Entwicklerstudios und Investoren zusammenbringen will.

In der Spielebranche, die momentan zunehmend sensibel mit Blick auf Mitarbeiterrechte wird, dürfte der harsche Umgang des Unternehmens mit seinen Angestellten zudem abschreckend wirken.


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