XPS 13 (9360) im Test: Wieder ein tolles Ultrabook von Dell
![Dell XPS 13 [9360] (Bild: Martin Wolf/Golem.de)](https://www.golem.de/1702/125965-134938-i_rc.jpg)
Wir könnten den Test von Dells aktuellem Ultrabook XPS 13 (9360) in einem Satz zusammenfassen: Es ist eins der besten Geräte auf dem Markt. Doch diese Kurzfassung wird dem neuen XPS 13 einfach nicht gerecht, dafür gefällt es uns einfach zu gut. Denn Akkulaufzeit und Ausstattung sind exzellent – es gibt nur einen leicht enttäuschenden Punkt.
Bei der 9360-Version handelt es sich um ein aktualisiertes Modell, das äußerlich identisch mit dem Vorjahresmodell 9350 ist, jedoch ein überarbeitetes Innenleben hat. Wir hatten zuletzt das XPS 13 (9343) im Frühling 2015 getestet, das ein anderes Gehäuse hat als die aktuelle Variante und die aus dem vergangenen Jahr.

Wie gehabt, ist das Ultrabook nicht der dünnste Vertreter des 13,3-Zoll-Segments, sehr wohl aber das kompakteste Modell: Mit laut Dell 304 x 200 mm konkurriert das XPS 13 mit vielen 11,6-Zoll-Geräten. Die Höhe gibt der Hersteller mit bis zu 15 mm an, was uns im direkten Vergleich zum XPS 13 Convertible wenig erscheint. Mit der Schublehre nachgemessen, kommen wir auf 17,6 mm und inklusive der länglichen Gummifüße sogar auf 20,1 mm. Gerade angesichts seiner geringen Stellfläche wirkt das XPS 13 daher dicker als andere Ultrabooks. Auf Nachfrage beharrt Dell irritierenderweise auf die im Datenblatt stehenden 15 mm. Das Gewicht unseres Modells beträgt typische 1,22 kg.
Die Verarbeitung ist ohne Fehl und Tadel, keine Stelle knarzt. Auffällige Spaltmaße konnten wir ebenfalls nicht finden. Auf der rechten Seite befinden sich eine Öse für ein Noble-Schloss, ein USB-3.0-Port in klassischer Type-A-Bauweise und ein SD-Kartenleser mit halber Tiefe. Der hängt intern an einer PCIe-Gen2-x1-Lane und erreicht mit einer Toshiba Exceria Pro N101 (UHS-II) satte 255 MByte pro Sekunde lesend. Die Karte ist eine der momentan schnellsten am Markt.
![Dell XPS 13 [9360] (Foto: Martin Wolf/Golem.de)](https://scr3.golem.de/screenshots/1702/Dell-XPS-13-9360-Test/thumb620/Dell-XPS-13-9360-Test-01.jpg)








Auf der linken Seite des XPS 13 gibt es eine Statusleiste aus fünf LEDs, die auf Knopfdruck den Akkuladestand anzeigt, eine kombinierte Kopfhörer-Mikrofon-Buchse, einen dedizierten Stromanschluss für das 45-Watt-Netzteil, einen weiteren USB-3.0-Type-A-Port und obendrein Thunderbolt 3 via USB Type C. Darüber können wir das Ultrabook ebenfalls laden.
Ein vielseitiger Port
Der Thunderbolt-3-Anschluss lässt sich aber auch für Peripherie wie Displays oder externe Speichermedien wie eine Sandisk Extreme 900 SSD für fast ein GByte pro Sekunde per USB 3.1 Gen2 nutzen. Im Test klappte alles, auch ein Dell-U2417H-Monitor per Adapter von Thunderbolt 3 auf HDMI funktionierte anstandslos. Grafikboxen wie Razers Core laufen mit der derzeitigen Firmware nicht, der TB3-Controller ist überdies nur mit zwei PCIe-Gen3-Lanes angebunden.
Sicher wäre ein Gerät mit mehr als einem Thunderbolt-3-Anschluss nominell zukunftssicherer, wir aber empfinden Dells Entscheidung für zwei USB-3.0-Type-A- und einen Thunderbolt-3-Port als guten Mittelweg. Die wenigsten Nutzer dürften ausreichend Peripherie mit Type-C-Anschluss besitzen, selbst bei USB-Sticks ist dieser längst noch kein Standard und für fast jede Maus abseits einzelner Ausnahmen braucht es einen Adapter.
So gut uns Maße und Anschlüsse des XPS 13 gefallen, so überrascht sind wir über das Infinity-Display, wie es Dell nennt: Bisher überzeugte dessen Sharp-Panel. Das Panel unseres Modells und zwei (!) weitere der 9360-Reihe hingegen enttäuschten etwas.
Falsch beworbene Bildschirmhelligkeit
Auf besagten Bildschirm ist Dell offenbar nach wie vor stolz: Im ein bisschen euphemistisch als Spec Sheet bezeichneten Informationsmaterial bewirbt der Hersteller das XPS 13 als erstes und einziges Ultrabook mit Infinity-Display. Das hat einen besonders schmalen Rahmen von 7 mm, einzig unterhalb des Panels ist er mit 15 mm breiter. Das liegt an der Ansteuerungselektronik und an der passablen 720p-Webcam. Die sitzt links unten, was zu einer schrägen Froschperspektive führt – in Videokonferenzen immer wieder ein Quell der Freude für die Kollegen.
Wie erwartet, basiert das Infinity-Display unseres Modells auf einem blickwinkelunabhängigen IPS-Panel (Sharp LQ133M1) mit Igzo-Transistoren. Dell verwendet eine Technik namens CABC (Content Adaptive Brightness Control), was für Messwerte wichtig zu wissen ist: Die maximale Helligkeit bei vollständig weißem Hintergrund wird erst nach ein paar Sekunden erreicht, denn der Bildschirm arbeitet kontextabhängig. Generell ist die Idee clever, weil sich die Leuchtdichte an den dargestellten Inhalten orientiert und so etwa die Laufzeit bei der Videowiedergabe erfahrungsgemäß signifikant steigert. CABC lässt sich nicht abschalten.
Nur rund 330 statt 400 Nits
Vorneweg: Die Panels kommen bei egal welcher Helligkeit ohne PWM bei der Hintergrundbeleuchtung aus. Das XPS 13 gibt es mit spiegelndem Touch-Display mit 3.200 x 1.800 Pixeln oder als mattes Full-HD-Pendant mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten; unser Modell nutzt das zuletzt genannte Display. Dell zufolge sollen beide Varianten eine maximale Helligkeit von 400 cd/m² erreichen, was keines der drei uns zur Verfügung stehenden FHD-Modelle mit LQ133M1-Panel schafft. Das Muster von Dell kommt auf durchschnittliche 330 cd/m² (358 cd/m² Spitze), das Arbeitsgerät eines Kollegen auf 321 cd/m² (347 cd/m² Spitze) und ein privates Modell auf 337 cd/m² (361 cd/m² Spitze).
Auch eine fehlerhafte Messmethodik bezweifeln wir, da Notebookcheck beim XPS 13 (9360) ähnliche Werte(öffnet im neuen Fenster) erreicht und das Vorjahresgerät ( 9350(öffnet im neuen Fenster) ) mit dem gleichen LQ133M1-Panel ebenfalls bei weit unter 400 cd/m² landet. Zwar ist es schade und unnötig, dass Dell mit einer höheren Helligkeit wirbt, als das Ultrabook zumindest in der FHD-Variante schafft (die QHD+ hat Notebookcheck mit 392 cd/m² vermessen). Andererseits sind über 300 cd/m² im Alltag auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen nur selten ein Ärgernis.
Praktisch ist die Helligkeit ausreichend
Der Autor dieser Zeilen arbeitet seit Frühsommer 2016 mit Lenovos Thinkpad X1 Carbon v4 , dessen Display mit durchschnittlich maximal 314 cd/m² wahrlich nicht besonders hell ist. Selbst bei fieser Xenon-Deckenbeleuchtung oder direkter Sonneneinstrahlung ist das Arbeiten noch möglich, die 330 cd/m² des 9360-Testmusters sind ergo zu verschmerzen. Allerdings ist dieser Wert heutzutage sehr mäßig: Apples Macbook Pro 13 mit Touch Bar (Late 2016) erreicht rund 520 cd/m² und damit fast zwei Drittel mehr.
Minimal leuchtet das XPS 13 (9360) übrigens mit 18 cd/m². Das ist wenig genug, damit es bei Dunkelheit nicht blendet und wir halbwegs ermüdungsfrei arbeiten können. Anstrengend ist das auf Dauer aber generell. Auch hier sei gesagt, dass das Macbook Pro 13 mit Touch Bar mit gerade einmal 6 cd/m²(öffnet im neuen Fenster) auf Wunsch deutlich weniger hell ist. Mit einem Kontrast von 1.327:1 erreicht das Ultrabook ebenfalls keinen Bestwert.
Wer vor der Wahl steht, ob es eine größere SSD oder doch ein schnellerer Prozessor wird, sollte sein Geld im Falle des XPS 13 (9360) definitiv in mehr Speicherplatz investieren.
Der i7-Chip ist den Aufpreis nicht wert
Abgesehen vom Display unterscheiden sich die angebotenen Modelle des Dell-Ultrabooks bei der Arbeitsspeicher-, der SSD- und der Prozessorausstattung. Die günstigste Variante nutzt 4 GByte RAM und eine per Sata-6-GBit/s-Schnittstelle angebundene SSD, in Deutschland verfügbar ist die aber nicht. Die teureren Ableger sind mit 8 oder 16 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet, bei den drei SSD-Optionen von 256 über 512 bis 1.024 GByte verbaut Dell durchgehend NVMe-PCIe-Modelle.
![Dell XPS 13 [9360] (Foto: Martin Wolf/Golem.de)](https://scr3.golem.de/screenshots/1702/Dell-XPS-13-9360-Test/thumb620/Dell-XPS-13-9360-Test-01.jpg)








Da uns das XPS 13 mit 256 GByte gleich dreifach zur Verfügung stand, können wir sagen, dass Dell offenbar zwei SSD-Typen verwendet: Käufer erhalten entweder eine PC300 von SK Hynix oder eine THNSN256GPUK von Toshiba. Beide liefern sequenziell bis zu 1.600 MByte/s lesend und bis zu 400 MByte/s schreibend. Nennenswerte Unterschiede zwischen den zwei SSDs konnten wir nicht feststellen. Wer die acht Torqx T4 und die eine Kreuzschlitzschraube auf der Unterseite des XPS 13 löst, kann die SSD sowie das WLAN-Modul austauschen.
Während beim Flash-Speicher das Modell recht egal ist, gilt es, beim Prozessor genauer hinzuschauen. Dell verbaut zwei Kaby-Lake -Chips mit 15 Watt und zwei Kernen mit Hyperthreading: den Core i5-7200U und den Core i7-7500U ( Vergleich der Spezifikationen(öffnet im neuen Fenster) ). Das i7-Modell verfügt über mehr Takt und einen größeren L3-Cache, der Aufpreis beträgt 100 Euro. Unseren Messwerten zufolge sind die CPU-Kerne des 7500U gute zehn Prozent schneller, wir würden das Geld daher eher in eine größere SSD investieren. Die Grafikeinheit bei beiden Prozessoren ist eine HD Graphics 620, die zusätzlichen 50 MHz beim i7 machen praktisch keinen Unterschied.
Meist leise und Oberschenkel-tauglich
Hinsichtlich der Kühlung ist das XPS 13 unauffällig, zumeist steht der Lüfter still oder dreht nahezu unhörbar. Erst bei längerer Last dreht er recht schnell hoch, verglichen mit manch anderem Ultrabook wird das Dell aber nicht störend laut. Da die Ansaugöffnung über die komplette Unterseite verläuft, wird sie durch die Oberschenkel nur anteilig verdeckt. Sporadisch konnten wir Spulenfiepen wahrnehmen, vor allem bei Nutzung des Clickpads mit angeschlossenem Netzteil.
Die Eingabegeräte entsprechen denen der Vorgänger: Unser Testmuster nutzt zwar ein US-Layout, das des Kollegen aber ein deutsches. Die verkleinerte Backspace- und die Eingabetaste empfinden wir nach kurzer Eingewöhnungszeit als unproblematisch, die in der Höhe verringerten Pfeiltasten nerven hingegen gelegentlich. Die hintergrundbeleuchteten Tasten (im UEFI zweistufig einstellbar) haben einen Ultrabook-typischen Hub von 1,3 mm. Das gläserne Precision-Clickpad unterstützt Gesten und zählt zu den besseren seiner Art. Im Alltag neigt die Peripherie leider dazu, Fingerabdrücke und Staub anzuziehen.
Noch einmal zurück zum Innenleben: Dell hat es geschafft, die verfügbare Akkukapazität trotz gleichen Gehäusevolumens weiter zu steigern.
Enorme Laufzeit dank 60-Wh-Akku
Beim ersten XPS 13 mit Infinity-Display, dem 9343-Modell von Januar 2015, verbaute der Hersteller noch einen 52-Wattstunden-Akku. Der 9350-Nachfolger wurde im Herbst 2015 vorgestellt und hat einen 54-Wattstunden-Akku. Beim aktuellen 9360-XPS sind es gleich 60 Wattstunden, die Dell mit einem effizienteren Prozessor kombiniert. Die aktuellen Kaby-Lake-Chips verfügen zwar verglichen mit Skylake nicht über neue Energie- oder Tiefschlafmodi, sind aber im Teillastbetrieb dank verbesserter Fertigung (14FF+) effizienter.
![Dell XPS 13 [9360] (Foto: Martin Wolf/Golem.de)](https://scr3.golem.de/screenshots/1702/Dell-XPS-13-9360-Test/thumb620/Dell-XPS-13-9360-Test-01.jpg)








Ob sich das neue Wi-Fi-Modul positiv oder negativ auf die Akkulaufzeit auswirkt, können wir nicht sagen. Da es austauschbar ist, wäre es theoretisch denkbar, das aktuelle Killer 1535 (2x2 ac-WLAN und Bluetooth 4.1) von Rivet Networks gegen das ältere Wireless 1820A von Dell auszutauschen, das haben wir aber nicht gemacht. Die Killer ist vergleichsweise neu, sie wurde im Juni 2015 vorgestellt und von Dell auch im XPS 15 (9550) statt des vorherigen, mäßigen Broadcom-Moduls verwendet.
Im laufenden Betrieb mit WLAN und bei voller Displayhelligkeit ist unser i7-Muster des XPS 13 mit Windows 10 sehr sparsam und benötigt geringe 4,4 Watt. Um die Akkulaufzeit zu prüfen, haben wir zwei Tests mit bei uns üblichen 150 cd/m² durchgeführt, was einer Helligkeit von 40 Prozent entspricht. Der Productivity-Test des Futuremark Powermark simuliert simples Webbrowsing per Internet Explorer sowie das Editieren eines Wikipedia-Artikels. Wir erreichen eine Laufzeit von 15 Stunden und 25 Minuten – wow! Das XPS 13 (9343) von 2015 kam auf neuneinhalb Stunden.
Ein voller Arbeitstag ist locker drin
Deutlich anspruchsvoller ist der Home-3.0-Test des PC Mark 8 in der Conventional-Variante ohne OpenCL-Beschleunigung per iGPU. Der kombiniert Casual-3D-Gaming, leichte Fotobearbeitung, Textverarbeitung, Videochat und Webbrowsing. Das XPS 13 hält in diesem Szenario satte 4 Stunden und 53 Minuten durch, was für ein Ultrabook ein exzellenter Wert ist. Die Akkulaufzeit des Gerätes reicht aus eigener Erfahrung locker für einen 8-Stunden-Arbeitstag, sofern der Fokus auf Webbrowsing, Indesign und Photoshop liegt.
Auch die komplette erste Staffel von Netflix' Fearless (sechs Folgen à 40 Minuten) per WLAN bei 150 cd/m² war für das XPS 13 keine Herausforderung: Der Akku des zuvor voll aufgeladenen Ultrabooks hatte sich nur bis auf 65 Prozent geleert. Unter Linux fällt die Laufzeit allerdings nicht ganz so grandios aus.
Linux mit (un)erwarteten Problemen
Dell bietet die verschiedenen Generationen des XPS 13 seit Jahren auch als sogenannte Developer Edition an, die mit Ubuntu als Betriebssystem ausgeliefert wird, was auch für die aktuelle Version mit Kaby Lake gilt. Dementsprechend sollte es eigentlich keine Probleme damit geben, den Laptop mit Linux-Systemen zu verwenden, auch wenn das XPS 13 wie in unserem Fall mit Windows ausgeliefert wird.
Wenn die Festplatte nicht auftaucht
Doch schon kurz nach dem Start des aktuellen Ubuntu 16.10 alias Yakkety Yak zeigt sich ein gravierendes Problem, das seit rund einem halben Jahr bekannt ist: Das Live-System findet keine Festplatte für eine eventuelle Installation. Der Grund dafür ist, dass die NVME-SSD im Raid-Modus genutzt wird. Dafür gibt es aber noch keine offiziellen Treiber im Linux-Kernel, so dass die SSD im AHCI-Modus gestartet werden kann.
Diese Art Fehler erregte zunächst bei den Yoga-Laptops von Lenovo für Aufsehen, da diese es nicht ermöglichten, in den AHCI-Modus zu wechseln. Lenovo hat die Funktion durch ein Firmware-Update aber nachgerüstet . In dem XPS 13 lässt sich der Modus dagegen leicht im UEFI umstellen.
Kleinigkeiten laufen mit Linux wie erwartet
Etwas irritierend ist, dass mit dem von uns genutzten Ubuntu das Display nicht vollständig über die Tasten zur Helligkeitssteuerung abgeschaltet werden kann. Auf niedrigster Stufe wird der Unity-Desktop weiter mit minimaler Hintergrundbeleuchtung dargestellt. Mit dem aktuellen Opensuse Tumblweed und KDE Plasma ist die niedrigste Stufe dagegen ein schwarzes Display.
Abgesehen davon ist die Linux-Unterstützung tatsächlich so gut wie erwartet. Das WLAN läuft ohne Probleme, ebenso wie der Sound und die Sondertasten, deren Standardfunktion wie bei Macs oder einigen anderen Laptops mit der F-Taste-Reihe auf dem XPS 13 standardmäßig "vertauscht" worden ist. Zudem wird die Hardwarebeschleunigung von HEVC mit 10-Bit-Farbtiefe von Intels Grafiktreiber unterstützt.
Auch der Betrieb eines zweiten Monitors oder etwa eines Beamers über den USB-C-Anschluss funktioniert reibungslos. Ein von uns getesteter Monitor wird über einen Display-Port-Adapter direkt erkannt. Wie unter Windows und MacOS gilt aber auch für Linux, dass die Nutzung von USB-C-Peripherie immer noch mit einigem Durcheinander verbunden sein kann, da hier vereinzelt seltsame Probleme auftreten könnten. Letzteres zeigte sich etwa in unserem Test von Asus' Zenbook 3 .
Dass sich Dell beim XPS 13 aktiv um eine gute Linux-Unterstützung bemüht, zeigt sich auch daran, dass die Firmware des Geräts auch aus dem Linux-System heraus aktualisiert werden kann. Genutzt werden kann hierzu Fwupd mit den dazugehörigen Werkzeugen. Als einer von nur sehr wenigen Herstellern bietet Dell Firmware-Updates über den von Fwupd genutzten Linux Vendor Firmware Service an. Die Zusammenarbeit mit Dell ist sogar so gut, dass der Maintainer von Fwupd, Richard Hughes, den Kauf von Dell-Geräten empfiehlt(öffnet im neuen Fenster) .
Ein aus unserer Sicht schwerwiegendes Problem hat die Linux-Unterstützung trotz dieser guten Ausgangslage aber dennoch: die Leistungsaufnahme.
Höhere Leistungsaufnahme mit Linux
Etwas überraschend und auch sehr enttäuschend ist, dass die Leistungsaufnahme unter Linux deutlich höher ausfällt als unter Windows. Während sie unter Windows mit eingeschaltetem WLAN und mittlerer Helligkeit um 4 Watt liegt, schwankt der Wert unter Linux um 6 Watt. Diesen großen Unterschied haben wir nicht erwartet.
Immerhin profitiert der Skylake-Nachfolger von den Arbeiten an der Linux-Energieverwaltung im vergangenen Jahr für Skylake selbst. So wechseln etwa sowohl CPU als auch Package laut Powertop in den tiefsten Sleep State C10. Zur Einführung der Skylake-Plattform war dies unter Linux noch nicht möglich, was ebenfalls zu einer vergleichsweise hohen Leistungsaufnahme führte.
Die Treiber sind offenbar Schuld
Die hohe Leistungsaufnahme des XPS 13 muss also auf die Treiberunterstützung für andere Hardwarebestandteile zurückzuführen sein. Dies gilt etwa weiterhin für die integrierte GPU. Hier hat der Intel-Treiber immer noch Probleme damit, in tiefere Ruhezustände zu wechseln, weshalb diese nicht standardmäßig aktiviert sind. Ein weiterer offensichtlicher Kandidat hierfür ist die bereits erwähnte NVME-SSD. Denn unter Windows wird die Nutzung des Raid-Modus mit Energieeinsparungen begründet. Die zwangsweise Verwendung des AHCI-Modus wirkt sich damit wohl negativ für Linux-Nutzer aus.
Der unter anderem für seine Hardwarearbeiten in diesem Bereich bekannte Entwickler Matthew Garrett vermutet(öffnet im neuen Fenster) , dass das Powermanagement der SSD im AHCI-Modus überhaupt nicht richtig funktioniert und deshalb der Raid-Modus genutzt wird. Für Linux-Systeme sind zwar Patches in Arbeit, die die Energieverwaltung für NVME verbessern, noch sind diese aber nicht vollständig in den Hauptentwicklungszweig des Kernels eingepflegt. Und das zeigt sich eben deutlich in der Leistungsaufnahme.
Wie aus Benchmarks(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, die für den Kernel der Distribution Arch Linux mit und ohne die Patches für die NMVE-Energieverwaltung erstellt worden sind, reduzieren die Patches die Leistungsaufnahme wie erwartet. Nutzer müssen damit entweder auf neuere Kernel-Versionen warten, ihren Kernel selbst patchen oder darauf hoffen, das ihre Distribution die Änderungen bereits in ihren Kernel aufgenommen hat. Die Aufnahme der Patches in den Hauptzweig des Kernels ist wohl aber mit einigen technischen Schwierigkeiten verbunden, da manche SSDs damit Probleme bereiten.
Verfügbarkeit und Fazit
Dell verkauft das XPS 13 (9360) derzeit in sechs Varianten mit Windows 10 und in drei Versionen mit Ubuntu 16.04 über seinen Webshop(öffnet im neuen Fenster) . Der Startpreis liegt bei 1.350 Euro für das Modell mit mattem 1080p-Display, Core i5-7200U, 8 GByte RAM und 256-GByte-NVMe-SSD. Das von uns getestete XPS 13 mit Core i7-7500U und ansonsten gleicher Ausstattung kostet 1.450 Euro. Wer die Basiskonfiguration mit QHD+ (3.200 x 1.800 Pixel) und Touch kauft, zahlt 1.550 Euro. Ärgerlich: 16 GByte RAM und eine SSD mit 512 GByte oder 1 TByte gibt es nur kombiniert mit dem teureren i7 und dem höher auflösenden, spiegelnden Display.
Wer Ubuntu möchte, zahlt weniger: Statt 1.450 für das Modell mit 1080p-Display, Core i7-7200U, 8 GByte RAM und 256-GByte-NVMe-SSD sind es mit Linux nur 1.380 Euro. Dafür bietet Dell keine günstigere i5-Variante an.
![Dell XPS 13 [9360] (Foto: Martin Wolf/Golem.de)](https://scr3.golem.de/screenshots/1702/Dell-XPS-13-9360-Test/thumb620/Dell-XPS-13-9360-Test-01.jpg)








Fazit
Uns gefällt das neue XPS 13 (9360) richtig gut, denn Dell hat das einzigartige Ultrabook weiter verbessert. Der Formfaktor entspricht mehr einem 11,6- statt einem 13,3-Zoll-Gerät und ist wie gehabt sehr kompakt. Zwar gibt es flachere Ultrabooks, praktisch sind 20 mm aber kein Problem. Die Ausstattung fällt mit zwei USB-3.0-Type-A-Ports, einer Thunderbolt-3-Buchse und einem flotten SD-Kartenleser wie beim Vorjahresmodell sinnvoll aus. Die kleine LED-Leiste für den Akkuladestand finden wir nützlich.
Neu ist das Innenleben: Dank Kaby-Lake-Chips erhalten Käufer etwas mehr Leistung bei höherer Effizienz. Der i5-Prozessor ist unserer Ansicht nach die bessere Wahl, da die i7-Variante nur wenig schneller rechnet und keine Iris-Grafikeinheit aufweist. Da Dell auch die Akkukapazität von 54 auf 60 Wattstunden gesteigert hat, fällt die Laufzeit des 1080p-Modells phänomenal aus. Uns ist kein 13,3-Zoll-Ultrabook bekannt, das länger durchhält – realistisch sind weit über zehn Stunden.
Einziger Kritikpunkt – wohlgemerkt mehr am Hersteller als am Gerät selbst – ist die fehlerhafte Angabe der Displayhelligkeit: Dell spricht von bis zu 400 cd/m², wir erreichten mit mehreren Modellen aber nur rund 330 cd/m². Das ist bei einem matten Bildschirm hell genug, dennoch wird hier mehr versprochen als vorhanden. Von diesem kleinen Manko abgesehen halten wir das XPS 13 (9360) für ein exzellentes Ultrabook.