Hardware und Software

Das Xperia XZ2 ist mit Qualcomms aktuellem High-End-Chipsatz Snapdragon 845 ausgestattet. Der Octa-Core-Prozessor setzt sich aus zwei Vierkernern zusammen, einem leistungsstarken mit Cortex-A75-Kernen und 2,6 GHz Taktfrequenz und einem energiesparenden mit Cortex-A55-Kernen und höchstens 1,7 GHz. Der Arbeitsspeicher ist wie beim Vorgänger 4 GB groß. Klar, für die meisten Anwendungen reicht das heute locker aus, allerdings werden wir das Gefühl nicht los, dass sich der Arbeitsspeicher in Zukunft als Flaschenhals herausstellen wird - 6 GB hätten wir uns bei einer sonst so potenten Rechenmaschine schon gewünscht. Auf Benchmarktests hat das aber natürlich keinen Einfluss, sie bescheinigen dem Xperia XZ2 mit die beste Leistung unter den aktuellen Smartphones.

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Auch in der Alltagsnutzung ergeben sich keine Zweifel an der schieren Power des Snapdragon 845: Apps starten auf den Fingerzeig und Multitasking ist sichtlich keine Herausforderung für den Prozessor, Ruckler gibt es kaum zu beobachten. Als Betriebssystem kommt Android 8.0 Oreo zum Einsatz, ob Sony auch ein Update auf Android 8.1 anbieten wird, ist derzeit nicht bekannt. Die Benutzeroberfläche entspricht weitestgehend der des Vorgängers, passend zum neuen Ambient-Flow-Design hat der Hersteller seinem neuen Spross ein neues - recht langweiliges - Live-Wallpaper verpasst. Das Interface orientiert sich stark am Material Design von Google.

  • Foto mit der Kamera des Xperia XZ2 aufgenommen (Bild: Areamobile)
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Sonys Xperia XZ2 (Bild: Areamobile)

Das Xperia XZ2 bietet jedoch zahlreiche Möglichkeiten, den Homescreen zu individualisieren - sei es beim Icon-Raster, den Übergangsanimationen oder dem Thema. Eine Sache stört allerdings: Während es bei anderen Smartphones mit langgestrecktem Bildschirm genügt, irgendwo auf dem Homescreen von oben nach unten zu wischen, um die Benachrichtigungszeile auszuklappen, wird da beim Xperia XZ2 eine Suchfunktion geöffnet. Die dürfte jedoch deutlich seltener genutzt werden als die Benachrichtigungszentrale.

Neben dem Google Assistant ist beim Xperia XZ2 auch eine neue Version des Xperia Assistant an Bord. Der hauseigene Dienst ist allerdings weniger eine Hilfe, wenn Auskünfte zum Wetter, den Nachrichten oder Verkehrsinformationen eingeholt werden sollen - er steht nicht in Konkurrenz zu Google. Stattdessen soll er Nutzern die Funktionen des Smartphones näher bringen und gibt entsprechende Tipps und Tutorials. Neuerdings soll er auch proaktiv einen Chat starten, sobald der Assistent das für nötig befindet - wir sind aber offenbar so bewandert mit dem Smartphone, dass er uns während des Tests nie von sich aus angesprochen hat.

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Ausprobieren lässt sich der Xperia Assistant aber trotzdem ganz einfach, indem man den Spieß umdreht und selbst den Chat startet. Ein richtiges Gespräch kommt dabei natürlich nicht zustande, vielmehr schlägt uns der Assistent vor, was er uns als nächstes zeigen kann. Zumindest für Anfänger dürfte er dabei äußerst hilfreich sein. Bei neuen und komplexeren Apps wie dem 3D Creator werden auch für erfahrene Nutzer beim Start entsprechende Tutorials eingeblendet.

Keine Klinke, kein Noise-Cancelling

Ein Schlag ins Gesicht dürfte für viele langjährige Sony-Fans der Verzicht auf den Klinkenanschluss sein. Während Hersteller wie Samsung der klassischen Buchse noch die Treue schwören, da wirft ein HiFi-Schwergewicht wie Sony nicht nur diesen praktischen und mit allen Gerätetypen kompatiblen Anschluss über Bord, sondern zugleich noch ein Aushängeschild früherer Xperia-Smartphones: die Geräuschreduzierung. Die sei ohne tiefgreifende Anpassungen am USB-C-Stecker nicht möglich, sagt Sony. Schade, HTC macht's trotzdem.

Leider lässt sich der Verlust auch nicht durch den Einsatz eines Adapters ausgleichen, einmal gekaufte DNC-Headsets verlieren am Xperia XZ2 also de facto ihre Funktion. Einen USB-C-auf-Klinke-Adapter legt Sony dem Lieferumfang übrigens bei, ebenso ein Headset mit - na? - Klinkenanschluss. Auf unsere Frage, ob sich nicht ein Kopfhörer mit passendem Anschluss besser als Beigabe eignen würde, erklärt man uns, dass dazu ja ein Adapter enthalten sei und man mit dem Klinkenkopfhörer die Kompatibilität zu anderen Geräten sicherstellen will. Und jetzt?

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Sonys Xperia XZ2 (Bild: Areamobile)

An den weiteren Sound-Features hat Sony glücklicherweise nicht gerüttelt, das Sound-Upscaling DSEE HX ist ebenso wieder mit dabei wie die Surround-Emulation S-Force für die Stereo-Lautsprecher. Letztere wurden gegenüber dem Xperia XZ1 verbessert und sind noch lauter, der Klang ist klar, aber lässt - wie bei jedem anderen Smartphone - die Tiefen missen. Dazu hat sich der Hersteller das Dynamic Vibration System einfallen lassen. Das soll den Mangel an Bässen dadurch kompensieren, dass das Gerät die Tieftöne aus einem Video, aus Musiktiteln oder aus Spielen in Vibrationen mit passender Intensität ummünzt. Dazu haben die Japaner den Vibrationsmotor so optimiert und vergrößert, dass er auf besonders tiefe Frequenzen reagiert und das Gerät in Schwingung bringt.

Einen richtigen Mehrwert bietet das Dynamic Vibration System aber irgendwie nicht, vor allem beim Anschauen von Videos lenkt es sogar eher ab. Hinzu kommt, dass es bei längeren Filmen schnell anstrengend wird, das konstant wackelnde Smartphone in der Hand zu halten. Das "immersive Erlebnis", das Sony da herüberbringen möchte, wirkt vielleicht nicht während, aber in jedem Fall noch nach einer Video-Session - die durchgeschüttelten Hände kribbeln Minuten später noch. Das Vibrationssystem lässt sich über die Lautstärkeregelung in drei Intensitätsstufen regulieren oder ganz ausschalten.

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 Xperia XZ2 im Test: Sony erfindet das Xperia neuDie Kameras 
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crustenscharbap 04. Apr 2018

Soll ziemlich gut sein, es sei denn man nutzt die Kamera. Mehr dazu steht im Artikel.

Karmageddon 04. Apr 2018

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Sony streicht die Klinkenbuchse...

narea 04. Apr 2018

Aber man muss ja nicht immer alles Gute beibehalten, nicht wahr.

mister_a 04. Apr 2018

Also, ich würde jemanden bewundern, der es schafft von der Mondrückseite aus - selbst...

Bautz 04. Apr 2018

Dafür reichen sogar schon Mittelklasse-Kopfhörer um nen Unterschied zu hören. Gute...



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