Chinesische Automobilhersteller übertrumpfen einander oft mit Ladegeschwindigkeiten: Erst kürzlich kündigte BYD den Deutschlandstart seiner Denza-Limousine an, die an speziellen Ladestationen mit bis zu 1.500 kW lädt. Xpeng liegt bei der Facelift-Version seines G6 mit offiziell bis zu 451 kW zwar deutlich darunter, schnell ist das verglichen mit anderen Herstellern aber immer noch.
Bei derartigen Ladegeschwindigkeiten denke ich sofort an die Langstrecke. Wer schnell laden kann, kommt schneller an – und eines der Hauptargumente gegen Elektroautos im Vergleich mit Verbrennern wird immer weniger aussagekräftig. Tatsächlich zeigt sich, dass der G6 ein hervorragendes Langstreckenauto mit schnellen Ladezeiten ist. Die angepriesenen 451 kW sind im normalen Alltag allerdings nicht erreichbar. Einige Kritikpunkte an der vorherigen Version hat Xpeng ebenfalls noch nicht ausgebügelt.
Zum Test stand mir die Allradversion des G6(öffnet im neuen Fenster) (AWD Performance) zur Verfügung, ein SUV mit einer Leistung von 358 kW, einer Höchstgeschwindigkeit von 202 km/h, einer Beschleunigung von 4,1 Sekunden von null auf 100 km/h und einem 80-kWh-Akku. Der Wagen kostet 51.600 Euro und kommt in Vollausstattung. Die Allradversion kann mit bis zu 451 kW laden, von der Heckantriebsversion gibt es auch eine Variante mit 67,8-kWh-Akku und maximaler Ladeleistung von 382 kW.
Crossover mit nicht allzu steilem Heck
Das Elektroauto ist ein recht wuchtiger Crossover-SUV mit flach abfallendem Heck und großem Panoramafenster im Dach. Xpeng wird ein Hang zu Teslas Designs nachgesagt, im direkten Vergleich finde ich allerdings zahlreiche Unterschiede zum Model Y. Die Front mit der Lichtleiste und den darunter angebrachten Scheinwerfern gefällt mir besser als bei Tesla, zudem wirkt der G6 nicht so "knubbelig". Sprich: Die Linienführung gefällt mir besser.
Der Innenraum ist schlicht, hier fällt mir in der Tat eine Parallele zu Tesla auf: Buttons fehlen. Auch beim G6 muss ich Einstellungen und Funktionen über das Display in der Mitte auswählen. Das flüssig laufende Betriebssystem erinnert mich durchaus an Elon Musks Autos, vor allem die Liveanzeige des Verkehrs um mich herum. Allerdings läuft sie beim G6 etwas weniger flüssig als bei Teslas Autos.
Bild 1/40: Der Innenraum des G6 ist schlicht, die Materialien sind gut. Harter Kunststoff findet sich erst unterhalb der Knie, die Oberflächen darüber sind unterschäumt und mit Ziernähten versehen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 2/40: Der digitale Rückspiegel ist sinnvoll, da die Heckscheibe des G6 sehr klein ist. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 3/40: Der G6 hat als modernes Auto zahlreiche Fahrassistenzsysteme. Der Müdigkeitswarner lässt sich durch simuliertes Gähnen leicht auslösen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 4/40: Die Sitze der Performance-AWD-Version sind aus Nappaleder und haben eine Heizung und Lüftung. Platz ist im G6 reichlich, auch für Stauraum ist gesorgt. Ein Handschuhfach gibt es aber nicht. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 5/40: Der G6 hat keine Buttons, der Scheibenwischer und das Fernlicht lassen sich aber über einen Lenkradhebel bedienen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 6/40: Der rechte Hebel hinter dem Lenkrad dient der Gangwahl und der Einstellung des Tempomaten und Fahrassitenten. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 7/40: Gleich zwei Ladepads für Smartphones gibt es; das linke dient als NFC-Reader für eine Schlüsselkarte, die als Zweitschlüssel fungiert. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 8/40: Unter der breiten Mittelkonsole mit Staufach befindet sich eine zusätzliche Ablage. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 9/40: Das Lenkrad erinnert von den Bedienelementen an die von Tesla. Die Rädchen und Knöpfe sind teilweise je nach Nutzungsszenario unterschiedlich belegt. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 10/40: Die Rückbank des G6 ist bequem und bietet großzügigen Platz. Die Rücksitze haben auch Sitzheizungen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 11/40: Die Türen werden über einen kleinen, runden Button geöffnet. In der Ablage der Türen ist eine Notentriegelung versteckt. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 12/40: Die Klimaanlage der Rücksitze lässt sich komplett deaktivieren. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 13/40: Die Bein- und Kopffreiheit auf der Rückbank sind gut. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 14/40: Der Xpeng G6 hat ein großes Panoramadach ohne Rollo. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 15/40: In den Kofferraum passen 571 Liter. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 16/40: Bei umgeklappter Rückbank können Nutzer 1.374 Liter unterbringen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 17/40: Unter dem Kofferraumboden befindet sich weiterer Stauraum. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 18/40: Die Vordersitze lassen sich auf Knopfdruck beim G6 komplett nach hinten klappen. Gedacht ist das für einen Matratzenaufsatz. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 19/40: Allerdings können auch Passagiere auf der Rückbank auf diese Weise bequem reisen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 20/40: Der Xpeng G6 lädt auf dem Papier mit 451 kW, in der Praxis wird diese Ladgeschwindigkeit aber nicht erreicht. Dank guter Ladekurve lädt der Wagen trotzdem schnell. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 21/40: Hinter dem Lenkrad ist ein 10,25 Zoll großes Fahrdisplay eingebaut, das alle wichtigen Informationen anzeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 22/40: Das Display in der Mitte des Armaturenbretts ist 15,6 Zoll groß. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 23/40: Das Navigationssystem zeigt Livedaten vom Verkehr und von Ladestationen an. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 24/40: Für die Ladeplanung können Nutzer ihre bevorzugten Anbieter auswählen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 25/40: Das Navi zeigt geplante Routen zunächst ohne Ladestopps an. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 26/40: Auf Knopfdruck können Nutzer Ladestopps hinzufügen. In den Einstellungen lässt sich auch auswählen, mit wie viel Prozent der Fahrer an der Ladesäule und am Ziel ankommen möchte. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 27/40: Der G6 hat einige Apps vorinstalliert, etwa Spotify oder einen Browser. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 28/40: Während Ladepausen können Nutzer sich entspannen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 29/40: Die Klimasteuerung erfolgt über die Tasten am Lenkrad oder ein kleines Menü am unteren Bildschirmrand des Infotainmentdisplays. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 30/40: Das vollständige Klimamenü muss in der Regel nicht aufgerufen werden, der Automatikmodus funktioniert gut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 31/40: Etwas umständlich ist die Aktivierung der Sitzheizung der Rücksitze: Das geht nur über das Infotainmentdisplay oder per Spracheingabe. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 32/40: Der G6 hat in der mittleren und der Top-Ausstattung Massagesitze für Fahrer und Beifahrer. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 33/40: Die Schnellzugriffsleiste am unteren Bildschirmrand lässt sich individualisieren. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 34/40: Das Menü bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, auch was den Fahrsound betrifft. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 35/40: Der Sprachassistent funktioniert in unserem Test gut, wenngleich er in den Formulierungen manchmal etwas pingelig ist. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 36/40: Beim Abbiegen zeigt der G6 ein Kamerabild des toten Winkels an. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 37/40: Der Xpeng G6 ist ein wuchtiger SUV mit reichlich Komfortausstattung. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 38/40: Das Heck fällt nicht so steil ab wie bei anderen SUVs. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 39/40: Die Front hat eine Lichtleiste, in der auch die Blinker eingebaut sind. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 40/40: Die Verarbeitung der Karosserie ist hochwertig. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Der G6 hat neben dem 15,6 Zoll großen Bildschirm in der Mitte ein 10,25 Zoll großes Fahrinformationsdisplay. Auf ihm werden alle relevanten Informationen angezeigt. Ich habe allerdings in meinem Test keine Möglichkeit gefunden, die Inhalte zu konfigurieren. So wurden mir Navigationsdetails immer nur sporadisch angezeigt, etwa in Abbiegesituationen.
Das Infotainmentsystem läuft flüssig und ist übersichtlich aufgebaut. Zwei Anwendungen lassen sich gleichzeitig auf dem zentralen Bildschirm verwenden, die Grenze zwischen den Anwendungen kann ich selbst einstellen. So ist es etwa möglich, die Navigation in Groß und Spotify in Klein anzeigen zu lassen.