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Xodus: Open-Source-Projekt will PC Game Pass unter Linux starten

Der PC Game Pass funktioniert bislang nicht lokal unter Linux. Ein neues Open-Source-Projekt will das ändern und hat bereits einige der wichtigsten technischen Hürden genommen.
/ Peter Steinlechner
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Microsoft stellt Game Pass auf einer Messe vor. (Bild: MARK RALSTON/AFP via Getty Images)
Microsoft stellt Game Pass auf einer Messe vor. Bild: MARK RALSTON/AFP via Getty Images

Ein neues Open-Source-Projekt will eine der größten verbliebenen Lücken beim Spielen unter Linux schließen. Xodus soll Spiele aus Microsofts Xbox-PC-Ökosystem einschließlich des PC Game Pass lokal unter Linux ausführbar machen. Noch funktioniert das allerdings nicht vollständig.

Hinter Xodus stehen Entwickler aus dem Umfeld des Heroic Games Launcher. Technisch geht es nicht primär darum, Windows-Spiele unter Linux auszuführen. Das funktioniert bei vielen Titeln längst mit Wine beziehungsweise Valves darauf aufbauendem Proton sowie Übersetzungsschichten wie DXVK und VKD3D-Proton.

Das eigentliche Problem ist Microsofts Infrastruktur rund um das Game Development Kit (GDK). Moderne Spiele für die Xbox-App werden häufig als verschlüsselte MSIXVC-Pakete ausgeliefert und benötigen Microsoft-Dienste unter anderem zur Authentifizierung und Lizenzprüfung. Fehlen diese Komponenten, lassen sich die Spiele trotz grundsätzlich kompatibler Win32-Binaries nicht starten.

Xodus kann bereits eine Anmeldung bei den Xbox-Diensten durchführen, Spielepakete herunterladen und Lizenzen abrufen. Zum Projekt gehören eine freie Implementierung der xgameruntime.dll, eigene Varianten von Wine und Proton sowie xal-rs, eine in Rust geschriebene Bibliothek für die Xbox-Authentifizierung.

Fokus auf neueren Spielen

Über Proxy-Bibliotheken sollen Aufrufe von Spielen an Microsofts GDK abgefangen und nachgebildet werden. Dabei können unter anderem gültige Xbox-Live-Token an die Spiele weitergereicht werden. Im Grunde entsteht damit zusätzlich zu Wine und Proton eine Kompatibilitätsschicht für Microsofts Xbox-PC-Infrastruktur.

Fertig ist Xodus noch lange nicht. Die Entwickler arbeiten derzeit daran, weitere Teile der Xbox Gaming Runtime des GDK über Wine nachzubilden. Erst danach sollen heruntergeladene Xbox-PC-Spiele tatsächlich lokal gestartet werden können.

Die Authentifizierung sowie die Lizenzprüfung und der Download funktionieren laut Tom's Hardware(öffnet im neuen Fenster) bereits; auch die Entschlüsselung der Spielepakete gehört zu den bereits angegangenen Hürden.

Unterstützt werden sollen vor allem neuere, auf dem GDK basierende PC-Spiele. Ältere UWP-Titel wie Gears of War 4 oder frühe Forza-Horizon-Versionen sind nicht das Ziel. Auch Spiele mit unter Linux inkompatiblem Kernel-Anticheat dürften problematisch bleiben.

Xodus aus rechtlicher Sicht

Sollte Xodus erfolgreich sein, könnten PC-Game-Pass-Titel künftig auch auf Linux-PCs und Geräten wie dem Steam Deck lokal laufen. Bislang bleibt dort für den Game Pass im Wesentlichen Cloudgaming oder die Installation von Windows.

Soweit bekannt, versucht das Projekt nicht, Microsofts Lizenzsystem zu umgehen. Stattdessen melden sich die Nutzer regulär bei Microsoft an; Xodus ruft anschließend gültige Lizenzen und Authentifizierungs-Token ab.

Reverse Engineering zur Herstellung von Interoperabilität kann unter bestimmten Voraussetzungen auch nach EU-Recht zulässig sein. Ob sämtliche von Xodus eingesetzten Verfahren darunter fallen, ist allerdings nicht geklärt.

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