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Xiaomi 14 Ultra im Hands-on: Xiaomis Zusammenarbeit mit Leica könnte sich auszahlen

MWC 2024
Xiaomis 14 Ultra kommt zu einem Premiumpreis nach Deutschland. Die Hardware hinterlässt bei uns aber auch einen Premium-Eindruck – vor allem die Kameras.
/ Tobias Költzsch
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Das Xiaomi 14 Ultra (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das Xiaomi 14 Ultra Bild: Martin Wolf/Golem.de

Xiaomi lässt sich nach der jüngsten Vorstellung des 14 Ultra in China nicht wieder fast ein halbes Jahr Zeit wie beim Xiaomi 14 und bringt das Premium-Smartphone direkt auch nach Europa. Für 1.500 Euro bekommen Käufer ein Smartphone mit aktueller Top-Technik. Wie in den Vorjahren fokussiert Xiaomi wieder auf die Kamera und die Leica-Partnerschaft. Golem.de hat sich das 14 Ultra in einem ersten Hands-on genauer angeschaut.

Das 6,73-Zoll-Display des Xiaomi 14 Ultra hat eine Auflösung von 3.200 x 1.440 Pixel und soll im HDR-Modus auf bis zu 3.000 cd/m² kommen. Die Ränder des Bildschirms sind in einem angenehmen Winkel abgerundet, zusammen mit der Rundung der Rückseite liegt das Smartphone gut in der Hand.

Das Xiaomi 14 Ultra gibt es in Weiß und in Schwarz, beide Versionen haben eine Kunstlederrückseite. Diese fühlt sich gut an, das Smartphone liegt besser in der Hand als viele Mobiltelefone mit Glasrückseite. Das AMOLED-Display zeigt Farben kräftig an und hat eine gute Blickwinkelstabilität. Die Schärfe ist sehr gut, unser erster Eindruck des Bildschirms ist sehr gut.

Vierfachkamera mit vielseitiger Objektivauswahl

Die Rückseite des Smartphones wird von der Vierfachkamera dominiert, deren Objektive Xiaomi in einem runden Modul angeordnet hat. Das Design soll einer Kamera nachempfunden sein. Das mag theoretisch so sein, praktisch sieht die Rückseite des Xiaomi 14 Ultra nicht wie eine Kamera aus.

Xiaomi 14 Ultra angesehen (MWC 2024)
Xiaomi 14 Ultra angesehen (MWC 2024) (01:42)

Die Objektive hat Xiaomi in Zusammenarbeit mit Leica entwickelt. In der Kamera-App gibt es auch einen Leica-Aufnahmemodus, der den HDR-Modus etwas zurückschraubt und daher die dunklen Bereiche realistischer abbildet, also dunkler. Die Kameras im 14 Ultra verwenden alle 50-Megapixel-Sensoren und decken Brennweitenbereiche von Superweitwinkel bis auf Kleinbildformat umgerechnete 120 mm ab.

Die Hauptkamera verwendet einen 1-Zoll-Sensor (Sony LYT-900) und eine zwischen f/1.63 und f/4.0 stufenlos verstellbare Blende. Die Superweitwinkelkamera kommt mit einem IMX858-Sensor von Sony und einem Bildfeld von 122 Grad. Die 75-mm-Kamera verwendet ebenfalls einen IMX858-Sensor, ebenso die 120-mm-Kamera (beide Werte auf das Kleinbildformat umgerechnet).

Wir konnten die Kamera nur begrenzt in einer nicht sonderlich gut ausgeleuchteten Veranstaltungshalle testen. Unser erster Eindruck ist gut: Vor allem Porträtaufnahmen mit leichtem Zoom sehen sehr gut aus. Nachdem die ersten paar Aufnahmen unerwartet wenig Schärfe aufwiesen, stellten wir fest, dass die Auslöseverzögerung etwas größer als bei einem Pixel 8 Pro ist.

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Entsprechend mussten wir das Xiaomi 14 Ultra einen winzigen Zeitraum länger ruhig halten, um ein scharfes Bild zu bekommen. Dieses Problem dürfte in besser ausgeleuchteten Situationen weniger oder vielleicht gar nicht auftreten. Im Gesamteindruck scheint Xiaomi beim 14 Ultra eine leistungsfähige und vielseitige Kamera verbaut zu haben.

Die umfangreichen Videoaufnahmemöglichkeiten und die Kamerafunktionen werden wir separat ausprobieren. Das Xiaomi 14 Ultra kann Videos in Dolby Vision in 4K mit 60 fps aufnehmen, normale Videoaufnahmen sind in bis zu 8K mit 30 fps möglich.

KI-Modell für Fantasieporträts

Xiaomi hat bei der Präsentation des 14 Ultra einige Fotografie-bezogene KI-Funktionen erwähnt. Interessant ist beispielsweise das KI-Porträt: Hierbei können Nutzer Bilder von Personen in eine Cloud hochladen. Aus den Bildern baut die KI anschließend ein 3D-Modell der Person, das dann über eine generative Bilderzeugung zur Erstellung von fiktiven Porträts verwendet werden kann.

So sollen Nutzer Bilder von Personen an Orten erzeugen können, an denen sie vielleicht nie waren. Ausprobieren konnten wir diese Funktion noch nicht, die von Xiaomi gezeigten Beispiele sahen allerdings in bestimmten Bereichen wie den Haaren nicht fotorealistisch aus.

Ebenfalls angekündigt hat Xiaomi die Möglichkeit, aus aufgenommenen Fotos zu zoomen und die nicht vorhandenen Bereiche durch eine KI-Bilderzeugung auffüllen zu lassen. Diese Funktion verwendet unter anderem Samsung in seiner Galaxy-S24-Reihe , Qualcomm hatte sie auf dem Snapdragon Summit 2023 als Funktion des Snapdragon 8 Gen 3 präsentiert.

Hyper OS statt MIUI

Dieser Prozessor steckt auch im Xiaomi 14 Ultra und sorgt zusammen mit 12 GByte RAM für ein flüssig funktionierendes System. Auf dem Smartphone ist Android 14 installiert, Xiaomi nennt das Betriebssystem durchgehend nur Hyper OS. Hyper OS löst Xiaomis bisherigen Android-Fork MIUI ab. Es handelt sich weiterhin um eine angepasste Android-Version, was Xiaomi allerdings kaum erwähnt.

Die Benutzeroberfläche von HyperOS ist übersichtlich, aber auch bunt. An einigen Stellen sind uns eindeutige Anspielungen an iOS aufgefallen. So sieht das Kontrollzentrum, das wir mit einem Wisch nach unten ins Display öffnen können, im oberen Bereich nahezu eins zu eins wie das von iOS aus. Etwas mehr Eigeninitiative fänden wir an der Stelle nicht verkehrt.

Xiaomi will vier Jahre Versionsupgrades für das Xiaomi 14 Ultra anbieten, Sicherheitsupdates soll es fünf Jahre geben. Zu möglichen Gründen, warum das Smartphone nicht wie bei der Konkurrenz von Google und Samsung sieben Jahre Aktualisierungen bekommt, hat Xiaomi keine Angaben gemacht.

Der Akku des Xiaomi 14 Ultra hat eine Nennladung von 5.000 mAh und lässt sich sowohl mit Kabel als auch kabellos schnellladen (90 Watt und 80 Watt). Die Laufzeit konnten wir im Rahmen unseres Hands-ons nicht ermitteln, das wird ein späterer Test zeigen. Das Xiaomi 14 Ultra unterstützt Wi-Fi 7, Bluetooth läuft in der Version 5.4.

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Fazit

Das Xiaomi 14 Ultra hinterlässt bei uns im ersten Hands-on einen guten Eindruck. Das Smartphone ist technisch hervorragend ausgestattet: Der Chipsatz ist der aktuell schnellste im Android-Bereich, das Display ist scharf und bietet eine sehr gute Bildqualität, das Kamerasystem ist vielseitig.

Der erste Bildeindruck der Kamera ist ebenfalls positiv. Unsere Testbilder hatten gute Details, obwohl sie nicht unter optimalen Bedingungen entstanden. Die Auswahl der Brennweiten kombiniert mit einem guten Digitalzoom könnte das Xiaomi 14 Pro zu einem der besten Kamera-Smartphones auf dem Markt machen.

Abzuwarten bleibt, wie sich Xiaomis Android-Version Hyper OS im Alltag bewähren wird. Für die gute Hardware zahlen Interessenten einen stolzen Preis: Mit 1.500 Euro kostet das Xiaomi 14 Ultra zum Start fast so viel wie Samsungs Galaxy S24 Ultra in der 512-GByte-Version zum Marktstart.


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