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Xeon 600: Intels neue Workstation-Xeons laden zum Übertakten ein

Mehr Kerne, deutlich mehr Cache und Übertaktungspotenzial: Intel legt seine Workstation- Xeons neu auf. Spezieller RAM verspricht hohe Bandbreiten.
/ Johannes Hiltscher
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Ein Xeon aus der W-Serie (Bild: Intel)
Ein Xeon aus der W-Serie Bild: Intel

Workstations hat Intel zuletzt ein wenig vernachlässigt: Mit den Xeon W2500 und 3500 gab es zwar vor rund eineinhalb Jahren neue CPUs, die setzten allerdings noch auf Sapphire Rapids und damit auch Intel-7-Fertigung, während im Server-Segment kurze Zeit später mit Granite Rapids der modernere Intel-3-Prozess Einzug hielt. Mit den neu vorgestellten Xeon 600(öffnet im neuen Fenster) kommt Granite Rapids nun auch in leistungsfähige Desktopsysteme.

Der Xeon 698X steigert als Spitzenmodell die Kernzahl gegenüber dem W3595X um über 40 Prozent – statt 60 gibt es bis zu 86 Kerne. Den Cache hat Intel verdreifacht, mit bis zu 128 PCIe-5.0-Lanes gibt es 16 mehr als beim Vorgänger. Die TDP sinkt dank modernerem Fertigungsprozess sogar leicht von 385 auf 350 Watt. Lediglich die Anzahl der Speichercontroller bleibt unverändert bei maximal acht, auch können weiterhin maximal 4 TByte installiert werden.

Dafür unterstützen die Spitzenmodelle der Reihe RAM-Module mit Multiplexer Combined Ranks (MCR oder bei Intel kurz MRDIMM). Bei denen werden effektiv zwei Speicherriegel auf einem Modul verbaut, eine integrierte Logik greift abwechselnd auf beide zu. Damit lassen sich bis zu 8.000 MT/s erreichen, mit normalen DDR5-Modulen sind 6.400 MT/s möglich. Dass ECC-Speicher unterstützt wird, muss bei Workstation-CPUs eigentlich nicht extra erwähnt werden.

Übertaktungspotenzial mit vielen Möglichkeiten

Ein wenig ungewöhnlich erscheint im Kontext einer Workstation-CPU, dass Intel das Übertaktungspotenzial betont. So hat Asus Overclocking-Team bereits zehn neue Rekorde und Erstplatzierungen bei Hwbot(öffnet im neuen Fenster) erzielt.

Intel hat dem Xeon 600 diverse Übertaktungsmöglichkeiten spendiert: So lassen sich die Takte der NoCs (Networks on Chip) pro Compute-Die einstellen, auch die Frequenz der AVX/AMX-Einheiten kann eingestellt werden. Die Kerne lassen sich nicht nur übertakten, es ist zudem ein Reporting integriert, das Leistungsbegrenzungen der Kerne und Dies analysiert.

Übersicht Xeon 600
Kerne Takt Basis/Turbo (GHz) Cache (MByte) TDP (W) Speicherkanäle, Standard PCIe 5.0 Lanes Boxed
Xeon 634 12 2,7/4,6 48 150 4, DDR5-6.400 80 Nein
Xeon 636 12 3,5/4,7 48 170 4, DDR5-6.400 80 Nein
Xeon 638 16 3,2/4,8 72 180 4, DDR5-6.400 80 Nein
Xeon 654 18 3,1/4,8 72 200 8, DDR5-6.400 128 Ja
Xeon 656 20 2,9/4,8 72 210 8, DDR5-6.400 128 Nein
Xeon 658X 24 3,0/4,9 144 250 8, DDR5-6.400 128 Ja
Xeon 674X 28 3,0/4,9 144 270 8, DDR5-6.400 128 Nein
Xeon 676X 32 2,8/4,9 144 275 8, DDR5-6.400, MRDIMM DDR5-8.000 128 Ja
Xeon 678X 48 2,4/4,9 192 300 8, DDR5-6.400, MRDIMM DDR5-8.000 128 Ja
Xeon 696X 64 2,4/4,8 336 350 8, DDR5-6.400, MRDIMM DDR5-8.000 128 Ja
Xeon 698X 86 2,0/4,8 336 350 8, DDR5-6.400, MRDIMM DDR5-8.000 128 Nein

Zu den neuen CPUs gibt es mit LGA4710 auch einen neuen Sockel sowie mit W890 einen neuen Chipsatz. Die Xeon 600 sollen gegen Ende März 2026 erhältlich sein, allerdings wird nur ein Teil der Serie als Boxed-Variante angeboten. Den Großteil behält Intel OEMs vor. Preise wurden noch nicht genannt.


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