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Snap-Pakete, Fehlende Treiber, PHP 7 als Standard und ZFS

Als Konsequenz zu den Arbeiten an dem Konzept zum konvergenten Desktop ist bei Ubuntu auch ein neues Paketformat zum Verteilen von Software entstanden. Damit soll die Verbreitung von Anwendungen mehr oder weniger unabhängig vom darunterliegenden Betriebssystem erfolgen können. Die Anwendungen der Nutzer sollen damit schneller aktualisiert werden können, wobei die stabile Basis des Betriebssystems beibehalten wird. So sollen künftig Updates für den Firefox-Browser in Ubuntu mit Hilfe von Snap bereitgestellt werden, wie Mozilla mitteilt.

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Ein neues Werkzeug, das den Namen Snapcraft trägt, soll dazu genutzt werden, Software in dem neuen Paketformat zu bündeln. Auch bestehende Deb-Pakete sollen mit dem Werkzeug zu Snaps umgewandelt werden können. Noch ist die Auswahl an Snaps für Desktop-Nutzer eher gering. Doch im vergangenen Jahr hat Canonical das Format bereits für eine Vielzahl von IoT- und Embedded-Geräten getestet, darunter ein Kühlschrank, eine Drohne oder auch ein Router von Dell. Canonical hat mehrfach versichert, dass Snaps die Deb-Pakete langfristig nicht ersetzen werden, sondern beide Formate koexistieren sollen.

Kein proprietärer AMD-Treiber

Anders als in vorherigen Versionen fehlt in den Archiven von Xenial zurzeit auch ein proprietärer Treiber für Grafikkarten von AMD. Der alte proprietäre AMD-Treiber, der unter dem Namen Fglrx gepflegt worden ist, ist schlicht nicht mehr kompatibel zu den Versionen des Linux-Kernels und des X-Servers, die in Ubuntu 16.04 vorhanden sind. Bei einem Update wird der alte Treiber samt seiner Konfigurationsdateien zwangsweise entfernt.

Als Ersatz empfiehlt Canonical die Verwendung der freien Treiber, die inzwischen ähnlich wie bei Intel von AMD selbst gepflegt werden. Etwas ältere Grafikkarten mit AMD-Chip nutzen in Ubuntu deshalb den Radeon-Treiber, für neuere Modelle mit GCN-Architektur wird der AMDGPU-Treiber verwendet. Um für eine entsprechend gute Leistung zu sorgen, hat das Kernel-Team von Canonical einige Funktionen der Treiber aus Linux 4.5 auf die in Ubuntu genutzte Version 4.4 zurückportiert.

Nutzer, die etwa wegen der besseren Leistung von OpenGL dennoch auf die Verwendung des proprietären Treibers angewiesen sind, müssen auf den neuen hybriden Treiber AMDGPU-Pro zurückgreifen. Dieser enthält freie Kernel-Bestandteile und proprietäre Userspace-Komponenten. Offiziell befindet sich der AMDGPU-Pro-Treiber noch in der Betaphase und wird nur für Ubuntu 14.04 bereitgestellt. Wohl deshalb bietet Canonical diesen noch nicht offiziell in seinen Archiven an, was aber noch geschehen soll.

PHP 7 könnte Mehrarbeit bedeuten

Wohl relativ kurzfristig haben sich die Paketbetreuer von Ubuntu dafür entschieden, PHP in Version 7 in ihre Archive aufzunehmen. Die ältere und noch gepflegte Version 5.6 wird dagegen nicht offiziell als Paket angeboten. Für Webhoster, die Ubuntu einsetzen, könnte dies einiges an Mehraufwand bedeuten und Nutzer, die etwa einen kleinen Heimserver mit Webanwendungen betreiben, sollten sich ein Update deshalb gut überlegen. Das ist aber stark vom jeweiligen Einsatzzweck abhängig.

Denn der Versionssprung von PHP 5.6 auf 7 bringt einige syntaktische ebenso wie semantische Änderungen. Damit müssen auch die PHP-Anwendungen angepasst werden, was für die meisten Pakete im Ubuntu-Archiv jedoch bereits geschehen sein soll. Einzige Ausnahme davon soll das Content-Management-System Drupal 7 sein, das offiziell noch nicht PHP 7 unterstützt. Sobald dies der Fall sein wird, will Canonical das Paket in die Archive von Xenial aufnehmen.

ZFS-Verwendung könnte Lizenzstreit erzwingen

Als besonderes Angebot für seine Server-Kunden bietet Canonical nun auch kompilierte Treiber für das Dateisystem ZFS an. Dieses ist ursprünglich bei Sun für Solaris entstanden und wird etwa in FreeBSD häufig genutzt. Dass ZFS auf Linux bisher keinen breiten Einsatz gefunden hat, liegt an den Lizenzbestimmungen der CDDL, denen ZFS unterliegt.

Laut Meinung einiger Entwickler und Juristen ist die CDDL aber nicht zur GPL kompatibel, weshalb die ZFS-Treiber nicht in den GPL-lizenzierten Linux-Kernel eingepflegt werden dürften und auch nicht mit diesem als Binärcode vertrieben werden dürften. Mit der Entscheidung von Canonical, dies nun trotzdem umzusetzen, verletzt der Linux-Distributor also möglicherweise die Urheberrechte von Linux-Entwicklern. Klären könnte diese Frage letztlich aber nur eine juristische Auseinandersetzung, die einer der Kernel-Hacker gegen Canonical anstreben müsste.

Weitere Neuerungen von Ubuntu 16.04 alias Xenial Xerus finden sich in den Release Notes sowie in einer Pressemitteilung von Canonical. Die Distribution wird fünf Jahre lang mit Updates versorgt und läuft außer auf x86-Rechnern auch auf ARM-Geräten, verschiedenen PowerPC-Chips sowie auf IBM Z-Systems als Teil des Angebots Linux One.

 Xenial Xerus: Ubuntu will weiter mit Alleingängen punkten
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GorgonzolaKaese... 23. Apr 2016

...lustig, beides läuft parallel und sehr zuverlässig auf meinem Server, inkl. Knapp 40...

Seitan-Sushi-Fan 23. Apr 2016

Merken so Leute wie du eigentlich nicht, dass derartige "die GPL ist schuld"-Kommentare...

Keto 22. Apr 2016

Dafür nimmst du in Kauf in Zukunft veraltete Versionen von Libraries auf dem System zu...

grenzwertig 22. Apr 2016

Die Bildschirmtastatur für Ubuntu heisst "onboard". Damit lässt sich alles machen...

eeg 22. Apr 2016

Was ein Schwachsinn den Golem sich da zusammenreimt. Es gibt genug Repositorys, in denen...


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