Fernseher statt Monitor

Unternehmen wie Samsung und LG bieten HDMI-2.1-Fernseher bereits an. So hat Samsung Golem.de direkt auf die TV-Sparte verwiesen, wenn es um den Anschluss geht. Ein Beispiel ist der Samsung Q70T, den es in Größen von 55 bis 85 Zoll und ab etwa 1.000 Euro gibt. Auf dem dort angebotenen HDMI-2.1-Port sollen 4K-Signale mit 120 Hz übertragbar sein. Das QLED-Panel selbst hat eine Bildfrequenz von 100 Hz, was über dem Durchschnitt liegt.

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LG bietet mit dem 49Nano867NA ein ähnliches Produkt an. Das Gerät gibt es in 49 bis 65 Zoll eine Nummer kleiner. Statt auf OLED zu setzen, wird allerdings ein IPS-4K-Panel verbaut, das mit maximal 120 Hz läuft. Der Startpreis für den Fernseher liegt ebenfalls bei rund 1.000 Euro.

Eine größere Version ist der 86Nano906NA, der in 75 oder 86 Zoll kommt und mindestens 2.000 Euro kostet. Später will LG per Firmwareupdate AMDs Freesync-Unterstützung aufspielen. Eine adaptive Frequenz hält also auch im TV-Bereich bereits Einzug.

Sony-TVs mit Softwareupdate

Der OLED65CX9LA ist ein erster 65-Zoll-Fernseher mit OLED-Panel, der gleich vier HDMI-2.1-Anschlüsse mit sich bringt. Die Serie gibt es zudem in Größen von 48 bis 77 Zoll. Allerdings ist sie mit einem Startpreis von 1.630 Euro wesentlich teurer. Ein ähnliches Modell ist der OLED48CX9LB, der ebenfalls HDMI 2.1 unterstützt. Dieser startet in 48 Zoll bei 1.680 Euro.

  • HDMI 2.1 (hier mit Speed Ultra angegeben) schafft maximal 48 GBit/s. (Bild: HDMI LA)
  • HDMI 2.1 im Vergleich zu den anderen HDMI-Standards (Grafik: Viewsonic)
HDMI 2.1 (hier mit Speed Ultra angegeben) schafft maximal 48 GBit/s. (Bild: HDMI LA)
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Zu beachten ist, dass die neuen Fernseher von LG nicht die vollen 48 GBit/s von HDMI 2.1 unterstützen. Stattdessen sind nur 40 GBit/s möglich. Das ist dann relevant, wenn wir 12-Bit-HDR durch Dolby Vision bei unkomprimierter Bildqualität nutzen wollen - eine Nische. Microsoft hat zudem auf der Hot Chips bereits bestätigt, dass zumindest die Xbox Series X sowieso maximal 40 GBit/s Datenrate über HDMI 2.1 unterstützen wird.

Neben Samsung und LG platziert sich auch Sony als Anbieter von HDMI-2.1-Fernsehern. Der Hersteller verfolgt einen anderen Ansatz und aktualisiert die eigenen Geräte - etwa den XH90 - per Firmwareupdate mit HDMI 2.1. Es ist unklar, inwiefern Funktionen des Standards so auch umsetzbar sind, denn normalerweise erfordert der einen komplett neuen und teureren Hardwarecontroller. Der XH90 kostet ab etwa 1.200 Euro und kommt in Größen zu 55 bis 85 Zoll.

Interessanterweise scheint sich bei TVs durch HDMI 2.1 wieder ein Anstieg in der Bildfrequenz abzuzeichnen. Diese war seit dem rasanten Abflachen des 3D-Trends und der dafür nötigen hohen Bildraten auf 50 oder 60 Hz abgesunken - gerade bei preiswerteren Modellen. Für den Medienkonsum außerhalb von Spielen ist das auch weniger relevant, da Quellmaterial meist in maximal 60 Hz vorliegt. Die Playstation 5 und Xbox Series X werden das Verlangen nach einer höheren Bildfrequenz aber beschleunigen. Gerade im Fernsehsegment könnte das zu einer schnellen Verbreitung von HDMI 2.1 und VRR führen.

QLED 4K Q70T (2020)

Warum HDMI 2.1?

HDMI 2.1 unterstützt laut der HDMI LA neben unkomprimierten 4K120 auch 8K-Auflösungen bei 60 Hz und ist daher für Geräte konzipiert, die derzeit sehr selten sind. Über HDMI 2.1 sind zugleich unkomprimiert 10 Bit Farbtiefe in 4K bei einem Chroma Subsampling von 4:4:4 möglich. HDMI 2.0b war hierfür bisher nicht ausreichend.

Display Stream Compression (DSC) kann als Alternative zum Chroma Subsampling genutzt werden. Dabei werden einige Farben, die für das menschliche Auge ohnehin kaum sichtbar sein sollen, aus dem Signal herausgestrichen. Das spart Bandbreite ein und ist normalerweise weniger deutlich sichtbar als Chroma Subsampling. Displayport 1.4 nutzt DSC bereits länger. Das ist ein Grund, warum aktuelle 4K-120-Hz-Monitore wie der Asus PG43UQ (Test) diesen Standard nutzen.

Das neue HDMI-Format unterstützt den Enhanced Audio Return Channel eArc, der wie normales Arc neben Bildinformationen auch Audiosignale über ein Kabel überträgt. Allerdings wird durch die größere Bandbreite die Übertragung von Standards wie dem in Kinos zu hörenden Dolby Atmos oder DTS:X möglich.

Variable Refresh Rate und der Low Latency Mode werden gerade für Spiele interessant sein. Wichtig für TV-Hersteller: Gute Pixelreaktionszeiten sind erfahrungsgemäß bisher keine Stärke von Fernsehern. Die wird aber nötig, wenn rasante Games möglichst gut und scharf aussehen wollen.

Bevor wir uns direkt einen neuen Fernseher kaufen: Die neuen Konsolen werden kein HDMI 2.1 voraussetzen, denn der Standard ist wie gewohnt zu älteren Versionen abwärtskompatibel. Es ist zunächst also keine Eile vonnöten. Das ist auch ein Vorteil, wenn Monitorhersteller Zeit haben, ihre Displays für die Next-Gen-Konsolen fit zu machen. Denn nicht alle wollen sich einen großen TV in die Wohnung stellen.

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 Xbox, Playstation, Nvidia Ampere: Wo bleiben die HDMI-2.1-Monitore?
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yumiko 27. Okt 2020

Also bei Conterstrike sind 4k/120FPS eigentlich kein Problem mit einer alten RX580...

yumiko 27. Okt 2020

Ich! Der TV ist schon mit mit 8+ anderen Konsolen belegt.

Zoy 21. Okt 2020

Ein Bekannter betreibt ein PC an einem großen TV. Solange nur Spiele und Video laufen...

Umdenker 21. Okt 2020

Dürfte eine Minderheit sein, die aber in den nächsten Jahren noch steigt. Klassisches...

TrommelFlo 20. Okt 2020

Sind da schon erschwingliche Modelle in der Pipeline?



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