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Xbox One: Details zu Gebrauchtspielen, Onlinezwang und Datenschutz

Microsoft hat rund zwei Wochen nach Vorstellung der Xbox One Details zum geplanten Umgang mit Gebrauchtspielen und dem umstrittenen Thema Onlinezwang verraten. Microsoft verrät auch, wie mit den über die Konsole und ihren Kinect-Sensor gesammelten Daten umgegangen werden soll.
/ Jens Ihlenfeld
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Xbox One muss täglich ans Netz. (Bild: Bloomberg)
Xbox One muss täglich ans Netz. Bild: Bloomberg

Microsoft hat weitere Details zur Xbox One veröffentlicht, insbesondere zu den umstrittenen Themen Gebrauchtspiele, Onlinezwang und Datenschutz. Die Konsole sei von Grund auf als vernetztes System entwickelt worden und unterstütze einige Funktionen, die nur dadurch möglich seien. Da jeder Besitzer einer Xbox One über einen breitbandigen Internetzugang verfüge, könnten Spieleentwickler riesige Onlinewelten erschaffen, die in der Cloud liefen und sich daher auch weiterentwickeln, wenn der Nutzer seine Konsole ausschaltet.

Da die Xbox One immer in einem stromsparenden, aber mit dem Netz verbundenen Modus arbeite, könnten System, Spiele und Apps jederzeit aktuell gehalten werden, ohne dass Spieler auf Updates warten müssten. Das soll auch dafür sorgen, dass Freunde öfter online miteinander spielen.

Xbox One – Vorschau
Xbox One – Vorschau (02:16)

Darüber hinaus haben Spieler über die Internetverbindung immer Zugriff auf ihre gesamte Spielesammlung. Die Spiele liegen sowohl als lokale Kopie auf der Konsole als auch in der Cloud vor. So kann ein Nutzer seine eigenen Spiele auch an einer anderen Xbox One verwenden. Und Microsoft will Nutzern die Wahl lassen, ob sie Spiele lieber auf Medien im Laden oder per Download kaufen wollen. Die Titel sollen auf beiden Wegen gleichzeitig verfügbar sein.

Um für eine gute Netzanbindung zu sorgen, hat Microsoft die Xbox One mit einem Gigabit-Ethernet-Port und WLAN nach 802.11n ausgestattet, samt Unterstützung des 5-GHz-Bandes. Und statt einer Antenne, wie in der Xbox 360, sind in der Xbox One zwei Antennen verbaut, was die Netzabdeckung verbessern soll. Dank Wifi-Direct kann sich die Xbox One per WLAN direkt mit anderen Geräten über die Cloud verbinden.

Onlinezwang?

Damit all das funktioniert, müssen allerdings einige Bedingungen erfüllt sein. So sollte der Internetzugang mindestens eine Geschwindigkeit von 1,5 MBit/s erreichen und nach Möglichkeit dauerhaft vorhanden sein. Das aber sei nicht zwingend notwendig, so Microsoft. Die Xbox One prüfe aber regelmäßig, ob neue Spiele gekauft, alte verkauft oder verliehen wurden oder Updates vorliegen. Es ist dann allerdings Sache der Spieleentwickler, ob sie von den Möglichkeiten Gebrauch machen, die eine ständige Netzverbindung benötigen.

Dennoch schränkt Microsoft von Haus aus die Möglichkeiten zur Offlinenutzung der Konsole ein(öffnet im neuen Fenster) . Spieler können maximal 24 Stunden offline auf ihrer primären Konsole spielen, danach muss diese mit dem Internet verbunden werden. Wer sich auf einer anderen als seiner primären Konsole einloggt, darf maximal eine Stunde ohne Netzverbindung spielen. Ist die Zeit abgelaufen, ist ohne Internetverbindung kein weiteres Spielen möglich. Die Xbox One kann dann nur noch genutzt werden, um Fernsehen oder Filme auf Blu-ray oder DVD abzuspielen.

Gebrauchtspiele

Spiele für die Xbox One können auf Scheiben im Laden oder per Download gekauft werden. Sie sollen am Tag der Veröffentlichung auf beiden Wegen zur Verfügung stehen. Allerdings steht die eigene Spielesammlung immer auch online über Microsofts Cloud-Server zur Verfügung. Spiele können so mit Freunden geteilt werden.

Gäste können auf der primären Konsole eines Nutzers alle Spiele spielen, die dieser besitzt. Familien können darüber hinaus Spiele über mehrere Accounts hinweg teilen. Bis zu zehn Familienmitglieder können sich einloggen und Spiele aus einer gemeinsamen Spielesammlung spielen, auch auf der Xbox One eines Freundes. Ein Spiel soll so gleichzeitig auf mehreren Konsolen genutzt werden können.

Die dafür genutzte Lizenzverwaltung kommt auch für Gebrauchtspiele zum Einsatz. Gamer können ihre Spiele so auch weiterverkaufen, sofern die Händler die Plattform unterstützen. Dafür will Microsoft keine Nutzungsgebühren von Käufern oder Händlern verlangen.

Was möglich ist, entscheiden immer die Spielehersteller. Diese können auch die Option freischalten, dass auf physischen Datenträgern gekaufte Spiele an Freunde weitergegeben werden können. Auch dabei sollen keine Gebühren anfallen. Allerdings wird es einige Einschränkungen geben: Spiele können nur an Personen weitergegeben werden, die seit mindestens 30 Tagen auf der Freundesliste des Nutzers stehen. Zudem kann jedes Spiel nur einmal weitergegeben werden.

Microsoft behält sich aber vor, die jetzt veröffentlichten Regeln zu verändern(öffnet im neuen Fenster) .

Totale Überwachung per Kinect?

Die mit Kinect ausgestattete Xbox One erkennt den Spieler und lässt sich auch durch Sprachkommandos aktivieren. Dazu müssen Konsole und Kinect aber ständig zumindest in einem Stromsparmodus laufen. So manch einer befürchtet, Microsoft könne dadurch Nutzer in seiner Wohnung ausspionieren, schließlich hört und beobachtet die Konsole ständig.

Microsoft versucht nun, diese Befürchtungen einzudämmen(öffnet im neuen Fenster) : Jeder Nutzer soll die Beobachtungsfunktionen der Konsole abschalten können. Dann ist aber nur noch eine manuelle Anmeldung an der Konsole möglich. Aber auch wenn die Konsole läuft und die Funktionen zur automatischen Erkennung von Nutzern aktiviert sind, würden keine Gespräche aufgezeichnet oder gar an Microsoft übertragen, verspricht das Unternehmen.

Wann die Konsole lauscht, soll der Nutzer einstellen können. So kann Kinect beim Spielen oder beim Schauen von Filmen oder Fernsehen "pausiert" werden. Mit dem Kommando "Xbox off" kann die Konsole abgeschaltet werden. Sie lauscht dann zwar, reagiert aber ausschließlich auf das Kommando "Xbox on". Aber auch diese Funktion soll sich deaktivieren lassen. Microsoft räumt aber ein, dass einige Spiele nur mit aktiviertem Kinect funktionieren werden.

Es soll möglich sein, dass Daten zu genutzten Spielen, gesehenen Filmen, Fotos und Gesichtsausdrücken sowie Herzfrequenz nur lokal gespeichert und nicht an Microsofts Server übermittelt werden. Auch soll es möglich sein, auf Kinect ganz zu verzichten und stattdessen einen normalen Controller zu verwenden.


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