Xbox: Nach Senua-Ankündigung droht Ninja Theory das Aus
Anfang Juni 2026 hat das britische Studio Ninja Theory auf dem Xbox Showcase sein neues Spiel Senua angekündigt. Nur wenige Tage später könnte ausgerechnet dieses Studio vor dem Aus stehen. Mehrere US-Medien berichten übereinstimmend, dass Microsofts Gaming-Sparte Xbox über weitreichende Einschnitte verhandelt und mehrere Entwicklerstudios um ihre Zukunft bangen müssen.
Den Ausgangspunkt der Berichte bildet ein Artikel von Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) (Paywall). Demnach befinden sich unter anderem Ninja Theory, Double Fine und Compulsion Games in Gesprächen mit Xbox, um eine Schließung abzuwenden. Als mögliche Lösung gilt eine Ausgliederung der Studios oder ein Verkauf an andere Investoren. Offiziell bestätigt hat Microsoft die Berichte bislang nicht.
Besonders bemerkenswert ist die Situation bei Ninja Theory. Wie berichtet, hatte das Studio erst vor wenigen Tagen Senua angekündigt und damit bei der Community durchgehend positive Reaktionen ausgelöst.
Sollte sich die Darstellung von Bloomberg bestätigen, dürfte die Xbox-Führung bereits zum Zeitpunkt der Ankündigung gewusst haben, dass die Zukunft des Studios zumindest unsicher ist.
Gerade deshalb wirkt der Vorgang ungewöhnlich: Nach außen präsentiert Microsoft ein neues Projekt, während intern offenbar über die Zukunft des verantwortlichen Teams verhandelt wird.
The Verge berichtet(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eigene Quellen sogar, dass Mitarbeiter von Ninja Theory bereits über eine bevorstehende Schließung informiert worden seien. Dennoch bestehe noch die Möglichkeit, das Studio zu verkaufen oder aus dem Konzern herauszulösen. Ob das neue Senua-Projekt in diesem Fall weitergeführt würde, ist unklar.
Neben Ninja Theory soll auch Compulsion Games betroffen sein. Das Studio veröffentlichte im Frühjahr 2025 South of Midnight. Das Action-Adventure erhielt überwiegend positive Kritiken und galt nicht als offensichtlicher Misserfolg. Eine mögliche Schließung würde daher generell eher zu den aktuellen Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen bei Xbox passen als zu den Ergebnissen eines einzelnen Spiels.
Auch Double Fine wird in den Berichten genannt. Das Studio von Tim Schafer genießt seit Jahren einen ausgezeichneten Ruf für kreative und ungewöhnliche Projekte. Das vorletzte Spiel Keeper wurde von Kritikern gelobt, erreichte aber nur ein vergleichsweise kleines Publikum.
Das jüngste Projekt Kiln, ein experimentelles Koop-Spiel mit Survival- und Crafting-Elementen, soll dagegen deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben sein. Mehrere Berichte sprechen deshalb davon, dass das Studio derzeit nach Möglichkeiten sucht, außerhalb von Microsoft weiterzubestehen.
Die möglichen Schließungen wären Teil einer größeren Neuaufstellung der Xbox-Sparte. Microsoft hatte in den vergangenen Monaten bereits mehrfach Stellen abgebaut und verschiedene Projekte eingestellt. Wie viele Studios am Ende tatsächlich betroffen sein werden, ist derzeit noch unklar.
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