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Xbox: Microsoft sammelt Punkte bei toxischem Verhalten

Es erinnert an das Verkehrssündenregister für Raser: Microsoft sammelt jetzt Punkte – im schlimmsten Fall droht ein Jahr Multiplayer-Sperre.
/ Peter Steinlechner
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Logo der Xbox (Bild: Frederic J. Brown/AFP via Getty Images)
Logo der Xbox Bild: Frederic J. Brown/AFP via Getty Images

Wer im Multiplayer betrügt oder andere Personen im Sprachchat beleidigt, muss auf der Xbox und bei PC-Spielen im Ökosystem von Microsoft ab sofort mit Strafen rechnen. Im schlimmsten Fall droht eine einjährige Sperre für die Teilnahme an Multiplayerspielen und für Nachrichten.

Im Zentrum des neuen Systems stehen Punkte, die Microsoft in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) selbst mit den Registern für Verkehrssünder vergleicht – in Deutschland die bekannte Kartei in Flensburg.

Wer auf der Xbox mit einer ordinären Äußerung auffällt oder beim Cheaten erwischt wird, erhält einen Punkt. Für sexuelle Übergriffe gibt es zwei und für Hassrede drei Punkte.

Wer ein oder zwei Punkte hat, wird einen Tag lang für die genannten Onlinefunktionen gesperrt. Wenn acht Punkte auf dem Konto stehen, kann ein ganzes Jahr lang nicht teilgenommen werden. Der Zugriff auf Singleplayer und auf die gekauften Games soll weiterhin möglich sein.

Allerdings gilt das nur für die Standardpunkte. Bei noch schwereren Vergehen behält sich Microsoft auch andere Sanktionen vor, was aber seit jeher der Fall ist.

Die aktuelle Anzahl der gesammelten Punkte – die bei Microsoft in Deutschland den merkwürdig anmutenden Namen "Erzwingungen" tragen – kann man im Web auf einer speziellen Seite überprüfen(öffnet im neuen Fenster) . Dort sind auch die aktuellen Strafen (Strikes) zu sehen.

Gesammelte Punkte verfallen nach einem halben Jahr. Das Unternehmen sagt, dass keine per Report von anderen Spielern gemeldeten Vergehen zu Punkten führen, sondern dass immer ein Moderator die Sache überprüft und dass Einspruch möglich ist.

Toxisches Verhalten seit Jahren ein Problem

In der Spielebranche gibt es seit Jahren Probleme mit Cheatern sowie mit toxischem Verhalten bei einem Teil der Community im Chat der Multiplayermodi und in Foren. Gemeint sind unter anderem Mobbing, Beleidigungen, Rassismus und Sexismus.

Es ist bekannt, dass nur ein relativ kleiner, aber lauter Teil der Spieler auffällig ist: Laut Microsoft erhielten 2022 weniger als ein Prozent der Spieler eine Zeitstrafe. Nur ein Drittel von diesen Personen wurde ein zweites Mal gesperrt.


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