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Mit einem Standard-Joypad hätten wir nicht spielen können

Der Vergleich mit einem Standard-Controller wäre gar nicht möglich. Wir müssten den Daumen auf den linken Stick legen, den Zeigefinger auf die Trigger und mit dem Rest der Hand irgendwie die weiteren Bedienelemente abdecken. Ein Krampf ist da garantiert und die Eingewöhnzeit steigt massiv im Vergleich zu unseren annehmbaren Ergebnissen nach ein paar Minuten mit dem Setup des Adaptive Controllers. Würden wir uns die Hand brechen und wochenlang eingegipst spielen müssen, wäre diese simple Ansammlung an Komponenten wohl ganz oben auf unserer Wunschliste.

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Zwar gibt es für dieses simple Szenario auch eine andere Lösung, wie uns Erin Muston-Firsch vom Craig Hospital erzählt. Sie hat in ihrer Therapie auf den Elite Controller umgestellt, weil er auf der Unterseite Knöpfe hat, was die Einhandbedienung erleichtert. Sie ist Bastellösungen gewöhnt: Sie selbst nennt sich und ihre Kollegen die "Mac Gyver" der Krankenhäuser. Für ihre Zwecke war das damals der bessere Controller für die Therapie. Die Einhandbedienung ist aber auch mit dem Xbox Elite Controller noch anstrengend. Richtig lösen lässt sich das Problem nach derzeitigem Stand erst mit dem Adaptive Controller und das konnten wir nachvollziehen.

Man darf sich natürlich nichts vormachen: Der Xbox Adaptive Controller löst nicht alle Probleme, aber doch so viele, dass er mehr Menschen trotz starker Einschränkungen eine wichtige Freizeitbeschäftigung ermöglicht und so etwas zur Teilhabe an der Gesellschaft beiträgt. Den Microsoft-Mitarbeitern und auch den Partnern war anzusehen, dass der Controller für sie mehr als nur Arbeit ist. Viele haben im Bekanntenkreis Menschen mit Bewegungseinschränkungen oder sind selbst betroffen. Johnson von Warfighter, einer Organisation, die Veteranen hilft, war sichtlich begeistert und erleichtert, dass die Geheimniskrämerei dem Ende zugeht. Er ging sogar so weit, Therapeuten, die das System nicht einsetzen, als Idioten zu bezeichnen.

Ob sich das für Microsoft lohnt, ist derweil völlig unklar, was das Unternehmen auch offen zugibt. Sicher ist der Markt eine große Herausforderung. Das zeigt schon ein Blick darauf, wie wenige Geräte es für Linkshänder gibt, eine klar definierte Zielgruppe. Microsoft weiß nach eigener Aussage selbst nicht, wie groß der Markt ist, nicht mal in Relation zum überschaubaren Linkshänder-Markt. Der Adaptive Controller, heißt es, sei erst einmal ein Anfang, dessen Ziel nicht unbedingt das Verdienen von Geld sei. Das ist auch daran zu erkennen, dass kein gesonderter Zubehörmarkt geschaffen wird, sondern das System kompatibel mit etabliertem Controller-Zubehör bleibt. Microsoft wird kompatibles Zubehör von Drittherstellern aber selbst in seinem eigenen Shop anbieten. Auch die Konkurrenz, betont Microsoft, solle angeregt werden, sich mit Barrierefreiheit zu beschäftigen. An sich funktioniert der Controller mit Windows 10, der Xbox One (S/X/Ur-Version). Eingeschränkt lassen sich auch alte Windows-Versionen nutzen.

Zum Abschluss des Termins erzählte ein Microsoft-Mitarbeiter noch eine sehr persönliche Geschichte. Seine linke Hand ist nicht vollständig ausgebildet. Zu Zeiten der Arcades oder Spielhallen seien Videospiele für ihn kein Problem gewesen, erzählte Solomon Stone Romney, Retail Learning Specialist bei Microsoft. Ein Joystick, zwei Buttons, damit konnte er alles mit seinen Freunden spielen. Irgendwann habe er jedoch den Kampf gegen die Technik verloren, die immer komplexer wurde, immer mehr Hürden aufbaute. Mit der Playstation 1 war dann Schluss. Er konnte nur noch bestimmte Spiele spielen, verlor den Anschluss zu Freunden beim Thema Spielen. Titel, die schnelle und komplexe Reaktionen verlangen, waren kaum noch spielbar, erst recht nicht im Wettstreit wie früher. Schließlich habe er auch nicht mehr mit den anderen spielen wollen, weil er gemerkt habe, dass er zur Last wurde, sagte er. Der Elite Controller verbesserte 2016 seine Situation etwas. Mit dem Adaptive Controller habe er keine Einschränkungen mehr in seiner Spieleauswahl, erzählte Romney. Er kann jetzt Far Cry spielen und auch den Helikopter fliegen und zu Fuß durch die Welt laufen. Dank Ellbogen, Füßen und einer Hand. Ohne viel über das nachdenken zu müssen, was zwischen ihm und dem Spiel an Technik ist.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von Microsoft an der Microsoft Build in Seattle, Washington, teilgenommen. Die Reisekosten wurden von Microsoft übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

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 Das Spiel ist kein Hindernis
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Crass Spektakel 14. Jun 2018

Nein. Windows erlaubt keine sehr hohen Mausbeschleunigungen. Alles was man nicht...

stereo12 26. Mai 2018

Die Krankenkasse (oder ein anderer Sozialträger) muss so ein Gerät überhaupt nur zahlen...

kingspride 22. Mai 2018

Ich bin auch Linkshänder und kann nur sagen, ich hab Schwein gehabt dass ich gleich als...

as (Golem.de) 18. Mai 2018

Hallo, ich habe an genau der Stelle auch mit dem Begriff gehadert, mich aber für sozial...

MarioWario 18. Mai 2018

Sehr fairer Preis von Microsoft - Apple war ja mal führend bei behindertengerechter...


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