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Das Spiel ist kein Hindernis

Spielen ist mittlerweile ein wichtiger Teil der Freizeitgestaltung mehrerer Generationen. Wenn Spieler mit Körperbehinderung ganz selbstverständlich reguläre Mainstream-Spiele wie Fortnite oder Pubg spielen und Teil des Massenphänomens werden können, dann ist das ein wichtiger Schritt bei der Inklusion in die Gesellschaft. Wie gut das mit dem Xbox Adaptive Controller funktioniert, zeigte uns einer der Betatester des Craig Hospitals, Mike. Er ist nach einem Motorradunfall nicht mehr in der Lage, seine Finger zu bewegen. Stattdessen spielt er mit den Armen und den Händen Fortnite, und das auf einem Niveau, welches das unsere übersteigt. Auf den Servern erreicht er regelmäßig gute Platzierungen.

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Zum Spielen verwendet er den Xbox Adaptive Controller auf einem Stativ, einen regulären Controller im Kopilot-Modus, eine rutschfeste Küchenmatte auf einem Tisch für den Schoß sowie mehrere Buttons, die er mit dem Unterarm auslösen kann. In speziellen Fällen schlägt Mike auch mal schnell auf den Adaptive Controller, und das funktioniert beeindruckend gut. Mike muss sich aber auch etwas an das Spiel anpassen. In den ersten Matches unterstützt ihn der Therapeut Johnson als Kopilot und nimmt Gegenstände per Knopfdruck auf oder visiert auf Zuruf das Ziel über Kimme und Korn an. Nach einigen Matches übernimmt Mike aber auch diese Knöpfe. Er will sich in Zukunft sogar in Richtung E-Sport bewegen.

Wir simulieren einen gebrochenen Arm

Das konnten wir für unseren eigenen Test natürlich nicht nachstellen. Wirklich erschöpfend testen lässt sich der Adaptive Controller nach unserer Einschätzung nicht. Die Möglichkeiten, Bedienungsprobleme zu lösen, sind praktisch unendlich. Je nach Art der Bewegungseinschränkung mag der Controller dem Spieler etwas helfen oder auch erst das Spielen ermöglichen. Im ersteren Fall ist es ein nettes Stück Zubehör, im letzteren Fall öffnet das Konzept eine völlig neue Welt für jemanden, der bis dato vielleicht gar nicht spielen konnte oder halt nur Spiele, die sich halbwegs mit dem Standard-Joypad spielen lassen.

Auch die finanzielle Hürde wird durch Microsofts neues Gerät niedriger. Bei bisherigen Lösungen können die Kosten laut Microsoft schnell in den vierstelligen Bereich gehen. Ein Button alleine kostet locker 60 US-Dollar. Der Adaptive Controller wird mit 100 US-Dollar aus der Perspektive der meisten Spieler aber auch nicht günstig sein. Im Bereich des Medizin-Zubehörs ist das aber nicht so ausschlaggebend. Zubehör muss natürlich trotzdem noch gekauft werden. Idealerweise hat der Spieler das aber schon. Die teure Modifizierung der Standard-Controller, die es natürlich auch für Playstation-Spieler gibt, entfällt aber. In Europa wird er 90 Euro kosten, wobei noch unklar ist, in welchen Ländern er verfügbar sein wird.

Auf dem Microsoft Campus konnten wir kurz als Fuchs in dem Jump'n'Run Super Luckys Tale ein paar Einschränkungen bei der Bewegung simulieren. Als Rechtshänder simulierten wir das Spielen ohne die linke Hand. Dafür standen uns ein Nunchuk-Controller, ein Pedal und natürlich der Adaptive Controller zur Verfügung. Das Nunchuk hing am linken USB-Ausgang, war also der Ersatz für den linken Stick und wurde mit dem rechten Daumen gesteuert. Die zwei Buttons des Nunchuks waren für das Wedeln mit dem Schwanz und das Springen zuständig. Dialoge mussten wir, mit dem Nunchuk in der Hand, am Adaptive Controller mit dem großen A-Button bestätigen. Wir schlugen also mit der Handrückseite gegen den Adaptive Controller und behielten den Nunchuk in der Hand, ohne großartig zielen zu müssen. Das Eingraben funktionierte dann mit dem Pedal. Letzteres war per Klinke eingesteckt. Das Szenario ist in Teilen auch für Linkshänder sehr interessant, die sich in der Regel an Rechtshänder-Joypads gewöhnen.

Die Steuerung gelang uns damit ganz gut, allerdings war uns schnell klar, dass wir Feinmotorik vermissten. Mit der rechten Hand zu steuern, zu springen und gleichzeitig Gegner anzugreifen, gelang nicht so zuverlässig, wie sich unser Gehirn das wünschte. Das ist aber auch logisch, wir sind es schlicht nicht gewöhnt. Die Eingewöhnungszeit war trotzdem kurz - so kurz, dass uns das Spielen schnell Spaß machte und die Erfolgserlebnisse erkennbar waren.

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 Plug & Play als Frusthemmer und FührungsschienenMit einem Standard-Joypad hätten wir nicht spielen können 
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Crass Spektakel 14. Jun 2018

Nein. Windows erlaubt keine sehr hohen Mausbeschleunigungen. Alles was man nicht...

stereo12 26. Mai 2018

Die Krankenkasse (oder ein anderer Sozialträger) muss so ein Gerät überhaupt nur zahlen...

kingspride 22. Mai 2018

Ich bin auch Linkshänder und kann nur sagen, ich hab Schwein gehabt dass ich gleich als...

as (Golem.de) 18. Mai 2018

Hallo, ich habe an genau der Stelle auch mit dem Begriff gehadert, mich aber für sozial...

MarioWario 18. Mai 2018

Sehr fairer Preis von Microsoft - Apple war ja mal führend bei behindertengerechter...


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