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Xavier Niel übernimmt von E&: Vodafones Hauptaktionär verkauft alle Anteile

Die Vodafone Group steht vor einer ungewissen Zukunft. Der Telco-Milliardär Xavier Niel könnte den Konzern radikal umbauen.
/ Achim Sawall
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Xavier Niel am 2. Juli 2026 im französischen Le Havre bei einer Schiffstaufe (Bild: REUTERS/Stephane Mahe)
Xavier Niel am 2. Juli 2026 im französischen Le Havre bei einer Schiffstaufe Bild: REUTERS/Stephane Mahe

Der französische Milliardär Xavier Niel wird größter Anteilseigner der Vodafone Group. Wie E& (Etisalat) am 10. Juli 2026 mitteilte(öffnet im neuen Fenster), erwirbt Niel für fast 6 Milliarden US-Dollar den 16 prozentigen Anteil des Telekommunikationskonzerns E& aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Im Rahmen der Vereinbarung mit Niel, die noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen steht, wird der Vodafone-Anteil bis zum Erhalt dieser Freigaben von "drei Finanzinstituten" gehalten, wie es in der Mitteilung heißt. Zudem wird E& auf seinen Sitz im Verwaltungsrat verzichten.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person, dass der 58-jährige Niel sich nach einem Kursrückgang direkt an E& gewandt habe. Die Transaktion sei innerhalb weniger Tage vereinbart worden, nachdem E& die Anteile bereits zuvor habe veräußern wollen.

Schwache Performance von Vodafone Deutschland

Einige Analysten gehen davon aus, dass Niel einen größeren Einfluss auf die Strategie von Vodafone anstreben wird. "Wir glauben, dass Xavier Niel nach dem Prinzip Kaufen und Halten vorgeht, wobei er versucht, Einfluss auf das Unternehmen auszuüben und möglicherweise im Laufe der Zeit die vollständige Kontrolle zu erlangen", erklärte NewStreet Research in einer Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) (Paywall). Niel werde bei Vodafone die gleichen Kostensenkungen anstreben wie bereits bei anderen Telcos. Analysten von Bernstein und Citigroup stellten die Leistung von Vodafone Deutschland infrage und verwiesen auf Schwächen in den Ergebnissen.

Niel besitzt bereits etablierte Telco-Unternehmen in Frankreich, Italien, Polen und Irland. Der Gründer des französischen Unternehmens Iliad hält zudem bedeutende Anteile an Netzbetreibern wie der lateinamerikanischen Gruppe Millicom und am schwedischen Anbieter Tele2, wo er stets auf drastische Ausgabensenkungen drängte.

E& betreibt Telekommunikationsnetze in 16 Ländern: auf dem Heimatmarkt, in Saudi-Arabien mit Mobily, PTCL in Pakistan, Etisalat Misr in Ägypten oder Maroc Telecom in Marokko. Der Bereich E& Life bietet Unterhaltung und Fintech, E& Enterprise entwickelt Cybersicherheit und KI, während E& Capital internationale Fusionen und Übernahmen vorantreibt.


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