X.ORG: Wieder jahrzehntealte Lücken im X-Server
"X-Sicherheit: Es ist schlimmer, als es aussieht" heißt der Vortrag des Sicherheitsforschers Ilja van Sprundel, den er vergangenes Jahr auf dem 30C3 gehalten hat. Exakte Details dazu hat der Angestellte von IOActive aber nicht bekanntgegeben, so dass die teils sehr alten Lücken nun haben behoben werden können, wie das X.org-Team mitteilt(öffnet im neuen Fenster).

Die Bugs erlauben den Zugriff auf nicht initialisierten Speicher sowie das Überschreiben von beliebigem Speicher. Das kann für einen Denial-of-Service ausgenutzt werden, was einen Absturz des X-Servers hervorruft. Zudem könnten die Lücken auch zum Ausführen von Schadcode verwendet werden.
Risiko der Lücken schwer abzuschätzen
Die Schwere dieser Angriffsvektoren ist aber von der genauen Konfiguration des laufenden X-Servers abhängig. Entscheidend ist etwa, ob der Server mit oder ohne Root-Rechten läuft, ob Netzwerk-Clients erlaubt sind oder nur lokale Clients sowie ob und wie die betroffenen Erweiterungen eingesetzt werden.
Letzteres gilt vor allem für indirektes Rendering per GLX. Dabei wird das OpenGL-Rendering statt direkt von der GPU vom X-Server selbst übernommen. Dies betrifft Code, der ursprünglich von SGI entwickelt wurde und durch eine Freigabe als Open Source vom freien X-Server übertragen worden ist. Davon betroffen sein könnten aber auch sämtliche kommerzielle Implementierungen, die diesen Code von SGI verwenden.
Wieder uralte Fehler gefunden
Bereits im vergangenen Jahr fand van Sprundel diverse Lücken im X.org X-Server, darauf folgte ein Patch für 20 Jahre alte Lücken im Jahr 2013 und für eine noch ältere in diesem Frühjahr. Die älteste der nun gefundenen Lücken ist wahrscheinlich seit der ersten Veröffentlichung von X11 überhaupt vorhanden – seit 1987.
Die Fehler sollen mit dem X-Server 1.17, der für das neue Jahr geplant ist, sowie mit dem Update 1.16.3 für die aktuell gepflegte Version offiziell behoben werden. Für letztere steht bereits ein Release Candidate bereit. Distributionen und diejenigen, die den Code selbst kompilieren, können die Patches per Git selbst einspielen.
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