X.org: Viele X11-Treiber lassen sich nicht mehr kompilieren
Ein übliches Argument für die Linux-Nutzung, vor allem im Vergleich zu den Hardware-Voraussetzungen des aktuellen Windows 11, ist es, dass Linux vor allem auf alter Hardware meist noch gut läuft. Doch auch diese Einschätzung gilt nur bedingt, wie nun der langjährige X11-Entwickler Alan Coopersmith zeigt. Demnach lassen sich zahlreiche der vom X.org-Projekt formal noch gepflegten Gerätetreiber (DDX) nicht mal mehr kompilieren(öffnet im neuen Fenster) – und das betreffe auch jene Treiber, die noch nicht offiziell archiviert sind.
Aufgefallen ist das Coopersmith bei seiner Arbeit, sämtliche theoretisch noch nutzbaren Treiber in die eigene Continuous-Integration-Infrastruktur des X.org-Projekts einzupflegen. Der bei Oracle angestellte Entwickler schreibt dazu: "Es wird die Leute wahrscheinlich nicht überraschen, dass eine ganze Reihe von Treibern nicht gebaut werden konnten, als ich das versuchte."
Wie es darüber hinaus in der E-Mail von Coopersmith heißt, ist es dem Entwickler gelungen, einige der Build-Fehler selbst zu beheben. Eine Aussage darüber, ob die Treiber somit aber auch tatsächlich auf der Hardware laufen, könne Coopersmith nicht treffen. Außerdem regt der Entwickler an, dass sich Betreuer für diese finden oder diese Treiber wie viele weitere zuvor archiviert werden. Zu den Gründen, warum die Treiber sich nicht mehr bauen lassen, zählen unter anderem der 32-Bit Assembly-Code, Abhängigkeiten von einer bereits 2012 entfernten Architektur (XAA) oder die Nutzung eigentlich längst entfernter APIs.
Dass die vielen Fehler beim Kompilieren der Treiber bisher nicht aufgefallen sind, spricht dafür, dass die dazugehörige Hardware schlicht nicht mehr genutzt wird. Andererseits zeigt dies aber auch den allgemeinen Pflegezustand des X11-Codes in dem X.org-Repository, der offenbar eher schlecht ist. Für viele Entwickler der Community dürfte das wenig überraschend sein. So bezeichnete etwa Intel-Entwickler Daniel Vetter den X.org X-Server als Abandonware .
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