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X-59: Verfolgungsflug eines leisen Überschalljets der Nasa

Der leise Überschall -Jet X-59 der Nasa soll weiter getestet werden. Geplant ist die Verfolgung durch ein zweites Flugzeug.
/ Patrick Klapetz
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Verfolgungsflug während eines Tests des X-59 der Nasa am 28. Oktober 2025 (Bild: Jim Ross, Nasa)
Verfolgungsflug während eines Tests des X-59 der Nasa am 28. Oktober 2025 Bild: Jim Ross, Nasa

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin entwickelt für die US-Raumfahrtbehörde Nasa ein Forschungsflugzeug, das mit leisem Überschall fliegen soll. Dafür soll die X-59 Quesst (Quiet Supersonic Technology) auch 2026 Flugtests über der kalifornischen Wüste durchführen(öffnet im neuen Fenster) und dabei von einem anderen Jet verfolgt werfen.

Dessen Pilot soll das Geschehen beobachten, während er die X-59 am Himmel verfolgt. Damit soll laut Nasa gewährleistet werden, dass die Flugtests so sicher wie möglich verlaufen.

Aufgaben des Verfolgungspiloten

Der Verfolgungspilot übernimmt zudem Aufgaben wie die Überwachung des lokalen Wetters und die Ergänzung der Kommunikation zwischen der X-59 und der Flugsicherung. "All dies trägt dazu bei, die Arbeitsbelastung des Testpiloten zu verringern, damit er sich auf die eigentliche Testmission konzentrieren kann" , erklärte der Pilot des Nasa-Forschungsjets F/A-18, Jim Less.

Bei dem Manöver sollen die Piloten so nah wie möglich nebeneinander fliegen, aber nicht näher als nötig, so Less. Er ist seit 2010 Forschungspilot bei der Nasa und seit 21 Jahren Pilot bei der US-Luftwaffe.

Annäherung bis auf eine Flügelspannweite

Während des ersten Flugs der X-59 näherte sich das Verfolgungsflugzeug bis auf eine Flügelspannweite an das Versuchsflugzeug an. Dadurch ließen sich die Fluggeschwindigkeits- und Höhenanzeigen in beiden Flugzeugen vergleichen, so dass das X-59-Team seine Instrumente kalibrieren konnte.

Normalerweise befindet sich das Verfolgungsflugzeug jedoch in einer Entfernung von etwa 150 bis 300 Metern hinter der X-59. Das entspricht der etwa fünf- bis zehnfachen Länge des leisen Überschalljets. Während des ersten Flugs der X-59 fertigte ein Nasa-Fotograf vom Rücksitz des Verfolgungsflugzeugs einige Bilder und hochauflösende Videos an.

"Wir haben wirklich die beste Aussicht" , sagte Less. "Das Hauptaugenmerk des Testteams liegt immer auf einem sicheren Flug und einer sicheren Landung. Aber wenn wir dabei einige großartige Aufnahmen machen können, ist das ein zusätzlicher Bonus."

Zwei Jets als Verfolgungsflugzeuge

Neben der F/A-18 Hornet steht der Nasa je nach Einsatzzweck auch noch eine F-15 Eagle für die Verfolgungsflüge zur Verfügung. Laut Less ist die F/A-18 bei niedrigeren Geschwindigkeiten etwas wendiger und ihr zweisitziges Cockpit ist gut geeignet, wenn ein Fotograf mitfliegen soll. Die F-15 hält dagegen bei Überschalltests besser mit der X-59 mit.

Zudem ist die Hornet mit Instrumenten ausgestattet, mit denen sich Überschall-Schockwellen messen lassen(öffnet im neuen Fenster) . 2025 wurden sie bei einem Flugtest mit zwei F-15-Jets erfolgreich getestet.

Mit der dafür an Bord verbauten Sonde soll künftig überprüft werden, ob die X-59 für Menschen am Boden ein leiseres Geräusch statt eines lauten Überschallknalls erzeugt. Das soll kommerzielle Überschallflüge über Land ermöglichen.


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