Abo
  • IT-Karriere:

Wunschkennzeichen: Warum "Null" kein gutes Nummernschild ist

Anders als in Deutschland sind in den USA fast beliebige Wunschkennzeichen möglich. Doch nicht immer sind die Namen am Ende mit der IT kompatibel.

Artikel veröffentlicht am ,
Viel Ärger wegen der "Null" auf dem Nummernschild
Viel Ärger wegen der "Null" auf dem Nummernschild (Bild: Joseph Tartaro/Screenshot: Golem.de)

Was passiert, wenn man Begriffe aus der IT-Welt in den USA als Wunschkennzeichen eingibt? Dieser kleine Spaß unter Programmierern hat den Sicherheitsexperten Joseph Tartaro inzwischen in die "Strafzettel-Hölle" gebracht. Auf der diesjährigen Defcon in Las Vegas erläuterte Tartaro alias Droogie, wie aus seinem jahrelang harmlos verlaufenen Test plötzlich mehr als 12.000 US-Dollar Schulden bei den Behörden wurden (PDF).

Stellenmarkt
  1. JEMAKO Produktionsgesellschaft mbH, Rhede
  2. Schöck Bauteile GmbH, Baden-Baden

Tartaros Problem: Ende 2016 wollte er spaßeshalber nur wissen, ob die kalifornische Verkehrsbehörde DMV den Begriff "Null" als Wunschkennzeichen akzeptiert. Der Computerexperte erwartete eine Ablehnung, denn schließlich ist "Null" neben "Nil" oder "None" in einigen Programmiersprachen als Wert definiert, der das Fehlen eines Wertes anzeigen soll (Nullwert). Wer Null als Nachnamen trägt, kann daher nicht nur beim Buchen von Flugtickets Probleme bekommen.

Doch nicht unsichtbar

Die Registrierung des Nummernschildes erfolgte jedoch problemlos. Tartaro freute sich darüber, weil er hoffte, damit der zunehmenden Kennzeichenerfassung in den USA ein Schnippchen schlagen zu können. "Ich werde unsichtbar sein", sagte er laut Mashable und fügte hinzu: "Stattdessen bekam ich alle Strafzettel."

Ein erstes Problem gab es 2017, als das System zunächst die Erneuerung des Eintrags ablehnte. Der richtige Ärger ging aber 2018 los. Damals erhielt Tartaro einen ersten Strafzettel wegen Falschparkens, den er anstandslos bezahlte. Das war offenbar ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Denn plötzlich prasselten die Strafzettel nur so auf ihn ein. Sie waren alle an ihn gerichtet, obwohl sie gar nicht sein Auto betrafen oder aus Städten stammten, in denen er nie gewesen war. Selbst Strafzettel aus dem Jahr 2014 sollte er bezahlen. Auf mehr als 12.000 US-Dollar summierten sich schließlich die Forderungen.

Inkassofirma manipuliert Daten

Erhoben wurden sie vom Citation processing Center, das im Auftrag von Städten, Bezirken und anderen Institutionen ausstehende Schulden eintreibt. Offenbar wies das System bei Strafzetteln, bei denen die Kennzeichenangabe vergessen wurde, dem Nummernschild jeweils den Wert "Null" zu. Schließlich wurde dieser Wert mit Tartaros Auto verknüpft, was dieser durch die Zahlung des ersten Strafzettels bestätigte. Über das Suchformular des Unternehmens lassen sich weiterhin mehrere Strafzettel auffinden, die Tartaro fälschlicherweise zugeordnet wurden. Man muss dazu Kalifornien als Bundesstaat und "Null" als Nummernschild eingeben.

Bei dem Inkassounternehmen konnte Tartaro jedoch nichts erreichen. Im Gegenteil. Seiner Darstellung zufolge änderte das Unternehmen nachträglich Einträge in der Datenbank, so dass nun sein Fahrzeugmodell darin genannt wurde. Erst nachdem er Anfang März 2018 per Twitter die DMV auf sein Problem aufmerksam gemacht hatte, ließen sich die Schulden vorübergehend stornieren. Ende vergangener Woche sollen sie noch bei mehr als 6.000 US-Dollar gelegen haben. Nachdem das US-Magazin Wired die Inkassofirma zu dem Fall befragt hatte, verschwanden die Einträge in den vergangenen Tagen fast vollständig.

Trotz allen Ärgers will Tartaro sein Nummernschild nicht ändern. Solange damit Strafzettel verbunden seien, könnte das alles noch komplizierter machen, sagte er Wired. Er würde sich unwohl dabei fühlen, solange nicht alles geklärt sei. Möglicherweise wird er noch länger als "Null" herumfahren müssen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. D24f FHD/144 Hz für 149€ + Versand statt 193,94€ im Vergleich)
  2. (u. a. Acer KG241QP FHD/144 Hz für 169€ und Samsung GQ55Q70 QLED-TV für 999€)
  3. (u. a. mit Gaming-Monitoren, z. B. Acer ED323QURA Curved/WQHD/144 Hz für 299€ statt 379€ im...
  4. (u. a. Apple iPhone 6s Plus 32 GB für 299€ und 128 GB für 449€ - Bestpreise!)

demon driver 17. Aug 2019 / Themenstart

Einerseits, ja, und das ist ja eine generelle Tendenz... Andererseits wär's aber...

demon driver 17. Aug 2019 / Themenstart

Sorry, hatte den Teilthread aus den Augen verloren, daher verspätet... Hmm... Ich lese...

barforbarfoo 17. Aug 2019 / Themenstart

Das geht auch antiker :-)

gentux 16. Aug 2019 / Themenstart

Ne ich finde NULL dafür gerade doof. NULL hat zu viele mögliche Bedeutungen, dass man...

demon driver 16. Aug 2019 / Themenstart

Ich wüsste nicht, wo es "Casts nach null" gäbe, und es ist für den Sachverhalt aber auch...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


E-Bike-Neuerungen von Bosch angesehen

Neue Motoren und mehr Selbstständigkeit für Boschs E-Bike Systems - wir haben uns angesehen, was für 2020 geplant ist.

E-Bike-Neuerungen von Bosch angesehen Video aufrufen
Google Maps: Karten brauchen Menschen statt Maschinen
Google Maps
Karten brauchen Menschen statt Maschinen

Wenn Karten nicht mehr von Menschen, sondern allein von Maschinen erstellt werden, erfinden diese U-Bahn-Linien, Hochhäuser im Nationalpark und unmögliche Routen. Ein kurze Liste zu den Grenzen der Automatisierung.
Von Sebastian Grüner

  1. Kartendienst Google bringt AR-Navigation und Reiseinformationen in Maps
  2. Maps Duckduckgo mit Kartendienst von Apple
  3. Google Maps zeigt Bikesharing in Berlin, Hamburg, Wien und Zürich

IT-Arbeitsmarkt: Jobgarantie gibt es nie
IT-Arbeitsmarkt
Jobgarantie gibt es nie

Deutsche Unternehmen stellen weniger ein und entlassen mehr. Es ist zwar Jammern auf hohem Niveau, aber Fakt ist: Die Konjunktur lässt nach, was Arbeitsplätze gefährdet. Auch die von IT-Experten, die überall gesucht werden?
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. IT-Standorte Wie kann Leipzig Hypezig bleiben?
  2. IT-Fachkräftemangel Arbeit ohne Ende
  3. IT-Forensikerin Beweise sichern im Faradayschen Käfig

Mobile-Games-Auslese: Verdrehte Räume und verrückte Zombies für unterwegs
Mobile-Games-Auslese
Verdrehte Räume und verrückte Zombies für unterwegs

Ein zauberhaftes Denksportspiel wie Rooms, ansteckende Zombies in Infectonator 3 Apocalypse und Sky - Children of the Light, das neue Werk der Journey-Entwickler: Für die Urlaubszeit hat Golem.de besonders schöne und vielfälige Mobile Games gefunden!
Eine Rezension von Rainer Sigl

  1. Dr. Mario World im Test Spielspaß für Privatpatienten
  2. Mobile-Games-Auslese Ein Wunderjunge und dreimal kostenloser Mobilspaß
  3. Mobile-Games-Auslese Magischer Dieb trifft mogelnden Doktor

    •  /