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Wunderlist-Nachfolger: "Ich wollte die letzte To-do-App der Welt bauen"

Erst wunderbar, jetzt soll es super werden: Jahre nach dem Ende von Wunderlist will Gründer Christian Reber die To-do-App im Zeitalter der KI noch einmal neu erfinden.

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Wo bleibt die To-do-App, die Privates und Berufliches perfekt verbindet? (Bild: KI-generiert mit Bing Image Creator)

Von Evernote bis Obsidian (g+) gibt es keinen Mangel an verschiedensten Produktivitäts-Apps, um Privatleben und Beruf zu organisieren. Und doch gibt es bislang keine, die beides perfekt verbindet – findet zumindest Wunderlist-Gründer Christian Reber. Mit seiner neuen App Superlist möchte er das ändern.

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Dahinter steckt die Geschichte einer erfolgreichen App aus den Anfangstagen des App Store – und die Erkenntnis, dass ein millionenschwerer Verkauf an Microsoft zwar reich macht, aber beruflich nicht unbedingt erfüllend ist.

Es war ein Angebot, das er damals, als seine Frau das erste Kind erwartete, nicht habe ablehnen können, sagt Reber. Zwischen 100 und 200 Millionen US-Dollar zahlte Microsoft 2015 für seine Firma 6 Wunderkinder, gerade einmal fünf Jahre, nachdem die erste Version ihrer App Wunderlist erschienen war.

"Der Verkauf war sehr opportunistisch", sagt Reber – und die Erfahrung nach der Übernahme ernüchternd. Es herrschte "quasi kompletter Totalstillstand ab dem Tag der Akquisition", erinnert sich Reber. "Ich hatte mir das schon ein bisschen anders vorgestellt."

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Von der ersten Version zur letzten To-do-App

Der Name Wunderlist existiert heute nicht mehr, wenige Jahre nach der Übernahme ging die App in Microsofts eigene To-do-App namens To-do auf – ein enttäuschendes Ende für die Geschichte eines deutschen Start-ups. Reber spielte 2019 sogar öffentlich mit dem Gedanken, die App zurückzukaufen. Stattdessen gründete er ein Jahr später ein neues Unternehmen, mit Liste im Namen: Superlist. Die erste Version ist im Februar 2024 erschienen.

Fast ein Jahrzehnt nach dem Verkauf von Wunderlist ist es also wieder eine To-Do-App geworden. "Alle Dinge im Leben beginnen mit einer Liste", sagt er. Und "eigentlich wollte ich die letzte To-Do-App der Welt bauen, nämlich eine, die man sowohl persönlich als auch professionell einsetzen kann. Und ich habe immer das Gefühl gehabt, wir haben mit Wunderlist immer nur den Anfangsteil erreicht."

Die erste Version von Wunderlist hatte Reber noch in weiten Teilen selbst mit zwei weiteren Entwicklern programmiert, erzählt er. Aber schnell wurde er vom Chefprogrammierer zum Chef der Programmierer. Das Unternehmen wuchs an und Reber selbst musste immer weniger Code selbst beisteuern.

Superlist kommt nicht ohne KI aus

Nach seinem Ausstieg bei Microsoft wollte Reber in eine neue Firma investieren, statt selbst zu gründen, aber er habe nicht das passende Unternehmen gefunden. "Und dann kam Corona", sagt er, "und ich war zu Hause eingesperrt." Aus der Not – vor allem der Langeweile – machte er eine Tugend. "Ich habe mich entschieden: Scheiß drauf, ich mache es jetzt einfach selbst."

"Wir haben mit Superlist 1.0 noch immer nicht die perfekte To-do-App entwickelt", sagt Reber. Man habe aber weiterhin das Ziel, "diese perfekte Brücke zwischen Individuen und Teams zu bauen. Es wird spannend, ob wir es hinbekommen."

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