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Wunderakku:
Helmholtzinstitut bewirbt Akkuforschung mit falschen Zahlen

Eine Pressemitteilung bezeichnet Messergebnisse eines Laborexperiments als Lithium-Metall-Akku mit 560 Wh/kg Energiedichte. Das ist nicht die Realität.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Wissenschaftler bei der Arbeit (Bild: HIU)
Wissenschaftler bei der Arbeit Bild: HIU

"Eine extrem hohe Energiedichte von 560 Wattstunden pro Kilogramm bei bemerkenswert guter Stabilität bietet eine neuartige Lithium-Metall-Batterie." So hieß es kürzlich in einer Pressemitteilung des Helmholtzinstituts Ulm.(öffnet im neuen Fenster) Diese Zahl wird aber an keiner Stelle eingeordnet oder relativiert, eher im Gegenteil: In der Mitteilung wird der Akku sogar als "rekordverdächtige Lithium-Metall-Batterie" bezeichnet. Ein Blick in die wissenschaftliche Veröffentlichung dahinter zeigt jedoch, dass diese Zahl nicht der Realität entspricht.

Das Problem ist dabei die reißerische Pressemitteilung, nicht die Wissenschaft dahinter. Schon im ersten Absatz des wissenschaftlichen Artikels(öffnet im neuen Fenster) wird nämlich klargestellt, dass sich die Angabe von 560 Wh/kg nur auf das kombinierte Gewicht der Kathode und der Anode bezieht, aber alle anderen notwendigen Teile der Batterie herauslässt. Das ist eine gewöhnliche Praxis in wissenschaftlichen Arbeiten, um die Vergleichbarkeit der Materialangaben zu gewährleisten. Die Aufgabe der Wissenschaft ist die Charakterisierung der Materialien in einer Batterie. Die Gewichtsoptimierung ist Aufgabe des Ingenieurswesens.

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