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Wunderakku: Donut Lab demonstriert ganz normale Lithium-Akkus

Mit viel Ironie will Donut Lab davon ablenken, dass sein veröffentlichter Testbericht den eigenen Aussagen widerspricht. Es ist Betrug.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Selbstdarstellung auf der Webseite I Donut Believe (Bild: Donut Lab)
Selbstdarstellung auf der Webseite I Donut Believe Bild: Donut Lab
Inhalt
  1. Wunderakku: Donut Lab demonstriert ganz normale Lithium-Akkus
  2. Die Fakten machen das Wort Betrug unvermeidbar

Donut Lab hat einen stark limitierten Testbericht(öffnet im neuen Fenster) eines finnischen Labors über die eigenen Akkus veröffentlicht, der im Auftrag des Herstellers geschrieben wurde. Donut Lab behauptet , es handle sich um einen Festkörperakku mit 400 Wh/kg, Schnellladefähigkeit und 100.000 Ladezyklen Lebensdauer, der kein Lithium und keine seltenen Rohstoffe verwende. Trotz stark verkürzter Inhalte widerspricht der Bericht diesen Behauptungen.

Er enthält keine Angaben dazu, ob es sich tatsächlich um einen Festkörperakku handelt, sondern wiederholt lediglich die Firmenangaben von Donut Lab, dass es einer sei.

Die technischen Angaben beschränken sich auf Spannung und Kapazität der Zelle. Die Maße und das Gewicht sind im Bericht nicht enthalten. Damit ist es unmöglich, irgendeine Energiedichte zu berechnen und die Angabe von 400 Wh/kg zu bestätigen. Das entspricht dem Verhalten der Firma Quantumscape , die mit den gleichen Mitteln versuchte, die schlechte Energiedichte der eigenen Akkuzellen zu verschleiern.

Test zeigt keine Eigenschaften von Festkörperakkus

Der Test enthält insgesamt sieben Ladezyklen und damit keinerlei Beleg für die Behauptung einer Lebensdauer von 100.000 Ladezyklen. Die höchste Temperatur des Akkus, die in einem Test für wenige Sekunden erreicht wurde, betrug 90 Grad Celsius, die im Test als Sicherheitslimit bezeichnet wird.

Das ist die typische Grenze, bis zu der in Lithium-NMC-Akkus mit flüssigem Elektrolyt noch keine chemischen Reaktionen mit messbarer Wärmefreisetzung stattfinden. Ein Test mit höherer Temperatur, den ein Festkörperakku problemlos überstehen sollte, fand nicht statt.

Der Akku wurde in allen Testzyklen lediglich mit einer Spannung zwischen 2,7 V und 4,3 V betrieben. Lithium-Ionen-Akkus mit flüssigem Elektrolyt müssen aus Sicherheitsgründen stets eine positive Spannung behalten, weil sich bei niedriger oder negativer Spannung das Metall der Kupferfolie in der Anode im Elektrolyt auflösen kann. Beim nächsten Ladevorgang kann sich dann metallisches Kupfer im Separator zwischen Anode und Kathode bilden und einen internen Kurzschluss mit katastrophalen Folgen verursachen. Festkörperakkus haben dieses Problem nicht.

Der Test enthält also keinen Beleg für die Behauptung, dass es sich um einen Festkörperakku handle, während die Zelle in den Tests in jeder Hinsicht wie eine mit flüssigem Elektrolyt behandelt wurde. Sie wurde nicht zerlegt und eine Komponentenanalyse fand auch nicht statt. Es gab auch keine zerstörungsfreie Analyse der Inhaltsstoffe, etwa mit einem Röntgenspektrometer, wie es für Feldforschung in der Geologie oder Analysen im Bergbau auch in tragbarer Form für sekundenschnelle Tests zum Einsatz kommt.


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