WT Social: Jimmy Wales macht aus Wikitribune soziales Netzwerk

Mit der Nachrichtenplattform Wikitribune hat Wikipedia-Gründer Jimmy Wales bislang keinen großen Erfolg gehabt. Nun will er daraus eine Art Facebook-Konkurrenz machen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Wikipedia-Gründer Jimmy Wales sucht nach einem besseren Konzept für Wikitribune.
Wikipedia-Gründer Jimmy Wales sucht nach einem besseren Konzept für Wikitribune. (Bild: Ruben Sprich/Reuters)

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales will mit einem eigenen Onlinenetzwerk eine Alternative zu Facebook aufbauen. "Meine Idee ist es, die Prinzipien von Wikipedia auf ein soziales Netzwerk zu übertragen", sagte Wales nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa am 30. Oktober 2019 auf der Digitalmesse Digital X in Köln. "Tschüss, Facebook - es ist Zeit für etwas Neues", sagte Wales, der vor wenigen Wochen angekündigt hatte, die Nachrichtenplattform Wikitribune als WT Social neu zu konzipieren.

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Dazu verzichtet Wales künftig auf Wordpress und setzt stattdessen eine selbst entwickelte Plattform ein. Registrierte Nutzer kommen zunächst auf eine Warteliste, die am Mittwochabend mehr als 1.700 Personen umfasste. Insgesamt waren fast 6.000 Mitglieder registriert. Wer bereit ist, 12 Euro im Monat oder 90 Euro im Jahr zu spenden, kann die Warteliste überspringen. Schneller geht es zudem, wenn man Familienangehörige, Freunde oder Arbeitskollegen wirbt. Am Mittwochabend schienen die Server von WT Social zeitweise überlastet zu sein. Die Registrierung und Nutzung führte bei einem Test von Golem.de zu Fehlermeldungen des IT-Dienstleisters Cloudfare.

Durch die finanzielle Unterstützung der Mitglieder soll WT Social ebenso wie die Online-Enzyklopädie Wikipedia ohne Werbung auskommen. Nach Ansicht von Wales hat die Abhängigkeit von Werbung im Internet zu einer schlechten Qualität von Medien geführt. Da soziale Medien wie Facebook oder Twitter darauf angewiesen seien, Nutzer möglichst lange auf ihren Plattformen zu halten, werde Nutzeraktivität Vorrang vor Qualität gegeben. Kollaborative Projekte wie Wikitribune könnten dazu beitragen, glaubwürdige und qualitativ hochwertige Nachrichtenangebote zu liefern, schrieb Wales in einem Beitrag für das Magazin Foreign Policy.

Derzeit befindet sich die Plattform in der Aufbauphase, er arbeite mit zwei Entwicklern daran, sagte Wales in Köln und fügte hinzu: "Ich werde es als Erfolg werten, wenn wir eine großartige kleine Community aufbauen, in der ich mich wohlfühle." Nutzern, die sich in der jetzigen, frühen Phase registrieren, gab der 53-Jährige ein besonderes Versprechen: "Ihr werdet eine Freundschaftsanfrage von mir bekommen. Ich versende sie persönlich." Anders als die Wikipedia ist Wikitribune jedoch ein kommerzielles Projekt.

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