WSL 2 in Windows 11: Von der Hassliebe zur fast perfekten Windows-Linux-Symbiose

Das Windows Subsystem für Linux bietet in Windows 11 theoretisch alles, was sich der Linux-Redakteur wünscht. Einige Fehler und Abstürze trüben jedoch den Eindruck.

Ein Test von veröffentlicht am
Ubuntu im WSL 2 von Windows 11.
Ubuntu im WSL 2 von Windows 11. (Bild: Screenshot:Golem.de)

Mit dem vor zwei Wochen erschienenen Windows 11 hat der Hersteller Microsoft ohne besonders große Ankündigung auch den GUI- und GPU-Support für das Windows Subsystem für Linux (WSL) erstmals in einer stabilen Windows-Version veröffentlicht. Bisher war dies nur über eine Insider-Preview möglich. Hinzu kommt außerdem die Möglichkeit, endlich auch bereits vorhandene Linux-Dateisysteme unter Windows schnell und einfach einzuhängen und zu verwenden.

Inhalt:
  1. WSL 2 in Windows 11: Von der Hassliebe zur fast perfekten Windows-Linux-Symbiose
  2. WSL mit genialen Ideen und manchen Verrenkungen
  3. Native Linux-Dateisysteme und wenig Einsichten unter Windows
  4. Verfügbarkeit und Fazit

Das WSL bietet damit alles, was wir uns von dem System wünschen und zumindest auf dem Papier einen ähnlichen Funktionsumfang wie die Linux-Umgebung in ChromeOS. Grund genug für den Linux-Redakteur, zwischenzeitlich auf Windows zu wechseln.

Schon seit unserem ersten Test des damals noch völlig anders aufgebauten WSL vor etwa fünfeinhalb Jahren hat uns das WSL in seiner Funktionalität immer wieder positiv überrascht und beeindruckt. Bisher war es aber eben allein auf die Kommandozeile beschränkt und damit trotz aller Windows-Integration selbst klassischen virtuellen Maschinen in bestimmten Aspekten unterlegen.

Installation mit kleinen Hindernissen

Die Installation des WSL unter Windows ist von Microsoft in den vergangenen Jahren mehrfach überarbeitet und dabei immer weiter vereinfacht worden. Inzwischen reicht der Befehl wsl --install in der Kommandozeile mit Admin-Rechten aus, um die Umgebung zu installieren. Weiterhin möglich ist auch das Aktivieren über die zusätzlichen Windows-Funktionen in den Systemeinstellungen.

  • Das WSL gibt es für Windows nun auch als Vorschau im Microsoft Store. (Bild: Screenshot Golem.de)
  • Der Gui-Support läuft über WSLg.(Bild: Screenshot Golem.de)
  • Das von uns genutzte Ubuntu 20.04 verwendet Microsofts Linux-Kernel.(Bild: Screenshot Golem.de)
  • Grafische Anwendungen wie der Firefox lassen mit dem WSL2 nutzen.(Bild: Screenshot Golem.de)
  • Auch eine Hardware-Beschleunigung per OpenGL wird unterstützt. (Bild: Screenshot Golem.de)
  • Der System-Container nutzt die Microsoft-Distribution CBL-Mariner.(Bild: Screenshot Golem.de)
  • Ubuntu ist dank dem WSL nur eine App unter Windows. (Bild: Screenshot Golem.de)
Das WSL gibt es für Windows nun auch als Vorschau im Microsoft Store. (Bild: Screenshot Golem.de)
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Wir haben uns für unseren Test für die erst wenige Tage alte Vorschau des WSL entschieden, die nun im Microsoft-Store vertrieben wird, als Alternative zu der festen Integration als Systembestandteil von Windows wie bisher. Nach wenigen Klicks läuft das WSL so dann auch schnell auf unserem Rechner.

Doch schon hier stolpern wir in eine kleinere Falle und entdecken die für Windows typischen, kryptischen Fehlermeldungen mit ihren Hex-Werten. Auf der von uns genutzten Testmaschine war die zur Nutzung des WSL 2 notwendige Hardware-Virtualisierung zunächst schlicht nicht in der Firmware aktiviert. Bei der Installation selbst ist dies offenbar nicht geprüft worden, sondern erst beim ersten Ausführen.

Linux-GUIs unter Windows

Die Installation des von uns gewählten Ubuntu 20.04 in dem WSL 2 geht jedoch gewohnt zügig und nach nur wenigen Minuten finden wir uns auf der Kommandozeile des Linux-Systems unter Windows 11. Um den eingangs erwähnten GUI-Support zu testen, installieren wir uns hier als erstes den Firefox-Browser. Nach Eingabe des Befehls und einer zwar kurzen, aber spürbaren Pause, startet wie gewünscht der Browser und zeigt uns Ubuntu als ausführendes System. Der Firefox erscheint auch mit dem Pinguin Tux als Icon in der Taskleiste.

Bereits bei unserem ersten Test von Ubuntu unter Windows vor mehr als fünf Jahren haben wir über einen X-Server grafische Anwendungen nutzen können. Diesen fehlte aber nicht nur eine 3D-Grafikbeschleunigung, auch war der Einsatz einer GUI nicht offiziell unterstützt. Mit dem WSL 2 in Windows 11 ist das aber nun beides der Fall. Damit das überhaupt funktioniert, hat sich Microsoft einiges einfallen lassen und damit trotzdem noch nicht alle Probleme gelöst.

Windows Subsystem for Linux 2 (WSL 2) Tips, Tricks, and Techniques: Maximise productivity of your Windows 10 development machine with custom workflows and configurations

Neue Funktionen dank WSL 2 mit Linux-VM

Als Microsoft vor etwa fünf Jahren erstmals das Windows Subsystem für Linux vorstellte, haben wir die Idee, dafür auf eine Virtualisierung zu verzichten, als ebenso genial wie fast schon wahnsinnig bezeichnet. Dass dies tatsächlich nicht die beste Entscheidung war, hat auch der Hersteller bald erkannt und wechselte mit dem WSL 2 auf eine echte Virtualisierung mit einem von Microsoft selbst gepflegten Linux-Kernel, den sich die verschiedenen verfügbaren Distributionen des WSL teilen.

Das hat einerseits den klaren Vorteil, dass damit die Userspace-API des Linux-Kernel genutzt wird, was wiederum zu einem vollständigen Linux-App-Support führt. Andererseits kann Microsoft selbst so auf die bereits vorhandene Linux-Infrastruktur zurückgreifen, um einige wichtige Neuerungen umzusetzen, wie den GUI-Support.

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WSL mit genialen Ideen und manchen Verrenkungen 
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Vögelchen 30. Okt 2021 / Themenstart

Und ich kann mein E-Auto an der Lichtmaschine eines Benzinautos laden und mich freuen...

sambache 27. Okt 2021 / Themenstart

Eigentlich benötigt man Windows Server nur für Exchange, und das ist eher ein groteskes...

sambache 27. Okt 2021 / Themenstart

IntelliJ ist besser RabbitCVS http://rabbitvcs.org/ (git, svn, ...) Übrigens : Profis...

JE 24. Okt 2021 / Themenstart

Das geht ja auch in beide Richtungen- mithilfe von wine und proton funktionieren viele...

Sybok 21. Okt 2021 / Themenstart

Ah, das erklärt natürlich den Unterschied zur VM! Bitte, lies doch wenigstens die...

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