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Echte Abenteuer in Azeroth

Auf die Frage, ob die Elysium-Spieler bereit seien, zu den offiziellen Blizzard-Servern zu wechseln und für WoW Classic zu zahlen, gibt es unterschiedliche Meinungen. "Ja, auf jeden Fall", sagt Ysaten. "Ich habe beim Spielen auf Elysium immer ein schlechtes Gewissen. Und mit dem offiziellen Support von Blizzard können die Betreiber hier eh nicht mithalten. Ich freu mich total auf den Release von WoW Classic."

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Anders sieht das der Elysium-Krieger Barithebeck: "Ich habe Blizzard über zehn Jahre jede Menge Geld in den Allerwertesten gesteckt. Doch sie haben WoW immer mehr an den Fans vorbeientwickelt. Von mir gibt es keinen Cent mehr." Balsamic ist sich noch nicht ganz sicher: "Ich komme bald in die heiße Phase meines Studiums. Classic ist unglaublich zeitintensiv - eigentlich sollte ich besser die Finger davon lassen."

Wohlig-warme Erinnerungen ans frühere Azeroth

Ein höherer Anspruch, mehr soziale Interaktion, ein stärkerer Belohnungseffekt, ein entschleunigtes Spielgefühl - die Gründe, warum Spieler World of Warcraft in der Urversion zurückhaben wollen, sind vielfältig. Ein weiterer wichtiger Faktor hat weniger mit der Spielmechanik zu tun: die Nostalgie. Der in München lebende Diplom-Psychologe Alexander von Bethmann-Hollweg, seit über 35 Jahren selbst passionierter Spieler und ehemaliger WoW-Abonnent, sagt: "Nostalgie, die wohlig-warme Kindheitserinnerung an die vermeintlich schönere, gute alte Zeit, ist oft mit einer gewissen Traurigkeit, aber auch mit Gefühlen von Trost und Tiefe verbunden. Sie ist oft mit bestimmten sinnlichen Wahrnehmungen wie Gerüchen oder Musik verbunden."

In Bezug auf WoW Classic glaubt er, dass es viele Spieler reize, mit der Neuauflage die großartige Spielerfahrung von damals erneut durchleben zu können. "Dass Spiele digital vorliegen, ist hier natürlich hilfreich. Oft merkt man dann aber auch, dass sich diese Erfahrung nicht mehr so reproduzieren lässt, etwa weil die Grafik schlecht gealtert ist oder man einfach den Inhalten etwas 'entwachsen' ist. Der eigentliche Sinn besteht vielleicht darin, dass das Spiel letztendlich nur der Auslöser von Nostalgie ist, die sich dann mehr auf die Erinnerung an die schöne und sichere Zeit im eigenen Kinderzimmer oder die gemeinsamen Erlebnisse mit Freunden im Real Life oder im Spiel bezieht."

Heinrich Lenhardt ist einer der dienstältesten deutschen Spielejournalisten und Mitgründer des Gaming-Podcasts Spieleveteranen. Er hält Nostalgie ebenfalls für einen wichtigen Grund für das Classic-Comeback von WoW. "Ohne Nostalgie lässt es sich schwer erklären, denn objektiv betrachtet ist WoW in der Zwischenzeit ja ein erheblich umfangreicheres, in vielerlei Hinsicht besseres Spiel geworden", sagt Lenhardt.

  • Feiert in WoW Classic ein feuriges Comeback: Endboss Ragnaros aus dem 40-Spieler-Schlachtzug "Der Geschmolzene Kern". (Bild: Blizzard/Screenshot: Golem.de)
  • In der Blizzcon-Demo zu WoW Classic konnten Besitzer eines virtuellen Tickets mit einer Rasse und Klasse ihrer Wahl direkt auf Charakterstufe 15 einsteigen und bis Level 19 das Brachland für die Horde und Westfall für die Allianz erkunden. (Bild: Blizzard/Screenshot: Golem.de)
  • Der alte Talentbaum von World of Warcraft war in der Classic-Demo schon enthalten. (Bild: Blizzard/Screenshot: Golem.de)
  • In der Urversion von World of Warcraft trafen Spieler an jeder Ecke auf brandgefährliche Feinde - wie diesen Elite-Gegner in den Ruinen von Alterac. (Bild: Blizzard/Screenshot: Nobbie)
  • Eine weitere Szene aus dem ursprünglichen World of Warcraft: Die Öffnung der Tore von Ahn'Qiraj fand Anfang 2006 statt und gilt bis heute als eines der epischsten Ingame-Events des Online-Rollenspiels. (Bild: Blizzard/Screenshot: Nobbie)
  • Unterwegs in geheimer Mission: Golem.de plauderte ingame mit Spielern des Classic-Privatservers Elysium. (Bild: Blizzard/Screenshot: Golem.de)
  • Heinrich Lenhardt war Chefredakteur des Spielemagazins Power Play, Gründer der Zeitschrift PC Player sowie an Konzeption und Entstehung von Buffed beteiligt. (Bild: Heinrich Lenhardt)
  • Karsten Scholz arbeitet als Redakteur für Buffed und PC Games MMORE. Seinen Untoten-Schurken "Creep" spielt er in WoW seit dem Frühjahr 2005. (Bild: Karsten Scholz)
  • Diplom-Psychologe Alexander von Bethmann-Hollweg hat bis zu Wrath of the Lich King leidenschaftlich WoW gespielt. (Bild: Alexander von Bethmann-Hollweg)
  • Brian Birmingham ist Lead Software Engineer bei Blizzard und arbeitet bereits seit 2006 an WoW. Er will mit WoW Classic ein Stück Spielkultur bewahren. (Bild: Blizzard)
  • Senior Software Engineer Omar Gonzalez ist seit fast 16 Jahren bei Blizzard. (Bild: Blizzard)
Heinrich Lenhardt war Chefredakteur des Spielemagazins Power Play, Gründer der Zeitschrift PC Player sowie an Konzeption und Entstehung von Buffed beteiligt. (Bild: Heinrich Lenhardt)

Ein abgeschlossenes Azeroth habe auch seinen Reiz: Spieler müssten sich nicht mehr sorgen, dass ihre High-End-Ausrüstung mit Erscheinen der nächsten Erweiterung entwertet werde. "Immer dieselben Dungeons in der Hoffnung auf rare Spitzenbeute zu besuchen, ist ja auch eine schöne Routine, vor allem, wenn man entspannt mit einer festen Gruppe spielt. Ich denke, viele Leute sehnen sich weniger nach dem alten Spiel als vielmehr nach dem alten Sozialerlebnis im Spiel zurück. Wenn man die alte Gruppe wieder zusammentrommeln kann, ist das vielleicht wie ein Klassentreffen, nur halt mit Schwertern, Feuerbällen und mehr Dots."

Er habe damals selbst mit Begeisterung einen Zwergen-Priester gespielt und eine "lustige transatlantische Stammgruppe" gehabt, erklärt der seit vielen Jahren in Kanada lebende Spielejournalist. "Meine Frau und ich in Vancouver, zusammen mit Ex-Kollegen in München, obendrauf mein Bruder. Der hat sich aufopferungsvoll als 'Auf sie mit Gebrüll'-Tank auf die Monster gestürzt, während ich kaum mit dem Heilen hinterhergekommen bin."

Karsten Scholz, Redakteur bei den Magazinen Buffed und PC Games MMORE, außerdem WoW-Spieler der ersten Stunde, sagt: "Für viele Spieler war WoW das erste Online-Rollenspiel überhaupt, die erste große Liebe quasi, und mit der verbindet man viele besondere Erinnerungen." Scholz kann sich noch lebhaft an Spielerlebnisse in Azeroth erinnern. "Die ersten Siege über Raid-Bosse wie Ragnaros und Nefarian sowie das glückliche Geschrei im Teamspeak. Oder die unglaublich spannenden Schlachtfeld-Partien gegen die Stammgruppen der Allianz. Die stundenlangen Alteractal-Runden. Unsere Gildentreffen in Köln. Ach, es gibt so viele Highlights."

"Eine Community, die olle Kamellen religiös verehrt"

Doch verwässert der nostalgische Blick zurück nicht die Tatsache, dass das klassische WoW auch viele Baustellen und Probleme hatte? Davon ist George Zaal, ehemaliger Redakteur beim TV-Sender Giga und in der WoW-Szene vor allem unter seinem Youtube-Alias Barlow bekannt, überzeugt. "Menschen reden sich gerne ein, dass ‚damals' alles toll war und heute irgendwie alles den Bach runtergeht. Und das trifft sicher nicht nur auf Spieleserien zu", sagt der WoW-Experte Golem.de.

"Wenn etwas 'retro' ist, ist es gut. Ich lese mittlerweile fast täglich Postings, wo Spieler von alten Mechaniken schwärmen, die universell verhasst waren, als sie aktueller Content waren. Heute allerdings sind sie nicht mehr aktuell, folglich retro, folglich großartig."

 In WoW Classic ist der Weg das ZielUnd das sagt Blizzard selbst 
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EinBenutzername 15. Apr 2019

@Hotohori: Bin absolut deiner Meinung! Zu der Aussage "Man muss nicht alles haben" kommt...

JackIsBlack 15. Feb 2019

Es werden sehr wenige sein, die ihren Job oder Ausbildung aufgegeben haben. Zudem ist ein...

quineloe 15. Feb 2019

EverQuest hat das seinerzeit einfach so gemacht, dass durch die neue Expansion nicht...

oxybenzol 15. Feb 2019

In Tausendwinter gabs nen Raid, den nur die Gewinner betreten konnten. Die Bosse haben...

Ohho 15. Feb 2019

Das beschreibt dann eigentlich den typischen Casual! Jetzt verstehe ich noch weniger...


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