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In WoW Classic ist der Weg das Ziel

Die Macher haben anlässlich der Blizzcon 2018 für Besitzer eines virtuellen Tickets eine Demoversion von WoW Classic veröffentlicht sowie einen Zeitplan für die Veröffentlichung des Classic-Contents genannt.

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Demnach sollen die zahlreichen Inhalte der Urversion wie damals sukzessive freigeschaltet werden - inklusive des berühmt-berüchtigten Ingame-Events rund um die Öffnung der Tore der Schlachtzugs-Instanz Ahn'Qiraj, das im Original im Januar 2006 stattfand.

In Classic ist der Weg das Ziel

Auch wenn das klassische WoW nun offiziell in den Startlöchern steht: Illegale, meist kostenlose Classic-Privatserver sind nach wie vor sehr beliebt. So auch der Nostalrius-Nachfolger Elysium. Golem.de hat dort einen Charakter erstellt, um mit Spielern zu chatten und sie zu befragen, weshalb sie ein fast 15 Jahre altes WoW der aktuellen Version vorziehen. Der Tenor bei den meisten Elysium-Nutzern: Das aktuelle WoW ist viel zu sehr auf das Endgame nach Erreichen der Höchststufe, das schnellstmögliche Absolvieren von Dungeons und Raid-Instanzen sowie das schnelle Abstauben epischer Ausrüstungsgegenstände ausgerichtet.

"In Vanilla ist der Weg noch das Ziel", sagt der Spieler Ysaten, ein 40-jähriger Kirgise, der in Italien lebt und WoW schon von Anfang an gespielt hat. "Hier macht das Questen einen großen Bestandteil des Spiels aus und das, was du auf dem Weg zu Level 60 (die Höchststufe in Classic, Anm. d. Red.) zusammen mit den anderen Spielern in Azeroth erlebst."

Während ihm die ersten beiden Erweiterungen The Burning Crusade und Wrath of the Lich King trotz erster Vereinfachungen und Gameplay-Modifikationen noch sehr gut gefallen hätten, sei für ihn mit dem dritten Addon Cataclysm Schluss gewesen. "Als Blizzard den Schlachtzugsbrowser eingeführt hat, ging WoW endgültig den Bach runter. Auf einmal bekam man epische Items hinterhergeworfen, der Tonfall in der Community wurde immer rauer und alles musste nur noch schnell-schnell gehen."

  • Feiert in WoW Classic ein feuriges Comeback: Endboss Ragnaros aus dem 40-Spieler-Schlachtzug "Der Geschmolzene Kern". (Bild: Blizzard/Screenshot: Golem.de)
  • In der Blizzcon-Demo zu WoW Classic konnten Besitzer eines virtuellen Tickets mit einer Rasse und Klasse ihrer Wahl direkt auf Charakterstufe 15 einsteigen und bis Level 19 das Brachland für die Horde und Westfall für die Allianz erkunden. (Bild: Blizzard/Screenshot: Golem.de)
  • Der alte Talentbaum von World of Warcraft war in der Classic-Demo schon enthalten. (Bild: Blizzard/Screenshot: Golem.de)
  • In der Urversion von World of Warcraft trafen Spieler an jeder Ecke auf brandgefährliche Feinde - wie diesen Elite-Gegner in den Ruinen von Alterac. (Bild: Blizzard/Screenshot: Nobbie)
  • Eine weitere Szene aus dem ursprünglichen World of Warcraft: Die Öffnung der Tore von Ahn'Qiraj fand Anfang 2006 statt und gilt bis heute als eines der epischsten Ingame-Events des Online-Rollenspiels. (Bild: Blizzard/Screenshot: Nobbie)
  • Unterwegs in geheimer Mission: Golem.de plauderte ingame mit Spielern des Classic-Privatservers Elysium. (Bild: Blizzard/Screenshot: Golem.de)
  • Heinrich Lenhardt war Chefredakteur des Spielemagazins Power Play, Gründer der Zeitschrift PC Player sowie an Konzeption und Entstehung von Buffed beteiligt. (Bild: Heinrich Lenhardt)
  • Karsten Scholz arbeitet als Redakteur für Buffed und PC Games MMORE. Seinen Untoten-Schurken "Creep" spielt er in WoW seit dem Frühjahr 2005. (Bild: Karsten Scholz)
  • Diplom-Psychologe Alexander von Bethmann-Hollweg hat bis zu Wrath of the Lich King leidenschaftlich WoW gespielt. (Bild: Alexander von Bethmann-Hollweg)
  • Brian Birmingham ist Lead Software Engineer bei Blizzard und arbeitet bereits seit 2006 an WoW. Er will mit WoW Classic ein Stück Spielkultur bewahren. (Bild: Blizzard)
  • Senior Software Engineer Omar Gonzalez ist seit fast 16 Jahren bei Blizzard. (Bild: Blizzard)
Unterwegs in geheimer Mission: Golem.de plauderte ingame mit Spielern des Classic-Privatservers Elysium. (Bild: Blizzard/Screenshot: Golem.de)

Auf Elysium finde Ysaten das ursprüngliche Spielerlebnis und eine treue, meist geduldige Community wieder. "Klar, Classic ist sicherlich kein perfektes Spiel und bei weitem nicht so zugänglich wie das heutige WoW, es hat viele Ecken und Kanten. Aber das Gemeinschaftsgefühl ist einfach wesentlich stärker. Die Spieler auf einem Server kennen und respektieren sich."

Der soziale Faktor ist auch für den Spieler Barithebeck ein Hauptgrund dafür, dass er Vanilla dem modernen WoW vorzieht. "Aufgrund des fehlenden Matchmakings und der Beschränkung auf einen Server ohne realmübergreifende Zonen muss ich mir hier noch gezielt Mitspieler suchen und mich mit ihnen verständigen. Das heutige WoW empfinde ich als anonym und kalt." Zudem sei das Gefühl, sich mit der Investition von Zeit und Können wirklich etwas erspielt zu haben, in Classic wesentlich befriedigender.

"Ein Epic ist hier noch richtig was wert, mein Krieger-Tank trägt es womöglich für viele Monate. In Battle for Azeroth zockst du ein paar Tage und bist komplett lila eingekleidet, das ist ein Witz." Ihm sage der sperrige Ansatz und die Komplexität des klassischen WoW mehr zu: "Das alte Talentsystem, die Resistenzen, die Cooldowns der Buffs, die zahlreichen Charakterattribute wie Verteidigungswert, Trefferwert und Waffenfähigkeit, das Skillen der Berufe, die Munition für Schusswaffen ... Vanilla fordert mich als Spieler einfach viel mehr und belohnt mich für die Zeit, die ich ins Spiel stecke."

Die Lust an der Entschleunigung

Neben Vanilla-Veteranen tummeln sich auf Elysium jedoch auch jüngere Spieler, die WoW erst mit den späteren Erweiterungen kennengelernt haben und aus Neugier auf die klassische Version ausgewichen sind. Wie der 20-jährige Student Balsamic aus Cape Cod im US-Bundesstaat Massachusetts, der mit Begeisterung einen Priester-Heiler spielt. "Mir gefällt Battle for Azeroth nicht, also habe ich mir Classic einfach mal angeschaut, weil ich schon so oft gehört habe, dass es so toll gewesen sein soll."

Und ja, er habe schnell Gefallen an dem entschleunigten Spielgefühl und der deutlich langsameren Levelphase gefunden. Für ihn fühle sich Vanilla viel mehr nach einem echten Rollenspiel an: "Die ganze Welt steckt voller Gefahren und ich muss immer höllisch aufpassen, dass ich nicht zu viele Gegner auf einmal angreife. Hier bin ich Teil eines epischen Abenteuers. Das ist in der Live-Version von WoW überhaupt nicht der Fall."

 WoW Classic: World of Warcraft und die Macht der NostalgieEchte Abenteuer in Azeroth 
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EinBenutzername 15. Apr 2019

@Hotohori: Bin absolut deiner Meinung! Zu der Aussage "Man muss nicht alles haben" kommt...

JackIsBlack 15. Feb 2019

Es werden sehr wenige sein, die ihren Job oder Ausbildung aufgegeben haben. Zudem ist ein...

quineloe 15. Feb 2019

EverQuest hat das seinerzeit einfach so gemacht, dass durch die neue Expansion nicht...

oxybenzol 15. Feb 2019

In Tausendwinter gabs nen Raid, den nur die Gewinner betreten konnten. Die Bosse haben...

Ohho 15. Feb 2019

Das beschreibt dann eigentlich den typischen Casual! Jetzt verstehe ich noch weniger...


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