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World Wide Wind: Norwegisches Unternehmen entwickelt neuartige Windturbine

Eine ungewöhnliche Form hat die Windkraftanlage des norwegischen Unternehmens World Wide Wind. Ein Prototyp soll 2026 fertig sein.
/ Werner Pluta
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Künstlerische Darstellung einer CRVT von World Wide Wind (Bild: World Wide Wind)
Künstlerische Darstellung einer CRVT von World Wide Wind Bild: World Wide Wind

Mehr Strom aus Wind: Das norwegische Unternehmen World Wide Wind hat eine Windturbine mit zwei Rotoren entwickelt, die enger zusammenstehen können als herkömmliche Windturbinen. Gedacht sind diese Vertical-Axis Wind Turbines (VAWT) für den Einsatz auf See.

Contra-Rotating Vertical Turbine (etwa: gegenläufige vertikale Turbine, CRVT) nennt World Wide Wind(öffnet im neuen Fenster) seine Windanlage. Der untere der beiden Rotoren ist dabei fest mit dem Mast verbunden. Der obere ist an einer Welle befestigt, die im Mast verläuft. Der Generator sitzt, zusammen mit dem Ballast und dem Schwimmer, am unteren Ende der Anlage.

Der Mast dient dabei als Stator, die Achse als Rotor. So soll die relative Drehgeschwindigkeit im Vergleich zu einem festen Stator vergrößert werden, was wiederum die Stromausbeute vergrößern soll.

Eine CRVT hat kein Getriebe

Diese CRVT sollen einige Vorteile gegenüber konventionellen Windkraftanlagen mit einer horizontalen Achse haben. Einer sei, dass das System ohne ein Getriebe auskommt, der Aufbau also einfacher und wartungsärmer ist, erklärt das Unternehmen auf seiner Website.

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Eine CRVT muss sich anders als eine konventionelle Windturbine nicht nach dem Wind drehen, sondern kann von allen Seiten angeströmt werden. Sie neigt sich ähnlich wie ein Segelboot im Wind. Zusammen mit der Form der Rotorblätter sollen dadurch im Nachlauf weniger Turbulenzen entstehen. Das wiederum soll es ermöglichen, die Windkraftanlagen enger aufzustellen.

Es soll möglich sein, die CRVT bis zu einer Größe von 400 Metern zu bauen, um eine Leistung von 40 Megawatt geliefert zu bekommen. Zum Vergleich: Die aktuell leistungsfähigsten Windkraftanlagen sind die Prototypen der Haliade-X von General Electric und der SG 14-222D von Siemens Gamesa mit einer Leistung von jeweils 14 Megawatt. Vestas baut eine mit 15 Megawatt, Mingyang Wind Power eine mit 16 Megawatt.

Bisher gibt es jedoch nur Konzeptzeichnungen auf der Website von World Wide Wind. Bis 2026 will das Unternehmen einen Prototyp mit einer Leistung von 3 Megawatt fertigstellen, wie ein Sprecher dem Erneuerbare-Energien-Branchendienst Recharge(öffnet im neuen Fenster) sagte. Dann wird sich zeigen, ob die CRVT eine bahnbrechende Erfindung oder nur eine Luftnummer ist.


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