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Workflow: Arbeite lieber asynchron!

Die Arbeit im Homeoffice ist geprägt von Ablenkung und Terminen. Dabei geht es auch anders: mit asynchroner Kommunikation.

Artikel von Eike Kühl veröffentlicht am
Hier ist "asynchron" keine Option.
Hier ist "asynchron" keine Option. (Bild: Catherine Ivill/Getty Images)

Homeoffice! In der Zeit vor Corona schien der Gedanke an die regelmäßige Arbeit von zu Hause für viele Menschen fast paradiesisch. Homeoffice, das bedeutete doch sicher: länger schlafen, kein Stau, keine überfüllte S-Bahn. Und: sich die Arbeit selbst einteilen, öfter Pausen einlegen, nachweislich produktiver und konzentrierter sein. Arbeiten ohne Ablenkung und zwischendurch trotzdem eine Folge der Lieblingsserie auf Netflix schauen, eine Runde joggen gehen oder die Kinder aus der Kita abholen! Das ist Homeoffice. In der Theorie.

Inhalt:
  1. Workflow: Arbeite lieber asynchron!
  2. Schriftliche Kommunikation sorgt für mehr Transparenz

Nach einigen Monaten im pandemiebedingten Homeoffice sieht die Realität für viele Menschen anders aus. Noch im Bett greifen sie zum Smartphone, lesen und beantworten die ersten Nachrichten und E-Mails.

Das Klopfgeräusch von Slack beim Eingehen neuer Nachrichten ist das Metronom ihres Arbeitsalltags: Tock-tock. "Teammeeting in 10 Minuten" Tock-tock. "Hast du schon die E-Mail von Marketing beantwortet?" Tock-tock. "Bitte noch dein Feedback zur Sprint-Review eintragen." Tock-tock. "Petra hat morgen Geburtstag, willst du was zum Geschenk beisteuern?"

Chat-Apps, Telefonate, Videokonferenzen, mit den Kollegen vereinbarte Kaffeepausen: Das Homeoffice ist in vielen Fällen zu einer Emulation des Büros geworden - vor allem in Unternehmen, die vor der Coronavirus-Pandemie noch keine richtige Working-from-Home-Kultur etabliert hatten.

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Doch während viele Arbeitgeber die vermeintlichen Vorzüge von Tools wie Slack, Zoom und Microsoft Teams loben, die Kommunikation in Echtzeit ermöglichen, sollte vielleicht auch einmal hinterfragt werden, ob die ständige Ansprechbarkeit wirklich die besten Ergebnisse liefert. Oder ob nicht viel eher mal das Gegenteil getestet werden sollte: nämlich asynchrone Kommunikation.

Selbst E-Mail ist nicht immer asynchron

Asynchrone Kommunikation ist - Überraschung! - das Gegenteil von synchroner Kommunikation. Persönliche Gespräche, Telefonate und Videochats finden synchron statt, weil zwei oder mehr Gesprächspartner direkt miteinander kommunizieren. Asynchrone Kommunikation, kurz Async, läuft dagegen zeitversetzt ab; die Nachricht wird verschickt, ohne dass sofort eine Antwort erwartet wird. Geantwortet wird, wenn es am besten passt. Das bekannteste asynchrone Kommunikationsmittel ist E-Mail: Wer eine E-Mail verschickt, hofft allenfalls darauf, dass sie möglichst schnell beantwortet wird. Aber niemand erwartet es.

Keine Sorge, asynchrone Kommunikation heißt deshalb nicht, dass künftig alle noch mehr E-Mails verschicken sollen als ohnehin schon. Zumal eine Studie im Jahr 2015 ergab, dass die meisten E-Mails, die mit der Arbeit zu tun haben, innerhalb von zwei Minuten beantwortet werden - was fast schon wieder synchron ist.

Das Gleiche gilt für Tools wie Slack oder Google Chat: Natürlich kann auch hier erst Stunden später auf eine Nachricht geantwortet werden. Doch wie der Name Instant Messaging bereits verrät, erwarten die Absender in der Regel eine schnellere Antwort. Nach einer Stunde ohne Reaktion wird deshalb lieber nochmal nachgefragt: "@here: Hey, hast du meine Nachricht schon gelesen?" Tock-tock.

"Seichte" und "tiefe" Arbeit

Die Fans asynchroner Kommunikation wollen genau solche Nachrichten und Nachfragen auf ein Minimum reduzieren. "Der Trend zur Kommunikation in Echtzeit bedeutet, dass der durchschnittliche Arbeitnehmer seinen Arbeitstag vor allem um Meetings herum planen muss, nur um zwischendurch ständig durch E-Mail und Slack abgelenkt zu werden", schreibt Amir Salihefendic, Gründer der Firma Doist, die unter anderem die Produktivitäts-App Todoist entwickelt.

Er unterscheidet zwischen shallow work und deep work, also zwischen seichter und tiefer Arbeit - ein Konzept, das der Autor und Informatikprofessor Cal Newton vor einigen Jahren erstmals beschrieb. Synchrone Kommunikation fördere vor allem seichte Arbeit: E-Mails lesen, Updates geben, Fragen beantworten.

Statt Produktivität stehe hier die Konnektivität im Mittelpunkt: Jeder soll möglichst jederzeit für alle anderen verfügbar sein. Tiefe Arbeit dagegen umfasst all das, für das es längere Zeit der Konzentration bedarf: Programmieren, Präsentationen vorbereiten, Texte schreiben. Je mehr asynchron kommuniziert werde, desto mehr Zeit bleibe für genau diese deep work, argumentiert Salihefendic. Und das bedeute letztlich mehr Produktivität.

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Schriftliche Kommunikation sorgt für mehr Transparenz 
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Neuro-Chef 29. Jul 2020

LineageOS ohne Google-Dienste hilft. Ohne FCM kommen nur Signal-Nachrichten, SMS und...

mke2fs 28. Jul 2020

Telefon ist super unhöflich und aufdringlich. E-Mails werden häufig nur einmal am Tag...

Clown 28. Jul 2020

Nie? Ich kanns mir ehrlich gesagt gar nicht ohne Ticketsystem vorstellen. Zumindest, wenn...

Potrimpo 28. Jul 2020

Völlig korrekt. Gilt für jede Arbeit. Warum der Bezug auf Home-Office (im Artikel...

ranzassel 28. Jul 2020

Kann ich dem TE nur zustimmen. Ich sehe das auch sehr häufig, Leute fangen ohne Grund an...


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