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Wir müssen uns um alles kümmern

Workers & Resources: Soviet Republic ist Mikromanagement pur. Wir können nicht nur Arbeitern die Arbeitsstätten zuweisen, Warenmengen in den Lagern bestimmen, Transport- und Fahrwege festlegen und selbst die Anzahl der Waggons unserer Züge bestimmen; wer erfolgreich sein will, der muss das auch tun. Wer in einer Mangelwirtschaft Bauprojekte durchziehen will, kommt nicht darum herum, Arbeiter und Baumaterialien händisch zuzuweisen. Arbeiter, die in einem Wohnblock leben, können auf verschiedene Fabriken verteilt werden; wir können sogar prozentual einstellen, wie viele Arbeiter in welcher Fabrik arbeiten sollen. Sollte es zu wenige Arbeiter geben, können wir auch Personal aus befreundeten Staaten anfordern.

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Das Mikromanagement erstreckt sich auf nahezu alle Bereiche des Spiels: Bauen wir eine Lebensmittelfabrik, müssen wir den Transport der Ressourcen von unserer Farm mit Lastwagen organisieren. Wir können auch Rohstoffe im Ausland kaufen. Die fertigen Lebensmittel müssen zu einem Supermarkt transportiert werden - machen wir das nicht, müssen wir auch hier gegen Geld Waren importieren. In Workers & Resources: Soviet Republic handeln wir stets mit zwei Währungen: Rubel und US-Dollar, also Devisen. Diese Zweiteilung der Finanzen ist realistisch und stellte beziehungsweise stellt zahlreiche sozialistische Staaten vor große Probleme. Entsprechend müssen wir uns entscheiden, mit welchen Rohstoffen wir mit unseren sozialistischen Freunden handeln und welche Dinge wir vom kapitalistischen Feind kaufen beziehungsweise an ihn verkaufen.

  • In Workers & Resources: Soviet Republic verwalten wir ein sozialistisches Land mit einer Planwirtschaft. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Wir müssen nicht nur Städte bauen, sondern sie auch umfangreich verwalten. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Einwohner eines Wohnblocks müssen wir auf verschiedene Fabriken für die Arbeit verteilen. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Dabei gilt es die Länge der Laufwege zu beachten - ist ein Weg zu weit, müssen wir einen Bus einrichten. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Die Konstruktionsmenüs sind umfangreich und nicht immer übersichtlich. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Wichtig ist ein regelmäßiger Blick auf den Ressourcenstatus: Je nach Versorgungslage müssen wir Arbeiter unterschiedlich einsetzen oder auch mal Rohstoffe importieren. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Die Handelsstatistik von Workers & Resources: Soviet Republic ist umfangreich. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Leider gibt es kein Tutorial, Spieler werden einfach in eine leere Landschaft geworfen. Etwas Unterstützung gibt es durch das Hilfemenü. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Bei unseren Industrieanlagen müssen wir auch die Stromversorgung beachten. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Ein Gitternetz soll helfen, Unebenheiten vor dem Bau zu erkennen. Wir hatten beim Spielen aber mitunter Probleme mit der Ansicht. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Workers & Resources: Soviet Republic bietet eine Reihe an Fahrzeugen, die wir für unsere Zwecke einsetzen können. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Sie sind Originalfahrzeugen nachempfunden und eigenen sich für unterschiedliche Anwendungen. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Die Auswahl an Fahrzeugen ist groß. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Ein Grenzübergang, an den wir Waren für den Export liefern können. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Eine unserer größeren Städte mit beeindruckendem Ostblock-Charme (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Auch Bahnlinien müssen wir planen - sowohl für den Personen- als auch für den Warenverkehr. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Ein Hauptquartier der kommunistischen Partei schadet nie. Ein nettes Detail: Wir können alle Arbeiter anklicken und erhalten persönliche Informationen zu ihnen. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Auch Straßenfahrzeuge für den Gütertransport müssen wir kaufen, die Route müssen wir ebenfalls selber planen. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Bestimmte Industrieanlagen lassen sich direkt über Förderbänder verbinden. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Das Verteilungsschema unseres Kohlekraftwerkes (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Ein kurzer Förderweg verbindet das Kohlekraftwerk mit einem Außenlager. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Unsere medizinische Universität könnte ein paar mehr Professoren vertragen. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Alle Geschäfte und Fabriken bieten uns umfangreiche Informationen und Steuerelemente an. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Auch zu Feldern gibt es umfangreiche Informationen. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Unser Rundfunkhaus hat noch keine Moderatoren. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Auch eine Kathedrale gibt es in unserem Ort. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Unser Shoppingcenter sieht so einladend aus wie das Centrum-Warenhaus am Alexanderplatz in Berlin. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
  • Zu Hause ist es doch am schönsten. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)
Workers & Resources: Soviet Republic bietet eine Reihe an Fahrzeugen, die wir für unsere Zwecke einsetzen können. (Bild: 3Division Entertainment/Screenshot: Golem.de)

Die enorme Spieltiefe ist herausfordernd, macht aber Spaß - Workers & Resources: Soviet Republic ist eine Herausforderung. Frei von Fehlern oder nervigen Elementen ist das Spiel aber nicht, was uns bereits beim Bau der ersten Häuser und Straßen auffällt. Ziehen wir beispielsweise mit der Maus eine Straße, wird diese nicht sofort bei der Bewegung des Mauszeigers gebaut, sondern erst als eine gedachte Linie auf die Karte projiziert. Das Problem dabei ist: Es handelt sich um eine Luftlinie, Kurven können wir also nur dann sinnvoll platzieren, wenn wir zwischendrin immer wieder absetzen. Und auch dann bringt uns der Straßenbau schnell zur Weißglut: Zu oft passiert es uns, dass wir ein Gebäude bauen, dessen Straßenanbindung anschließend wegen zu enger Kurvenradien nicht möglich ist. Zwar ist es schön und gut, dass wir aus zahlreichen verschiedenen Straßenarten wählen können, der Baumechanismus macht uns allerdings wahnsinnig.

Das betrifft nicht nur die Straßen: Auch der Bau größerer Strukturen ist mitunter umständlich. Wie bei vielen Simulationsspielen können wir Gebäude nur auf ebenen Flächen bauen; in Workers & Resources: Soviet Republic können wir beim Bau eines Gebäudes selbst den Boden einebnen lassen, was aber nicht bei sehr hügeligem Gelände funktioniert. Dann müssen wir per Hand einebnen, was trotz eines Gitternetzes äußerst unübersichtlich ist. Auch beim Bau von Gleisen haben wir so unsere Probleme. Besonders beim Bau der langen Strecke zur Grenze mit unserem sozialistischen Nachbarn hat die Kombination aus Luftlinien-Mechanismus und stellenweise notwendiger manueller Einebnung des Geländes unsere Geduld auf die Probe gestellt. Am Ende haben wir die Strecke in kleineren Einzelabschnitten fertiggestellt, was wir umständlich finden.

In einer Wirtschaftssimulation eigentlich unnütz, aber doch ein atmosphärisch schönes Element sind die original- und zeitgetreuen Fahrzeuge und Züge im Spiel. Die Modelle sind zwar nicht sehr detailreich, aber das geübte Auge erkennt Barkas und IFA-Lkw trotzdem sofort. Die große Anzahl an scheinbar gleichartigen Fahrzeugen im Spiel verwirrt auf den ersten Blick. Doch sie unterscheiden sich im Preis, der Transportkapazität, Geschwindigkeit und Benzinverbrauch. Gerade auf den höheren Schwierigkeitsgraden gilt es dann genau abzuwägen, um zum Beispiel nicht zu viel Geld für Benzinimporte auszugeben.

Fazit

Workers & Resources: Soviet Republic ist eine beeindruckend umfangreiche Wirtschaftssimulation, die sich auch auf das Verkehrswesen erstreckt. Wir müssen im Spiel nahezu alle Bereiche unseres Staates im Auge behalten. Nur so lässt sich verhindern, dass wir irgendwann pleitegehen, weil wir zu viel Geld für Importe ausgegeben haben, etwa für Kohle oder Lebensmittel.

Das Spiel ist dabei so komplex, dass wir die Bewohner einzelner Wohnblöcke prozentual auf verschiedene Arbeitsstätten aufteilen müssen. Das ist in unserer Mangelwirtschaft auch notwendig: Irgendetwas fehlt immer, weshalb wir flexibel Arbeiter zuteilen müssen. Das ist in Workers & Resources: Soviet Republic sehr gut umgesetzt.

Wer wie in Sim City oder der Anno-Serie schön in Planquadrate und Funktionen aufgeteilte Städte bauen will, wird in W&R zwangsläufig scheitern. Das verhindern das Höhenmodell der Karte und der Zwang, die Länge der Laufwege im Auge zu behalten. Aber auch die über die Karte verstreuten Lagerstätten für Kohle, Erz und Öl erzwingen zwangsläufig den Bau teils isolierter Industriegebiete.

Hinter all den grauen Plattenbauten, klapprigen Lkw und schmuddeligen Fabriken steckt eine komplexe Wirtschafts-, Sozial- und Infrastruktursimulation. Wem Sim City und die Anno-Serie mittlerweile zu einfach sind, der sollte trotz aller Macken zu Workers & Resources: Soviet Republic greifen. Wir haben bislang 30 Stunden im Spiel verbracht und trotzdem noch das Gefühl, ganz am Anfang zu stehen.

Workers & Resources: Soviet Republic ist bei Steam erhältlich und kostet 22 Euro. Das Spiel ist aktuell noch im Early Access erhältlich, die von uns kritisierten Punkte könnten also noch verbessert werden.

 Workers & Resources im Test: Vorwärts immer, rückwärts nimmer
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JouMxyzptlk 24. Apr 2019

Thx.

quineloe 18. Apr 2019

Sorry, aber ein Spiel, wo du hunderte von Arbeitern intensiver micron musst als einen Sim...


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