Wolfspeed: Unsicherheit um US Chips Act gefährdet Siliziumkarbidpionier

Eigentlich wollte Wolfspeed für zwei(öffnet im neuen Fenster) Bauprojekte(öffnet im neuen Fenster) insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar aus dem US Chips Act erhalten, dem unter der Biden-Regierung aufgelegten, 52 Milliarden US-Dollar schweren Förderprogramm für die Halbleiterbranche in den USA. Doch während etwa Intel, Samsung und TSMC kurz vor Ende der Amtszeit von Ex-US-Präsident Joe Biden Förderbescheide erhielten, stehen die für Wolfspeed aus. Das bringt den Pionier bei Siliziumkarbid-Halbleitern in enorme Bedrängnis, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Denn Wolfspeed benötigt die Förderung dringend, das Unternehmen hat seit 2024 Finanzierungsprobleme . Die führten bereits zum Aus der im saarländischen Ensdorf in Kooperation mit ZF geplanten Halbleiterfabrik . Auch Investoren sind mittlerweile nervös, allein am 28. März 2025 stürzte die Aktie um fast 50 Prozent ab.
Der Grund für die Unsicherheit ist die Kritik von US-Präsident Donald Trump am US Chips Act. Er hält das Förderprogramm für eine "schreckliche Sache" , die er am liebsten abschaffen würde . Sollte Wolfspeed die erwarteten Subventionen nicht erhalten, wird es für das Unternehmen, das seit Jahren Verluste macht, schwer, aus seiner angespannten finanziellen Situation herauszufinden.
Wolfspeed selbst veröffentlichte am 28. März eine Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) , laut der man eine Steuergutschrift in Höhe von 192,1 Millionen US-Dollar für die Jahre 2023 und 2024 erhalten habe. Mit dem US-Handelsministerium und dem Weißen Haus befinde man in "konstruktiven Gesprächen" bezüglich der Subventionen. Insgesamt rechnet das Unternehmen mit Steuernachlässen von rund einer Milliarde US-Dollar. Ob die aber wirklich kommen, ist angesichts der Unvorhersehbarkeit der Trump-Regierung keineswegs sicher.
Weiterer Absturz befürchtet
Anleger zumindest scheint dies bislang nicht beruhigt zu haben. Der Aktienkurs blieb nach dem Absturz auf niedrigem Niveau, zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Textes hat der Handel an den US-Börsen noch nicht wieder begonnen. Beunruhigend ist allerdings, dass laut Reuters aktuell rund ein Drittel der Aktien als Short-Option gehalten wird. Investoren rechnen also mit einem weiteren Nachgeben der Aktie, die in Spitzenzeiten bei fast 140 US-Dollar notierte. So niedrig wie aktuell war der Kurs laut Reuters zuletzt 1998, als das Unternehmen, das damals noch Cree hieß, erst fünf Jahre an der Börse notiert war.
Mit Robert Feurle, der zuletzt bei Ams-Osram in leitender Position tätig war, hat Wolfspeed seit dem 27. März 2025 wieder einen CEO(öffnet im neuen Fenster) .



