Wolfenstein 2: Hitler statt Heiler möglicherweise auch in Deutschland

Im August 2018 hat die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) beschlossen, dass Hakenkreuze und ähnliche Symbole in Computerspielen nicht mehr grundsätzlich entfernt werden müssen. Jetzt hat sich erstmals eine staatliche Behörde zu einem ähnlichen Schritt entschlossen: Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hat Anfang Dezember 2018 entschieden, dass die internationale Version von Wolfenstein 2 nicht auf dem Index landet - obwohl sie Hakenkreuze enthält.
In der deutschen Version sind diese Symbole nicht zu sehen. Außerdem tritt am Ende der Handlung statt Hitler ein Herr Heiler auf - ohne das typische Bärtchen. Grund für Entscheidung der BPjM ist nach einem Bericht von Gameswirtschaft(öffnet im neuen Fenster) die Tatsache, dass "die vom Spieler kontrollierte Hauptfigur keinen Zweifel an ihrer Gesinnung lässt und klar 'das Böse' bekämpft." Die konkrete Begründung der Bonner Behörde ist nicht öffentlich. Publisher Bethesda prüft nun gemeinsam mit der USK, ob die internationale Version von Wolfenstein 2 auch in Deutschland veröffentlicht wird.

Das Interesse aus der Community dürfte vorhanden sein: Wolfenstein 2 hat sich zwar sehr gut verkauft. Vielen Spielern gingen die Änderungen aber zumindest laut Beiträgen in Foren und im sozialen Netz zu weit, sodass sie auf eine Anschaffung verzichtet haben. Bethesda war für die Entscheidung, das Spiel geschnitten auf den Markt zu bringen, stark kritisiert worden.
Wolfenstein 2 ist Ende Oktober 2017 auf den Markt gekommen. Das düster-brutale Actionspiel hat bei Tests in aller Welt sehr gut abgeschnitten - auch bei Golem.de . Informationen über eine Fortsetzung gibt es bislang nicht, allerdings sind aus der Gerüchteküche immer wieder Spekulationen zu hören, dass das schwedische Entwicklerstudio Machinegames an einem dritten Teil arbeite. Der könnte dann tatsächlich auch in Deutschland mit Hitler und Hakenkreuzen erscheinen.



