Abo
  • Services:

Wolfenstein 2: "Das Ursprüngliche im Kampf gegen die Nazis"

Auch die Guten kämpfen ohne Gnade - muss das sein? Golem.de hat sich mit Jens Matthies, dem Kreativchef von Wolfenstein 2, über harte Actionszenen und ihre Aussage unterhalten.

Ein Interview von veröffentlicht am
Jens Matthies, der Kreativchef von Wolfenstein 2
Jens Matthies, der Kreativchef von Wolfenstein 2 (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

Das Ende 2017 veröffentlichte Wolfenstein 2 (Test auf Golem.de) hat mit seiner Mischung aus teils extrem brutal in Szene gesetzter Action und sensibel erzählten Stellen für Diskussionen gesorgt. Am Rande der Entwicklerkonferenz GDC 2018 in San Francisco hat Golem.de mit Kreativchef Jens Matthies vom schwedischen Entwicklerstudio Machine Games über den Titel gesprochen.

Stellenmarkt
  1. cab Produkttechnik GmbH & Co. KG, Sömmerda
  2. Kroschke sign-international GmbH, Braunschweig

Golem.de: Wolfenstein 2 schickt Spieler in einen ziemlich brutalen Kampf gegen ein Naziregime. Wäre es nicht sinnvoll gewesen, die Widerstandsgruppe rund um die Hauptfigur B.J. Blazkowicz zumindest etwas weniger gewaltsam vorgehen zu lassen?

Jens Matthies: Nein, weil es in Wolfenstein genau darum geht: Nazis brutal zu töten. Wenn du Heavy Metal machst, mischst du ja auch keinen Techno dazu.

Golem.de: Aber es gibt ja auch sehr sensibel erzählte, längere Szenen aus der Kindheit der Hauptfigur.

Matthies: Als wir mit dem ersten Wolfenstein angefangen haben, haben wir uns natürlich intensiv mit dem von id Software produzierten Wolfenstein 3D aus den 90er Jahren beschäftigt. Für uns war offensichtlich, dass die Jungs damals keine abstrakten Überlegungen angestellt hatten. Sie haben einfach Sachen, die sie mochten, reingepackt und fertig.

Und diese Einstellung wollten wir beibehalten. Wir wollten sehr frei sein in dem, was wir und wie wir erzählen. Ich finde es aber ausgesprochen interessant, wenn man die Kindheit der Hauptfigur kennt und weiß, was sie geformt hat. Wir wollten so den emotionalen Kern stärken, damit sich Spieler wirklich für die Charaktere interessieren.

Golem.de: Es gibt extreme Szenen, etwa die, in der die hochschwangere Frau des Helden blutüberströmt und halbnackt in einem Kampf auf Leben und Tod zu sehen ist. Das ist sehr intensiv und verstörend. Warum gibt es etwa diese Stelle?

Matthies: Anya wollte schon in unserem ersten Wolfenstein eine Widerstandskämpferin sein - sie weiß nur nicht, wie. Blazkowicz wiederum weiß genau, wie man kämpft. Auch das machte ihn für sie so anziehend. Nun hat sie viel gelernt.

Und dann kommt diese Szene, in der ihre ganzen Ängste und Minderwertigkeitsgefühle ein Ende finden, indem sie trotz ihrer Schwangerschaft kämpft. Wir haben bewusst eine Art Mutterrolle dargestellt, mit Feuer und Blut und Schweiß und allem, was dazugehört. Das Ursprüngliche im Kampf gegen die Nazis und ihre Maschinen.

Golem.de: Wolfenstein 2 ist politischer als die meisten anderen Spiele. Gab es darüber Diskussionen im Team?

Matthies: Wenn man ein Spiel über ein faschistisches Regime macht, dann wird das einfach politisch - daran führt kein Weg vorbei. Im Team wurde sehr früh entschieden, dass wir das durchaus herausstellen. Aber wir hätten es im Grunde auch nicht ignorieren können.

Golem.de: In Deutschland können bestimmte Symbole nicht dargestellt werden. Wie habt ihr sichergestellt, dass nicht doch irgendwo ein kleines Hakenkreuz übersehen wird?

Matthies: Mit wirklich riesigem Aufwand. Wir haben Systeme eingerichtet, durch die alle unsere Inhalte in zwei Kanäle eingespeist wurden. Aber natürlich rutscht auch mal etwas durch. Wir hatten deshalb eine Handvoll Mitarbeiter, die ein paar Monate nur darauf aufgepasst haben, dass da nichts schiefgeht.

Golem.de: Stört es Sie, dass Wolfenstein 2 in Deutschland in anderer Form als im Rest der Welt erschienen ist?

Matthies: Naja, das war uns ja von Anfang an klar. Für uns geht es eigentlich eher um die Frage, wie wir am besten damit umgehen, um auch den deutschen Spielern das bestmögliche Programm bieten zu können.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. beim Kauf ausgewählter Z370-Boards mit Intel Optane Speicher + Intel SSD
  2. 39,99€ statt 59,99€
  3. und 25€ Steam-Gutschein erhalten
  4. 1.099€

IT-Nerd-86 27. Mär 2018

Unsinn! Auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln von Mexiko-Stadt ist sexuelle...

IT-Nerd-86 27. Mär 2018

Manche wollen das scheinbar einfach nicht realisieren, daß dies eben dazugehört...

IT-Nerd-86 27. Mär 2018

Sinnfreie Diskussionen sind nervig und ganz klar "mimimi"...

IT-Nerd-86 26. Mär 2018

Wie bitte soll das eine Organisation bewerben? Faktisch existiert diese Organisation...

Trockenobst 26. Mär 2018

Es gibt da Horrorgeschichten aus den USA, von hartegesottenen Verbrechern, die nach...


Folgen Sie uns
       


Im Wind flatterndes AMOLED angesehen (Display Week)

Auf der Display Week 2018 in Los Angeles zeigt der chinesische Hersteller BOE ein im Wind flatterndes AMOLED.

Im Wind flatterndes AMOLED angesehen (Display Week) Video aufrufen
Business-Festival: Cebit verliert 70.000 Besucher und ist hochzufrieden
Business-Festival
Cebit verliert 70.000 Besucher und ist hochzufrieden

Cebit 2018 Zur ersten neuen Cebit sind deutlich weniger Besucher als im Vorjahr gekommen. Dennoch feiern Messe AG, Bitkom und Aussteller den Relaunch der Veranstaltung als Erfolg. Die Cebit 2019 wird erneut etwas verlegt.

  1. Festival statt Technikmesse "Die neue Cebit ist ein Proof of Concept"

Volocopter 2X: Das Flugtaxi, das noch nicht abheben darf
Volocopter 2X
Das Flugtaxi, das noch nicht abheben darf

Cebit 2018 Der Volocopter ist fertig - bleibt in Hannover aber noch am Boden. Im zweisitzigen Fluggerät stecken jede Menge Ideen, die autonomes Fliegen als Ergänzung zu anderen Nahverkehrsmitteln möglich machen soll. Golem.de hat Platz genommen und mit den Entwicklern gesprochen.
Von Nico Ernst

  1. Urban Air Mobility Airbus gründet neuen Geschäftsbereich für Lufttaxis
  2. Cityairbus Mit Siemens soll das Lufttaxi abheben
  3. Verkehr Porsche entwickelt Lufttaxi

Game Workers Unite: Spieleentwickler aller Länder, vereinigt euch!
Game Workers Unite
Spieleentwickler aller Länder, vereinigt euch!

Weniger Crunchtime, mehr Lunchtime: Die Gewerkschaft Game Workers Unite will gegen schlechte Arbeitsbedingungen in der Spielebranche vorgehen - auch in Deutschland.
Von Daniel Ziegener

  1. Spielebranche Neue Konsole unter dem Markennamen Intellivision geplant
  2. The Irregular Corporation PC Building Simulator verkauft sich bereits 100.000 mal
  3. Spielemarkt Download-Anteil bei Games steigt auf 42 Prozent

    •  /