Wochenrückblick: Vegas again, Baby!

Wir waren auf der CES: die Woche im Video.

Artikel veröffentlicht am , Martin Wolf
Es ist leerer in Las Vegas in diesem Jahr.
Es ist leerer in Las Vegas in diesem Jahr. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

CES Roundup

Wir waren in dieser Woche auf der CES in Las Vegas - und auch wenn es wegen der Pandemie wesentlich ruhiger zuging als sonst, gab es doch einiges zu sehen. Zum Beispiel einen sprechenden Roboter mit beunruhigend realen Gesichtsausdrücken. Nicht ganz so überzeugend war ein Löffel, der mit Elektrizität den Geschmack des Essens ändern sollte.

Aber auch die großen Hersteller zeigten ihre Neuheiten. Unter anderem Samsung mit einem transportablen Mini-Projektor und dem S21 FE - der Fan Edition des Galaxy S21. Mercedes stellte mit dem EQXX ein Konzept für ein besonders sparsames Elektroauto vor - es soll mit einer Ladung 1.000 Kilometer weit fahren können. Neue Fernseher zeigten Sony, LG und Samsung - Mini- und Micro-LED-Geräte sind dabei weiter auf dem Vormarsch.

Während Lenovo neue Thinkpads mit Ryzen 6000 präsentierte, arbeitet AMD bereits an Ryzen 7000, dann sollen alle CPU-Kerne mit bis zu 5 GHz laufen. Die neuen Chips sollen im zweiten Halbjahr 2022 erscheinen. Auch Intel zeigte neue CPUs für Laptops, die mit Apples M1 konkurrieren sollen. Von Razer gab es mit Projekt Sophia einen Konzept-Schreibtisch und mit Enki Pro Hypersense einen Stuhl mit Aktuatoren zu sehen. Beide werden wohl so schnell nicht in den Handel kommen.

Wir sind in Las Vegas eine Runde im ersten von Elon Musks Boring Company gegrabenen Tunnel gefahren. Die Teslas können kostenlos genutzt werden, um mehrere Orte auf dem Messegelände unterirdisch zu erreichen. Wir hatten allerdings Zweifel an der Brandschutzsicherheit des Systems - auch wenn die Fahrt schnell und angenehm war.

Exchange-Ausfall

Das Jahr begann mit einem Ausfall: Wegen eines Bugs in der Datumsüberprüfung konnten Millionen von Mails nicht zugestellt werden. Admins konnten den Fehler entweder manuell beheben oder ein von Microsoft bereitgestelltes Skript ausführen. Das Problem trat nur bei selbst gehosteten Instanzen von Exchange auf.

Daten gelöscht

Die Kyoto-Universität in Japan hat Ende 2021 77 TByte an Forschungsdaten verloren. Der Grund: Ein Script-Update hat die Backups von den Servern gelöscht. Betroffen sind 34 Millionen Dateien von 14 Forschungsgruppen. Etwa ein Drittel der Gruppen wird ihre Daten wohl nie wieder sehen, bestätigt die Universität. Der Vorfall ereignete sich zwischen dem 14. und 16. Dezember. Der Grund dafür lag bei einem fehlerhaften Skript von HPE - dem Betreiber des in der Universität genutzten Supercomputers.

Langes Plasma

Ein neuer Rekord ist in dem chinesischen Fusionsreaktor Experimental Advanced Superconducting Tokamak (East) aufgestellt worden. Es ist gelungen, mehr als eine Viertelstunde lang ein Plasma mit einer Temperatur von 17 Millionen Grad zu erhalten. East ist ein experimenteller Fusionsreaktor in Hefei in der ostchinesischen Provinz Anhui. Dort wird seit 2006 an der Nutzung der Kernfusion für die Energieerzeugung geforscht. 

Audi blieb liegen

Audi tritt zum ersten Mal bei der Rallye Dakar an und hatte gleich Pech. Ein Fahre lag auf dem zweiten Platz, als er mit einem Hindernis kollidierte und dabei die linke Hinterradaufhängung beschädigte. Zwei weitere Fahrer hatten Probleme mit der Navigation. Audi tritt in Saudi Arabien mit dem RS Q E-Tron an. Angetrieben wird das Fahrzeug von zwei jeweils 250 Kilowatt starken Motoren, die einen Allradantrieb ermöglichen. Der Motor stammt aus dem aktuellen Formel-E-Fahrzeug von Audi.

Betrug bei Theranos

Die einstige US-Vorzeigeunternehmerin Elizabeth Holmes ist des Betrugs an Investoren schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen sahen vier von insgesamt elf Anklagepunkten als erfüllt an, wie aus Gerichtsunterlagen hervorging. Holmes hatte das letztlich gescheiterte Bluttest-Start-up Theranos gegründet und mehrere Hundert Millionen US-Dollar bei Investoren eingenommen. Theoretisch drohen Holmes bis zu 20 Jahre Gefängnis pro Anklagepunkt - allerdings gehen Prozessbeobachter in den USA davon aus, dass die Strafe deutlich milder ausfallen dürfte.

Modularer Laptop

Die Entwickler des komplett modularen Framework Laptop eröffnen nun auch in Deutschland und anderen europäischen Staaten die Vorbestellung. Zugleich gibt das Unternehmen die Euro-Preise bekannt, die für das Gerät aufgerufen werden.  Der Framework Laptop kann bereits zusammengebaut oder in Einzelteilen gekauft werden. Dann ist das System allerdings nicht wesentlich günstiger: Die Grundkonfiguration kostet 900 Euro. Für das komplett zusammengebaute System werden mindestens 1.150 Euro verlangt.

Kein Popcorn mehr

Die Betreiber von Popcorn Time haben den Dienst eingestellt. Popcorn Time bot Streaming aktueller Serien und Filme über Bittorrent an. Dabei wird der Stream vom Empfänger gleichzeitig angesehen und anderen zur Verfügung gestellt. Die Software priorisiert die Torrent-Dateien so, dass der Film sofort anläuft. Der Quellcode von Popcorn Time wurde für Linux, MacOS, Windows und Android bereitgestellt und konnte von der Website der Schöpfer der Software aus Argentinien heruntergeladen werden.

Impfregister möglich

Baden-Württembergs Datenschutzbeauftragter hält ein nationales Impfregister zwar rechtlich für denkbar, rät aber von einer Einführung ab. Solch ein Schritt sei aus historischen Gründen in Deutschland skeptisch zu sehen. Eine Zentralisierung der Meldedaten dauere nach vorsichtiger Schätzung mindestens ein Jahr. In einem Impfregister könnte der Impfstatus aller Menschen in Deutschland erfasst werden, um einen besseren Überblick zu haben. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hatte ein solches Register in der Coronapandemie angeregt.

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