Wochenrückblick: Harte und softe Ware

Im Namen der Entwicklercommunity
Auch die diesjährige Microsoft-Konferenz Build 2021 drehte sich um Entwicklerteams im Windows-Umfeld. Neu ist etwa das Snapdragon Development Kit für Windows 10 on ARM als Referenz-Hardware für Developer. Aber auch das Thema Low Code spielte eine Rolle: Mit GPT-3 und Power Fx entwickelt Microsoft eine Programmiersprache, die künftig Funktionen aus natürlicher Sprache generieren soll. Microsoft Edge wird parallel verbessert und kann Tabs in den Ruhezustand versetzen. Zudem stellt Microsoft eigens genutzte Java-Versionen auf Basis von OpenJDK kostenlos der Community zur Verfügung.
Microsoft-CEO Satya Nadella war besonders euphorisch über die nächste Generation von Windows 10, ohne wirklich ins Detail zu gehen. Microsoft arbeitet bereits länger an einem neuen Look und einem offeneren Microsoft Store. Das Sun-Valley-Projekt soll in den kommenden Wochen offiziell und separat vorgestellt werden.
ARM hat drei Cortex-CPU-Kerne für Smartphone-Chips vorgestellt, alle nutzen die neue ARMv9-Architektur: Der A510 als sparsamer Kern und der X2 als schnelles Spitzenmodell können nur noch 64-Bit-Apps ausführen, der A710 als ausbalancierter Core unterstützt noch 32 Bit. Erste SoCs mit den neuen Cortex-Kernen erwarten wir noch 2021, erste Geräte im Frühling 2022.
Bisher ließen sich Laptops per USB-C mit maximal 100 Watt aufladen, das soll sich ändern: Per Extended Power Range ist USB Power Delivery bis 240 Watt geplant, das würde sogar für flotte Gaming-Notebooks ausreichen. Wann entsprechende Netzteile und Kabel erscheinen, hat das USB Implementers Forum noch nicht angekündigt.
AMDs künftige Zen-4-Desktop-Prozessoren werden keine Pins mehr haben, denn beim Sockel AM5 wechselt der Hersteller von einer PGA- zu einer LGA-Fassung. Eine solche hat den Vorteil, mehr Kontakte pro Fläche unterbringen zu können: Sind es beim Sockel AM4 noch 1.331, sollen es 1.718 beim Sockel AM5 sein. Wie der Name impliziert, wird DDR5-Speicher unterstützt.

Gegen den Bau von Teslas Elektroautofabrik in Grünheide gibt es nun auch Widerstand aus dem linksextremen Spektrum. Die sogenannte Vulkangruppe bekannte sich zu einem Brandanschlag auf Stromleitungen für Baustelle. Die linksextreme Splittergruppe lehnt Elektroautos aus ökologischen und sozialen Gründen ab. Der Brand führte jedoch nicht zu einer Bauverzögerung. Der Produktionsstart für die Fabrik hat sich ohnehin schon um mehrere Monate verzögert. Tesla-Chef Elon Musk setzt jedoch weiterhin auf volles Risiko und will sich zusätzlich eine Batteriezellfabrik genehmigen lassen. Damit dürfte sich die eigentliche Baugenehmigung für die Autofabrik um einige Monate verzögern. Noch immer droht ein kompletter Rückbau sämtlicher Gebäude und Anlagen.
Amazon will das Hollywoodstudio MGM für 8,45 Milliarden US-Dollar übernehmen. Damit erhält Amazon Zugriff auf 4.000 Kinofilme sowie 17.000 TV-Serien für Prime Video. Womöglich gibt es MGM-Inhalte langfristig nur noch exklusiv bei Prime Video. Die US-Politik fordert, die Übernahme zu verhindern.
Nahezu unbegrenzt viele Details plus eine sehr echt aussehende Beleuchtung: Epic Games hat die Unreal Engine 5 im Early Access veröffentlicht. Entwickler können nun erstmals die neue Version der Laufzeitumgebung ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Die fertige Fassung soll laut Hersteller voraussichtlich Anfang 2022 verfügbar sein.
Shell muss sauberer werden: Ein Gericht in den Niederlanden hat den Mineralölkonzern Shell dazu verurteilt, seine Kohlendioxidemissionen drastisch zu senken. Bis zum Jahr 2030 muss der Treibhausgasausstoß um 45 Prozent netto gegenüber Jahres 2019 verringert werden. Shell hatte sich zu 30 Prozent verpflichtet. Der Konzern will Berufung einlegen.
Apple hat in dieser Woche eine Reihe von Updates für iOS, MacOS Big Sur, TVOS und WatchOS veröffentlicht. In MacOS Big Sur 11.4 wurde eine Sicherheitslücke geschlossen, die es Angreifern ermöglichte, Screenshots ohne Erlaubnis der Betroffenen zu machen. Das iOS-Update 14.6 sollte Fehler beheben, führt bei einigen Nutzern aber zu einer sehr schlechten Akkulaufzeit.
Käse-Foto enttarnt Drogenhändler
Durch ein selbstgeschossenes Foto von einem Käse konnte ein britischer Drogenhändler überführt werden. Der 39-Jährige hatte das Foto mit Pseudonym über den Messenger Encrochat gesendet, über welchen er auch seine Drogengeschäfte abwickelte. Die Polizei konnte ihn über die mitfotografierten Finger identifizieren.
Preiserhöhungen für Streamingkunden
Der Sport-Streamingdienst Dazn erhöht die Preise. Ab August wird das Monatsabo 14,99 Euro kosten statt bisher 11,99 Euro. Das Jahresabo steigt im Preis von 119,99 Euro auf 149,99 Euro. Anfang des Jahres wurde der Preis für Disney+ erhöht und der Disney-CEO Bob Chapek erwartet eine nächste Preiserhöhung, nannte aber noch keine Details.
Schwere Zeiten für Kryptominer: China und der Iran regulieren das Erzeugen von digitalen Währungen. Der chinesischen Regierung geht es darum, die CO2-Emissionen zu verringern, um die eigenen Klimaziele zu erreichen, sowie darum, den spekulativen Handel mit den Kryptowährungen einzudämmen. Erste Miner haben daraufhin ihre Aktivitäten in China eingestellt. Die iranische Regierung hat das Kryptomining für mehrere Monate verboten. Sie macht die Mining-Farmen für Stromausfälle in der letzten Zeit mitverantwortlich.
Am 10. Juni präsentiert Golem.de gemeinsam mit Zeit Online zum zweiten Mal die Tech Talks. Auf der Online-Veranstaltung bieten IT-Referenten aus der Branche kurze Vorträge zu aktuellen Fachthemen und geben vertiefende Workshops, bei denen Fragen gestellt werden können. Themen sind unter anderem Googles Supercomputer, dezentrale Identitäten, Digital Farming und digitale Ethik. Teilnehmer*innen haben zudem die Möglichkeit zu Gesprächen mit Firmenvertretern. Im Talk zum Abschluss diskutieren wir mit Experten zum bestehenden Problem des Chipmangels und der Produktion in der EU. Die Tech Talks finden am 10. Juni von 16.30 Uhr bis 20.30 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenlos, nur eine Registrierung ist dafür notwendig.



