Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

WLAN: Weitere Maßnahmen für mehr Facebook in Entwicklungsländern

Nach einer langen ruhigen Phase expandiert Facebook mit seinem Internetdienst Express Wi-Fi in das westafrikanische Ghana. Datentarife sollen ab umgerechnet 20 US-Cent beginnen. Im Angesicht des durchschnittlichen Jahreseinkommens der Bürger ist das aber nicht wenig.
/ Oliver Nickel
18 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Das Kwame-Nkrumah-Mausoleum ist ein Wahrzeichen von Accra, der Hauptstadt Ghanas. (Bild: Pixabay.com)
Das Kwame-Nkrumah-Mausoleum ist ein Wahrzeichen von Accra, der Hauptstadt Ghanas. Bild: Pixabay.com

Das soziale Netzwerk Facebook unternimmt einen weiteren Schritt, seine WLAN-Access-Points in Entwicklungs- und Schwellenländern anzubieten. Das Unternehmen will den Internetdienst Express Wi-Fi(öffnet im neuen Fenster) im westafrikanischen Ghana verbreiten. Er soll "WLAN mit Provider-ähnlicher Qualität" bieten. Die Kooperation läuft mit dem Netzanbieter Vodafone Ghana an und erstreckt sich zunächst über die Städte Nima, James Town, Kanda, Pig Farm und dem Bezirk Abossey Okai in der Hauptstadt Accra. Das berichtet das US-Onlinemagazin Venturebeat(öffnet im neuen Fenster).

Facebooks Express Wi-Fi ist dabei die Online-Plattform, auf dessen Basis Access Points aufgebaut werden können. Das Internetportal ist über eine entsprechende Domain verfügbar. Die Hardware müssen allerdings lokale Unternehmen selbstständig aufbauen und verwalten. In Ghana wird es Express Wifi zudem nicht als typisches Surf-Flatrate-Modell, wie es in westlichen Nationen derzeit Standard ist, angeboten.

Preiswert oder Luxus

Stattdessen können Anwender sich begrenzte Datenpakete kaufen, die umgerechnet ab etwa 20 US-Cent verfügbar sein sollen. Laut der Grameen Foundation(öffnet im neuen Fenster) verdient ein Durchschnittsbürger im Land etwa 2.200 US-Dollar im Jahr. Daher könnte Facebooks Internet ein teurer Luxus für viele Einwohner sein.

Express Wi-Fi startete in Indien als Pilotprojekt im August 2016. Dort sollten zunächst 125 Hotspots entstehen. Laut dem Wirtschaftsmagazin Economic Times(öffnet im neuen Fenster) waren zu dieser Zeit etwa zwei Drittel der Einwohner ohne Zugang zum Internet – das sind etwa 900 Millionen Menschen. Auch in Ghana haben viele der bisher knapp 29 Millionen Einwohner schlechten Zugang zum Internet. Für Facebook könnten sie alle potenzielle Nutzer mit Daten und damit etwa Werbeeinahmen sein – und das bei weit weniger starker Konkurrenz als in westlichen und einigen asiatischen Ländern.


Relevante Themen