WLAN und 6 GHz: Was bringt Wi-Fi 6E?

Der Standard Wi-Fi 6E erweitert WLAN das erste Mal seit Jahren um ein neues Frequenzband. Das hat viele Vorteile und ein paar Nachteile.

Artikel von veröffentlicht am
Wi-Fi 6E wird die Leistung durch 6 GHz verbessern.
Wi-Fi 6E wird die Leistung durch 6 GHz verbessern. (Bild: Pixabay/Montage:Golem.de/Pixabay License)

Einige Menschen wundern sich sicher: Mit Wi-Fi 6 gibt es doch bereits eine aktuelle Drahtlostechnik, die für die meisten Anwendungen ausreichen sollte. Der WLAN-Standard ist noch nicht einmal weit verbreitet auf dem Markt, und schon wird über einen weiteren Standard gesprochen. Die Rede ist von Wi-Fi 6E, einer Erweiterung von Wi-Fi 6 (802.11ax).

Inhalt:
  1. WLAN und 6 GHz: Was bringt Wi-Fi 6E?
  2. Weitere Störquellen auf 2,4 und 5 GHz

Der Standard könnte in Zukunft sehr wichtig werden, wenn es um stabile drahtlose Netzwerkkommunikation geht. Wir geben einen Überblick über Wi-Fi 6E und erläutern die Besonderheiten und Vorteile der Technik. Natürlich gibt es auch ein paar Nachteile, etwa die Signaldämpfung durch die noch höheren Frequenzen. Insgesamt wird Wi-Fi 6E in den kommenden Jahren wichtig werden, da ein komplett ungenutztes neues Frequenzspektrum dafür freigemacht wurde.

Was genau ist Wi-Fi 6E überhaupt? Praktisch gesehen verwendet der neue Standard alle vom Standard 802.11ax vorgegebenen Regeln und Funktionsweisen. Allerdings wird mit der Technik ein neuer Frequenzbereich fürs WLAN freigegeben: das untere Spektrum des 6-GHz-Bandes. Daher stammt auch das E in Wi-Fi 6E, das für "extended" oder "erweitert" steht.

Die zusätzlichen Frequenzen bringen zum ersten Mal seit Jahren wieder neue Kapazität für WLAN-Geräte. Zuletzt wurde der Standard 802.11 um 5 GHz erweitert. Das war 1999.

Stellenmarkt
  1. Prozessmanager (m/w/d)
    Wilkening + Hahne GmbH+Co. KG, Bad Münder
  2. Betriebswirtin / (Wirtschafts-)Informatikerin / Wirtschaftsingenieurin als SAP-Architektin ... (m/w/d)
    Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., München
Detailsuche

In Deutschland wird das 6-GHz-Band durch die Frequenzbereiche von 5,945 bis 6,425 GHz begrenzt. Darunter werden die in Wi-Fi 6 und dessen Vorgängern definierten 5-GHz-Bänder und 2,4-GHz-Kanäle weiterhin nutzbar sein. Der Standard teilt die im Sommer 2021 von der Bundesnetzagentur zugesprochenen 480 MHz in insgesamt 24 20-MHz-Kanäle ein, ganz nach dem Vorbild von Wi-Fi 6 und anderen WLAN-Standards.

Verdopplung der Geschwindigkeit ist möglich

Ein Vorteil gegenüber dem 5-GHz-Band: Insgesamt 24 dedizierte Kanäle stehen zur Verfügung. Sie können einzeln oder gebündelt zu ihrer vollen Kapazität von Geräten genutzt werden. Im 5-GHz-Band sind es 19 überlappungsfreie Kanäle, bei 2,4 GHz nur drei.

Durch 6 GHz kommen also in der Praxis etwa 1,2 GBit/s an Datenrate zu den bereits vorhandenen 1,1 GBit/s durch 2,4 (150 MBit/s) und 5 GHz (950 MBit/s) dazu, da Wi-Fi-6E-Geräte in allen drei Frequenzbändern parallel funken können. In der Summe sind das 2,3 GBit/s. Die Nettodatenrate basiert auf einer Beobachtung des Netzwerkausstatters Lancom, die von 50 MBit/s netto pro 20-MHz-Channel ausgeht.

  • Wi-Fi 6E verwendet 24 20-MHz-Kanäle. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Wi-Fi 6E verwendet 24 20-MHz-Kanäle. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Diese werden natürlich nicht von einer einzelnen Anwendung genutzt werden können, da sich die Bandbreite gleichmäßig auf verschiedene Netzwerkteilnehmer aufteilt. Eines kann auch Wi-Fi 6E nämlich nicht ändern: WLAN kommuniziert auf einem Shared Medium. Channel Bonding dürfte mit Wi-Fi 6E aber besser funktionieren. Mehrere 20-MHz-Kanäle können bei Wi-Fi 6E wieder zu breiteren Kanälen zusammengefasst werden - hier zwölf 40-MHz-, sechs 80-MHz oder drei 160-MHz-Channels.

AVM FRITZ!Box 7590 AX (Wi-Fi 6 Router mit 2.400 MBit/s (5GHz) & 1.200 MBit/s (2,4 GHz),bis zu 300 MBit/s mit VDSL-Supervectoring 35b,WLAN Mesh

6 GHz weitgehend ungenutzt

Das ist in der Theorie bereits mit anderen WLAN-Standards möglich, bei Wi-Fi 6 (ohne E) auch mit 160 MHz. Allerdings ist das 5-GHz-Band in den meisten Umgebungen nicht leistungsfähig genug, um die Geschwindigkeitsvorteile von 160 MHz wirklich ausnutzen zu können.

Hier kommen die neuen 6-GHz-Kanäle ins Spiel. Es gibt darauf derzeit wenig bis gar keine Störquellen. So könnten in den meisten Fällen theoretisch auch 80 oder 160 MHz große Kanäle ohne große Interferenz genutzt werden. Das ermöglicht eine generell bessere Datenrate für einzelne im WLAN befindliche Clients.

160 MHz nützen in der Praxis auch etwas, das konnte Golem.de bereits beim Test der Fritzbox 7590 mit 160-MHz-Kanälen herausfinden. Im 5-GHz-WLAN fällt es aber nur auf, wenn sehr wenige Geräte im Netzwerk angemeldet sind.

Die Praxis sieht außerhalb von Heimanwendungen wie gesagt meist anders aus.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Weitere Störquellen auf 2,4 und 5 GHz 
  1. 1
  2. 2
  3.  


M.P. 23. Sep 2021 / Themenstart

Aber jeder Mensch wohnt in der Nähe von Wolken, deren Reflektionen vom Wetterradar...

M.P. 23. Sep 2021 / Themenstart

Erste Idee: Die Sendeleistungen verringern! Ein WLAN "Leuchtturm" mitten in der Wohnung...

M.P. 23. Sep 2021 / Themenstart

Naja, eine Störung muss nicht elektrischer Art sein. Auch ein durch den "Strahlengang...

schnedan 22. Sep 2021 / Themenstart

100MBit/s Ethernet: kleinster Frame mit 64Byte + Overhead: 6,72µs 100MBit/s Ethernet: grö...

youcantbeserious 22. Sep 2021 / Themenstart

Dann nutzt du einfach den falschen Kanal. Der Fritz Repeater 6000 sendet bei Kanal 100...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kooperation
Amazon Kreditkarte mit Landesbank Berlin wird eingestellt

Während der ADAC seine Kunden bereits informiert hat, schweigt Amazon Deutschland noch zum Ende der Kooperation mit der Landesbank Berlin.

Kooperation: Amazon Kreditkarte mit Landesbank Berlin wird eingestellt
Artikel
  1. Onlineshopping: Hermes erwartet mehr Paketsendungen bis Weihnachten
    Onlineshopping
    Hermes erwartet mehr Paketsendungen bis Weihnachten

    Der Logistikdienstleister Hermes geht von einer Steigerung zum Vorjahr aus. Durch den Onlineshopping-Boom braucht der Konzern mehr Zusteller und Fahrzeuge.

  2. Linux: Vom einfachen Speicherfehler zur Systemübernahme
    Linux
    Vom einfachen Speicherfehler zur Systemübernahme

    Ein häufig vorkommender Fehler in C-Code hat einen Google-Entwickler motiviert, über Gegenmaßnahmen nachzudenken.

  3. Nintendo Switch: Deutscher Jugendschutz sperrt Dying Light in Australien
    Nintendo Switch
    Deutscher Jugendschutz sperrt Dying Light in Australien

    Das frisch für die Switch veröffentlichte Dying Light ist in Europa und in Australien nicht erhältlich - wegen des deutschen Jugendschutzes.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • HP Herbst Sale bei NBB: Bis zu 500€ Rabatt auf Gaming-Notebooks, Monitore uvm. • Samsung-Monitore (u. a. 24" FHD 144Hz 169€) • Bosch Professional zu Bestpreisen • Sandisk Ultra 3D 500GB 47,99€ • Google Pixel 6 vorbestellbar ab 649€ + Bose Headphones als Geschenk [Werbung]
    •  /