Weitere Störquellen auf 2,4 und 5 GHz

Auf dem 5-GHz-Band und dem 2,4-GHz-Band teilen sich WLAN-Geräte ihr Frequenzband mit anderen möglichen Störquellen. Auf 2,4 GHz arbeiten etwa sehr viele ältere Smart-Home-Geräte wie LED-Lichter, Babyphones und Sensoren.

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Das liegt einfach daran, dass 2,4 GHz von fast allen WLANs unterstützt wird - sofern es eingeschaltet ist - und die meisten Sensoren entsprechend auch in möglichst vielen drahtlosen Netzwerken funktionieren. Drahtlose Hardware wie Tastasturen, Mäuse und Headsets arbeiten zudem oft mit Drahtlos-Dongles, die im 2,4-GHz-Bereich funken. Das gilt auch für das Bluetooth-Protokoll, das im 2,4-GHz-Bereich arbeitet.

Auf 5 GHz wirken wesentlich weniger äußere Einflüsse ein, weshalb dieses Frequenzband unter anderem auch für WLAN freigeschaltet wurde. Und trotzdem gibt es auch hier einige externe Störquellen: größtenteils das Wetterradar, welches in Deutschland die oberen Kanäle im 5-GHz-Netz belegt. Diese werden auch vom Militär und der Flugsicherung genutzt.

Solche bevorrechtigten User können andere WLAN-Teilnehmer auf den 5-GHz-Kanälen 52 bis 140 verdrängen. Per DFS (Dynamic Frequency Selection) sollte ein WLAN-Access-Point reservierte Kanäle bei Bedarf freihalten. Im 6-GHz-Bereich existieren diese Störfaktoren allerdings noch nicht, weshalb sich die neuen Frequenzen für Hochleistungsverbindungen eignen.

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Ein Nachteil von Wi-Fi 6E ist auch Nachteil von 5-GHz-WLAN: höhere Dämpfung generell. Die Gesetze der Physik gelten eben auch für moderne Funkstandards.

Geringe Durchdringung durch hohe Frequenz

Wi-Fi 6E hält sich auch bei der Sendeleistung an existierende WLAN-Standards mit 5-GHz-Kompatibilität. Geräte dürfen per Definition der Bundesnetzagentur in Deutschland mit maximal 200 mW Leistung funken, was sich vom 5-GHz-Band nicht unterscheidet. Außerdem werden Regeln für Geräte mit sehr geringer Leistung definiert. Diese dürfen maximal mit 25 mW senden.

Obwohl 6-GHz-WLAN in der Theorie wesentlich schneller sein sollte, hat der Frequenzbereich auch Limits. Wie schon bei 5 GHz gegenüber 2,4 GHz dürfte gerade die Dämpfung ein Faktor sein. Hohe Frequenzen durchdringen feste Objekte nicht sehr effizient und reichen in den meisten Fällen weniger weit - auch ohne Hindernisse.

Beim Schritt von 2,4 zu 5 GHz wurde das durch eine höhere Sendeleistung ausgeglichen - 200 Milliwatt im Vergleich zu 100 Milliwatt bei 2,4 GHz. Teilweise ist sogar eine Leistung von 1.000 mW, möglich. Das gilt für die Kanäle UNII-2-Extended im Bereich von 5,470 bis 5,725 GHz. Dieser Bereich ist sowohl für Outdoor-, als auch Indoor-Geräte zugelassen.

Trotzdem reicht das Signal in der Praxis, also etwa in Wohnungen und Büros, meist nicht so weit. 6 GHz hat eine Sendeleistung von 200 mW und sollte noch weniger weit reichen, da die Signalfrequenzen höher liegen. Zudem ist der Standard nur für den Indoor-Einsatz zugelassen. Eine gute Positionierung des Routers ist also für schnelle WLAN-Geschwindigkeiten wichtiger denn je.

Bis Wi-Fi 6E bei einem Großteil an Endgeräten und Access Points etabliert ist, dürfte es noch einige Zeit dauern. Dafür werden spezielle Chipsätze und andere Hardware benötigt, welche das zusätzliche Frequenzspektrum empfangen und auch nutzen können.

AVM FRITZ!Box 7590 AX (Wi-Fi 6 Router mit 2.400 MBit/s (5GHz) & 1.200 MBit/s (2,4 GHz),bis zu 300 MBit/s mit VDSL-Supervectoring 35b,WLAN Mesh

Die Zukunft von Wi-Fi 6E

Bisher gibt es nur sehr wenige Endgeräte mit Wi-Fi-6E-Kompatibilität. Weitere werden erst in den kommenden Monaten folgen. Router mit dem neuen Standard sind teure Geräte von Asus (Asus ROG Rapture GT-AXE11000), Netgear (Nighthawk Triband Wi-Fi 6E Router) und TP-Link (TP-Link Archer AX96). Auch das Samsung Galaxy S21 Ultra soll 6 GHz unterstützen. Das gilt auch für das Qualcomm-Referenz-Telefon Snapdragon Smartphone.

Intel stellt etwa auch Netzwerkkarten her, die das Protokoll unterstützen, darunter die AX210 und Killer Wi-Fi 6E AX1675 als M.2-Steckkarten. Broadcom baut das BCM4389 für mobile Geräte, Infineon den Airoc-Chip mit Bluetooth und Wi-Fi 6E. Eine Liste mit vielen kompatiblen Geräten stellt die Wi-Fi Alliance im Netz zur Verfügung.

Wi-Fi 6E verwendet innerhalb der EU ein unlizenziertes Frequenzband. Es ist daher zunächst unwahrscheinlich, dass außerhalb von vielen WLAN-Geräten in einem Netzwerk äußere Störfaktoren das 6-GHz-Spektrum betreffen. Daher könnte sich Wi-Fi 6E schnell als primäres Frequenzband im Bürobereich und dort, wo höhere Datenraten benötigt werden, ausbreiten.

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 WLAN und 6 GHz: Was bringt Wi-Fi 6E?
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M.P. 23. Sep 2021 / Themenstart

Aber jeder Mensch wohnt in der Nähe von Wolken, deren Reflektionen vom Wetterradar...

M.P. 23. Sep 2021 / Themenstart

Erste Idee: Die Sendeleistungen verringern! Ein WLAN "Leuchtturm" mitten in der Wohnung...

M.P. 23. Sep 2021 / Themenstart

Naja, eine Störung muss nicht elektrischer Art sein. Auch ein durch den "Strahlengang...

schnedan 22. Sep 2021 / Themenstart

100MBit/s Ethernet: kleinster Frame mit 64Byte + Overhead: 6,72µs 100MBit/s Ethernet: grö...

youcantbeserious 22. Sep 2021 / Themenstart

Dann nutzt du einfach den falschen Kanal. Der Fritz Repeater 6000 sendet bei Kanal 100...

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