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WLAN-Tracking und Datenschutz: Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?

Unternehmen tracken das Verhalten von Nutzern nicht nur beim Surfen im Internet, sondern per WLAN auch im echten Leben: im Supermarkt, im Hotel - und selbst auf der Straße. Ob sie das dürfen, ist juristisch mehr als fraglich.

Eine Analyse von Harald Büring veröffentlicht am
Nicht mal auf der Straße ist man vor WLAN-Tracking sicher.
Nicht mal auf der Straße ist man vor WLAN-Tracking sicher. (Bild: Philipp Guelland/Getty Images)

Tracking kommt aus dem Englischen und bedeutet Verfolgen. Für Firmen ist Tracking nicht nur im Online-Handel interessant, um das Verhalten der Internetnutzer zu analysieren. Vielmehr praktizieren sie dies auch in der realen Welt in Form des sogenannten WLAN-Trackings. Dabei kennt der Datenhunger mancher Unternehmen keine Grenzen. Ihr Ziel ist der "gläserne Kunde". Aber auch Gemeinden sind neugierig und tracken Passanten - angeblich unter dem Aspekt der Wirtschaftsförderung. Die betroffenen Smartphonenutzer werden darüber nicht informiert und sind daher ahnungslos. Es gibt kaum einen Ort, vor dem sie vor WLAN-Tracking sicher sind.

Inhalt:
  1. WLAN-Tracking und Datenschutz: Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?
  2. Die rechtliche Situation ist kompliziert
  3. So argumentieren WLAN-Tracking-Betreiber
  4. Schärfere Vorgaben durch ePrivacy-Verordnung?

Rechtlich ist die Lage so kompliziert und ungeklärt, dass das Risiko für WLAN-Tracking-Betreiber sehr hoch ist. Sie müssen mit erheblichen rechtlichen Konsequenzen rechnen. Dies gilt besonders seit dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Wie WLAN-Tracking funktioniert

WLAN-Tracking zeichnet sich dadurch aus, dass etwa Händler in ihren Räumlichkeiten oder Gemeinden auf einer Einkaufsstraße WLAN-Scanner aufstellen. Häufig beauftragen sie damit spezielle Dienstleister. Ein WLAN-Scanner erfasst die Funksignale von allen Endgeräten, insbesondere Smartphones, die sich innerhalb eines bestimmten Radius zu ihm befinden. Durch die Messung der Signalstärke kann die Position des jeweiligen Gerätes etwa innerhalb eines Kaufhauses ermittelt werden. Endgeräte mit eingeschalteter WLAN-Funktion senden diese Signale ununterbrochen, um WLAN-Netze ausfindig zu machen. Hierbei geben sie neben der Media Access-Control-Adresse (MAC) unter Umständen weitere Gerätedaten preis. Die MAC-Adresse ist eine eindeutige Nummer des Gerätes, an der dieses wiedererkannt werden kann.

Dass WLAN-Tracking im Einzelhandel praktiziert wird, ergibt sich aus dem vom EHI Retail Institute veröffentlichten Whitepaper Smart Store. Demzufolge tracken 23 Prozent der befragten Unternehmen die Laufwege der Kunden im Laden. Weitere 36 Prozent erwägen, dies künftig einzuführen.

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Dass Nutzer auch auf der Straße nicht vor Tracking sicher sind, wird an den folgenden Beispielen deutlich. Die Touristik- und Marketinggesellschaft der Stadt Eckernförde stellte im November 2016 an sieben Standorten in der Innenstadt sowie am Hafen WLAN-Scanner auf, um damit die Passantenströme zu messen. Hierzu wurde die jeweilige MAC-Adresse für zwei Stunden gespeichert. Dies rechtfertigte die Gesellschaft damit, dass jeder Besucher nur einmal gezählt werden sollte. Die Touristik- und Marketinggesellschaft der Stadt Eckernförde hat das WLAN-Tracking mittlerweile durch Kündigung der Verträge mit dem Dienstleister eingestellt. Dies sei aus technischen Gründen geschehen, hieß es.

Das Stadtmarketing/Citymanagement Pinneberg wollte zwecks Messung der Passantenströme vier WLAN-Scanner entlang einer Straße in der Gemeinde Pinneberg aufstellen lassen. Es hatte mit der Durchführung die Firma Vitracom AG beauftragt. Hierdurch wären alle Mobiltelefone mit eingeschaltetem WLAN erfasst worden, die sich im Umkreis von 500 Metern um den jeweiligen WLAN-Scanner herum befunden hätten. Doch zur Umsetzung dieses Projektes kam es nicht mehr.

In beiden Fällen wurde das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) tätig und veranlasste eine Untersuchung. Laut Auskunft der schleswig-holsteinischen Landesdatenschutzbeauftragten Marit Hansen wurden die Verfahren eingestellt, weil inzwischen kein WLAN-Tracking mehr betrieben wurde beziehungsweise dieses Vorhaben nicht mehr umgesetzt werden sollte.

Dass WLAN-Tracking zum genaueren Erfassen von Kundenströmen genutzt wird, mag manchen Smartphone-Nutzern belanglos erscheinen. Das Problem besteht jedoch darin, dass diese Technologie auch zu datenschutzrechtlich bedenklichen Zwecken eingesetzt werden kann. Beispielsweise sind vom Tracking in einer Fußgängerzone nicht nur vorbeilaufende Touristen betroffen. Vielmehr werden auch Personen erfasst, die dort leben und arbeiten. Mit den gewonnenen Daten kann ein Lebensprofil erstellt werden. Selbst wenn diese Daten nur kurz gespeichert werden, kann man feststellen, ob jemand an diesem Ort zu Hause oder auf der Arbeit ist.

Aber ist das WLAN-Tracking denn erlaubt?

Die rechtliche Situation ist kompliziert 
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spaetzlesdrucker 16. Jan 2019

Ja. Da die Beacons nur periodisch ausgesandt werden und auch nur auf dem jeweiligen...

misfit 13. Jan 2019

"Die betroffenen Smartphonenutzer werden darüber nicht informiert und sind daher...

FreiGeistler 13. Jan 2019

Swipe nach unten, tap auf das Wifi-Symbol und Ruhe ist. Das selbe, wenn man Wlan wieder...

Mopsmelder500 12. Jan 2019

ICH WILL JETZT ENDLICH DIE ANGEBOTE Alles offem an meinem Handy, jedem Arsch gebe ich bei...

fox82 10. Jan 2019

Gerichte werden die DSGVO in vielen Details auslegen müssen, etwa was "berechtigtes...


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