• IT-Karriere:
  • Services:

WLAN-Standards umbenannt: Ein Schritt nach vorn ist nicht weit genug

Endlich weichen die nervigen Bezeichnungen für WLANs chronologisch sinnvollen. Doch die Wi-Fi Alliance sollte noch einen Schritt weiter gehen.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Die Umbenennung der WLAN-Standards ist schonmal ein guter Schritt.
Die Umbenennung der WLAN-Standards ist schonmal ein guter Schritt. (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de/CC0 1.0)

Welcher dieser WLAN-Standards ist gerade aktuell: 802.11ac, 802.11b, 802.11ax oder 802.11n? Sicherlich können viele Endkunden diese Frage nicht beantworten. Das ist auch nicht schlimm, denn selbst technikaffine Personen haben Erklärungsbedarf. Die zuständige Organisation Wi-Fi Alliance hat endlich eine Lösung für das Problem gefunden: Die Standards werden künftig einfach durchnummeriert. Der aktuelle Standard 802.11ac wird zu Wi-Fi 5, der Nachfolger 802.11ax zu Wi-Fi 6. Die Umbenennung ist sinnvoll, reicht allerdings nicht.

Stellenmarkt
  1. WEGMANN automotive GmbH, Veitshöchheim
  2. ServiceOcean SalesDE GmbH, Köln

Positiv ist, dass Nutzer künftig zumindest auf Anhieb erkennen, ob ihr Gerät den aktuellen Standard unterstützt oder nicht. In der alten Namensgebung gibt es nicht einmal ansatzweise eine chronologische Struktur. Die alphabetische Bezeichnung wurde bereits 2003 mit der Einführung von 802.11g aufgegeben, das direkt auf 802.11b folgte. Und warum die Wi-Fi Alliance irgendwann zwei Buchstaben statt nur einem angehängt hat, wissen wohl nur die Entwickler selbst. Dabei enthalten bisherige Bezeichnungen nicht einmal relevante Informationen, denn ein 802.11ac-WLAN gleicht nicht dem anderen. Die neuen Bezeichnungen machen zumindest die chronologische Reihenfolge klar.

Noch unklar ist allerdings, wie es um die diversen wenig etablierten WLAN-Standards steht. Wie wird das im 60-GHz-Band funkende 802.11ad bezeichnet? Und was ist mit 802.11ah, das für Smart-Home-Systeme verwendet wird? Eine simple Nummerierung reicht da nicht aus. Und zwei parallele Namensformen zu nutzen, wäre nur noch verwirrender als zuvor.

Der Standard verrät nichts über die Datenrate

Schade ist zudem, dass die Wi-Fi Alliance die Umbenennung nicht nutzt, um mehr Informationen zum jeweiligen Funknetz sichtbar zu machen. Zumindest werden Access Points in Zukunft den verwendeten WLAN-Standard mit einem entsprechenden Logo zeigen. Hier wäre es zusätzlich sinnvoll, etwa die zu erwartende maximale Datenrate hinzuzufügen. Die Kanalbandbreite ist dafür ausschlaggebend. Ein Netzwerk könnte also etwa dem Schema Wi-Fi 5-160 oder Wi-Fi-5-80 entsprechen. Schließlich ist ein Wi-Fi-5-Netzwerk - vormals 802.11ac - mit 160-MHz-Kanälen im 5-GHz-Band theoretisch schneller als ein gleiches Wi-Fi-5-Netz mit 80 MHz Kanalbreite.

Auf die Geschwindigkeit wirkt sich zudem die dem Access Point zur Verfügung stehende Multiple-Input-Multiple-Output-Kapazität aus. Die wird auch mit der neuen Namensgebung nicht ersichtlich. Ein Router mit 4x4-Antenne kann theoretisch eine wesentlich bessere Übertragung leisten als ein System mit 2x2-Antennenanordnung. Würden wir dem Namen Wi-Fi-5-120 noch 4x4 hinzufügen, dann wäre die Bezeichnung allerdings ebenso sperrig wie das nichtssagende 802.11ac.

Da Endkunden die Kanalbreite und die Anzahl der Antennen auch nicht unbedingt wissen müssen, schlagen wir vor, hinter der Bezeichnung einfach die maximale theoretisch mögliche Geschwindigkeit anzuhängen, also beispielsweise Wi-Fi 6 11G für maximal theoretische 11 Gbit/s oder Wi-Fi 4 6M für ein 802.11n-Netz mit 600 MByte/s Bandbreite. So können Nutzer sich ein Bild davon machen, welche Datenraten sie maximal erwarten können.

In welcher Form auch immer, die Neubenennung wird in Deutschland auf ein Problem stoßen, an dem die Wi-Fi Alliance kaum Schuld hat: Die meisten Menschen hierzulande kennen den Begriff Wi-Fi gar nicht, sondern nur den Begriff WLAN. Laien werden damit zunächst verwirrt sein. Der neue Name könnte nach einer gewissen Zeit allerdings den international gebräuchlichen Begriff Wi-Fi einbürgern. Die Bezeichnung Wi-Fi für alle verpflichtend zu machen, würde dabei definitiv helfen. Das muss mit der Namensänderung seitens der Wi-Fi Alliance geschehen - damit sich die Verwandtschaft im Ausland nicht mehr fragt, wo denn das WLAN sei.

Auch zu diesem Thema:

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Resident Evil Village für 49,99€, Wochenangebote (u. a. Resident Evil 7 Gold Edition für...
  2. (u. a. Xiaomi Redmi Note 9 128GB 6.53 Zoll FHD+ inkl. Kopfhörer für 179,90€, Xiaomi Mi 10T...
  3. (u. a. Eufy Smart-Home-Produkte, Xiaomi Redmi Note 9T 5G 64GB, 6.53 Zoll FHD+ DotDisplay 90Hz für...
  4. (u. a. MatePad T 10s 10,1 Zoll 64GB für 175€, MateBook D 15 Zoll Ultrabook Ryzen 7 8GB 512GB SSD...

thorben 16. Okt 2018

Wenn du einen Schnuppen hast, dann bietet dir der freundliche Amerikaner ein Kleenex an...

paletto 10. Okt 2018

soweit ich mich erinnern kann, war Wi-Fi eine eigene Technik zum drahtlosen...

Forenforst 10. Okt 2018

Der Punkt ist Transparenz für den Verbraucher, in der Verpackung soll auch das drin sein...

Gormenghast 05. Okt 2018

Das Problem besteht bereits heute, da die aktuelle Zertifizierung der WiFi Alliance noch...

Gormenghast 05. Okt 2018

Natürlich ist Wi-Fi 5 gleich gut oder besser als Wi-Fi 4, da es in realen...


Folgen Sie uns
       


Audi RS E-Tron GT Probe gefahren

Audis E-Tron GT ist das bislang PS-stärkste RS-Modell auf dem Markt.

Audi RS E-Tron GT Probe gefahren Video aufrufen
Biden und die IT-Konzerne: Die Zähmung der Widerspenstigen
Biden und die IT-Konzerne
Die Zähmung der Widerspenstigen

Bislang konnten sich IT-Konzerne wie Google und Facebook noch gegen eine schärfere Regulierung wehren. Das könnte sich unter Joe Biden ändern.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Quibi Mobile-Streaming-Dienst nach einem halben Jahr dicht

Elektromobilität 2020/21: Nur Tesla legte in der Krise zu
Elektromobilität 2020/21
Nur Tesla legte in der Krise zu

Für die Autoindustrie war 2020 ein hartes Jahr. Wer im Homeoffice arbeitet und auch sonst zu Hause bleibt, braucht kein neues Auto. Doch in einem schwierigen Umfeld entwickelten sich die E-Auto-Verkäufe sehr gut.
Eine Analyse von Dirk Kunde

  1. Elektromobilität Akkupreise fallen auf Rekord von 66 Euro/kWh
  2. Transporter Mercedes eSprinter bekommt neue Elektroplattform
  3. Aptera Günstige Elektrofahrzeuge vorbestellbar

Antivirus: Das Jahr der unsicheren Sicherheitssoftware
Antivirus
Das Jahr der unsicheren Sicherheitssoftware

Antivirus-Software soll uns eigentlich schützen, doch das vergangene Jahr hat erneut gezeigt: Statt Schutz gibt es Sicherheitsprobleme frei Haus.
Von Moritz Tremmel

  1. NortonLifeLock Norton kauft deutschen Antivirenhersteller Avira

    •  /