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WLAN-Kameras ausgeknipst: Wer hat die Winkekatze geklaut?

Weg ist die Winkekatze - und keine unserer vier Überwachungskameras hat den Dieb gesehen. Denn WLAN-Cams von Abus, Nest, Yi Technology und Arlo lassen sich ganz einfach ausschalten.

Artikel von veröffentlicht am
Video: Golem.de hackt Wi-Fi-Kameras per Deauth (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

"Ist zu Hause alles in Ordnung? Was ist, wenn jemand einbricht?" fragt Google rhetorisch in seinem Online-Shop, denn: "Dank der Nest Cam Indoor-Kamera hast du dein Zuhause und deine Familie immer im Blick - auch wenn du gerade außer Haus bist." Doch die angepriesene Überwachungskamera der Google-Tochter Nest lässt sich mit wenigen Kommandozeilenbefehlen oder einem Wi-Fi-Deauther für etwa 30 Euro einfach ausknipsen - vorbei ist die trügerische Sicherheit und die Kontrolle. Damit ist die WLAN-Überwachungskamera allerdings nicht alleine - Golem.de hat vier Kameras von Abus, Nest, Yi Technology und Arlo getestet - bei allen konnten wir die WLAN-Verbindung kappen, von außen, ohne das Passwort des Wi-Fis zu kennen.

Inhalt:
  1. WLAN-Kameras ausgeknipst: Wer hat die Winkekatze geklaut?
  2. Per Deauth das Wi-Fi ausknipsen
  3. Der Angriff funktioniert meistens, aber nicht immer

Für den Test haben wir vier möglichst unterschiedliche Produkte vom Babyphone bis zur Outdoorkamera gewählt; von Herstellern aus Deutschland, den USA und China ist alles dabei. Neben der klassischen WLAN-Kamera-Funktion spielt das Babyphone Arlo Baby auf Knopfdruck ein Schlaflied und sieht mit seinen Hasenohren für eine Überwachungskamera regelrecht knuffig aus. Die Outdoorkamera TVIP62561 von Abus ist erst vor kurzem auf den Markt gekommen und lässt sich gut an Hauswänden befestigen. Die beiden Indoor-Kameras Kami von Yi Technology und Nest Cam IQ Indoor sind klassische Vertreter der Smart-Home-Überwachungskameras, mit denen per Lautsprecher und Mikrofon mit den Familienmitgliedern oder etwaigen Einbrechern kommuniziert werden kann - wenn sie nicht gerade ausgeknipst wurden oder Hacker die Funktion missbrauchen.

Preislich liegen die Kameras zwischen 100 Euro (Kami) und 350 Euro (Nest). Eine Videotürklingel der Amazon-Tochter Ring können wir leider nicht ausprobieren, da der Hersteller Lieferprobleme hatte. Wir gehen aber davon aus, dass auch sie einfach ausgeschaltet werden kann.

Bis auf die Kamera von Abus können wir alle Kameras schnell und problemlos in Betrieb nehmen, meist per App, die die Zugangsdaten zu unserem Test-WLAN auf die Kamera überträgt. Bei Abus liegt ganz altmodisch eine CD mit einer Windows-Software bei. Auf dem Testrechner läuft allerdings weder Windows noch besitzt er ein CD-Laufwerk. Wir müssen ausweichen und sitzen eine ganze Weile daran, bis wir auch von der Abus-Kamera ein Bild bekommen. Per App können wir trotzdem nicht auf die Kamera zugreifen.

Alle Augen auf die Winkekatze

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Nachdem alle vier Kameras ein Live-Bild auf unseren Rechner beziehungsweise auf die Android-Apps streamen, lassen wir sie aus Sicherheitsgründen unsere extrem wertvolle japanische Winkekatze filmen, damit die Überwachungskameras einen Diebstahl dokumentieren und uns über die Apps warnen. Bis auf die Abus-Kamera, deren App im Test nicht funktionierte. Doch die Sicherheit der Kameras hängt von einer Internetverbindung sowie von Wi-Fi und Strom ab - kann ein Angreifer eines davon abschalten, ist die Sicherheit dahin.

Keine der Kameras im Test hat einen Speicher beziehungsweise speichert die Videos zwischen, wenn die Internetverbindung oder das WLAN ausfällt. Einzig die Abus-Kamera kann auch per Kabel an das lokale Netzwerk angeschlossen werden und die Bilder auf einen Netzwerkspeicher schreiben. Wir verwenden sie allerdings als Wi-Fi-Cam, als welche sie auch beworben wird. Die Arlo Baby übersteht durch einen integrierten Akku zwar auch einen Stromausfall, aber ohne Strom brechen meist auch die Internetverbindung und das WLAN weg - die Kamera funktioniert nicht mehr.

Wir nehmen den Kameras die Internetverbindung.

Per Deauth das Wi-Fi ausknipsen 
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Snoozel 09. Okt 2019 / Themenstart

Schon mal mit 4k Kameras gearbeitet? Richtig positioniert und mit passendem Objektiv...

StefanH. 08. Okt 2019 / Themenstart

tja, ich vermute schon fast KEINE kommerzielle Lösung. Was wirklich schade ist, aktuelle...

trinkhorn 07. Okt 2019 / Themenstart

Ich bin absolut kein Fachmann, aber im Artikel geht es ja eben darum, dass die Attacken...

sadan 07. Okt 2019 / Themenstart

Na dann sind alle infos vorhanden. Wäre schön die aufnamen in der offline zeit gleich...

DerET 06. Okt 2019 / Themenstart

Da du meinen Gedanken bereits zusammengefasst hast versuche ich zwanghaft noch einen...

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