Wizards Unite im Test: Harry Potter Go mit Startschwierigkeiten

Der ganz große Erfolg ist das in der Welt von Harry Potter angesiedelte Wizards Unite bislang nicht. Das dürfte mit dem etwas zähen Einstieg zusammenhängen - Muggel mit Durchhaltevermögen werden auf den Straßen dieser Welt aber durchaus mit Spielspaß belohnt.

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Artwork von Wizards Unite
Artwork von Wizards Unite (Bild: Niantic/Screenshot: Golem.de)

Wenn unser Hund nur wüsste, was gerade für ein Kampf rund um ihn tobt! Statt einfach nur Gassi mit Gino zu gehen, liefern wir uns inmitten einer virtuellen Festung ein gnadenloses Gefecht mit einem Todesser, also einem dunklen Magier. Immer wieder können wir uns erst im letzten Augenblick mit Protego vor einer feindlichen Attacke schützen, bevor wir nach und nach die Oberhand gewinnen - und den Todesser irgendwann mit einem letzten Angriff durch die Arena schleudern. Gino schaut uns nur treuherzig-gelangweilt an: War da was?

Inhalt:
  1. Wizards Unite im Test: Harry Potter Go mit Startschwierigkeiten
  2. Verfügbarkeit und Fazit

Unsere Fellnase hat natürlich keine Ahnung, dass wir gerade Harry Potter: Wizards Unite gespielt haben und der Todesser direkt vor uns stand - auf dem Smartphone. Wenn wir könnten, würden wir ihm gerne mehr über das Augmented-Reality-Spiel von Niantic und WB Games erzählen. Vor allem, dass Wizards Unite sich sehr an Pokémon Go orientiert - deshalb gibt es Lästereien in sozialen Netzwerken, denen zufolge das Potter-Programm eigentlich nur ein Reskin von Pokémon Go sei.

Das ist zwar etwas zugespitzt, hat aber einen wahren Kern: In Pokémon Go fangen wir Pikachu und seine Kumpels durch Würfe mit dem Ball, in Wizards Unite sammeln wir magische Gegenstände durch Zaubersprüche, die wir ebenfalls durch Wischbewegungen auf dem Display unseres Smartphones ausführen. Statt Bälle und sonstige Ausrüstung in Pokéstops zu sammeln, tanken wir Zauberkraft in Gaststätten. Auch Elemente wie die Weltkarte - auf der wir einen Großteil der Spielzeit verbringen - sehen sich sehr ähnlich.

Erst nach längerer Zeit merkt man, dass Wizards Unite sich stellenweise doch grundsätzlich anders anfühlt. Die Kämpfe etwa machen uns mehr Spaß als das Werfen der Bälle, weil sie ohne die Pseudo-3-Perspektive auskommen, trotzdem aber Spieltiefe bieten. Wir fahren zwar nur vorgebebene Muster mit dem Finger nach. Aber dabei kommt es auf Tempo und Präzision an, und das müssen wir üben. Wenn wir bei den Zaubersprüchen zu langsam und zu ungenau sind, verbrauchen wir sehr viel Energie und müssen mit etwas Pech eine Erholungspause einlegen.

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Außerdem können die Gegner einfacher widerstehen, wenn wir die Magie schlecht ausgeführt haben. Das wiederum bedeutet, dass wir wesentlich länger für die Auseinandersetzungen brauchen oder Duelle wie gegen den Todesser sogar verlieren. Im Spielverlauf wird das System allmählich etwas anspruchsvoller, dann müssen wir auch Tränke sinnvoll einsetzen, etwa um Gesundheitspunkte zu regenerieren, sowie Runensteine auswählen und mehr.

Richtig komplex wie bei einem Rollenspiel am PC geht es in Harry Potters mobilem Spiel nicht mal im Ansatz zu. Lediglich die Kämpfe in speziellen Festungen sind auf den höheren Schwierigkeitsgraden herausfordernd, dafür können wir uns aber mit bis zu vier Kumpels in die Schlacht stürzen.

  • Todesser haben offenbar keinen Geruch - unser Hund kriegt von dem AR-Kampf jedenfalls nichts mit. (Bild: Niantic/Screenshot: Golem.de)
  • Nach und nach können wir uns im Talentbaum spezialisieren - oder einfach alles freischalten. (Bild: Niantic/Screenshot: Golem.de)
  • Die Weltkarte erinnert natürlich an die anderen Titel von Niantic. (Bild: Niantic/Screenshot: Golem.de)
  • Ohne zusätzliche Lagerkapazitäten müssen wir ständig das Inventar ausmisten. (Bild: Niantic/Screenshot: Golem.de)
  • Nach dem Öffnen von Portalschatullen können wir Gegenstände in einer Zusatzdimension sammeln. (Bild: Niantic/Screenshot: Golem.de)
  • Ein bisschen können wir auch in Innenräumen zaubern. (Bild: Niantic/Screenshot: Golem.de)
  • Mit Runen kommen wir unter anderem an mehr Erfahrungspunkte. (Bild: Niantic/Screenshot: Golem.de)
  • Die Handlung wird in Textfenstern erzählt. (Bild: Niantic/Screenshot: Golem.de)
Todesser haben offenbar keinen Geruch - unser Hund kriegt von dem AR-Kampf jedenfalls nichts mit. (Bild: Niantic/Screenshot: Golem.de)

Relativ viel Zeit benötigen wir in Wizards Unite für die Tätigkeiten in den vielen Menüs - für unseren Geschmack ist das alles zu unübersichtlich und zu textlastig und teilweise auch nicht so schön aufbereitet wie in Pokémon Go. So erhalten wir viele magische Gegenstände, die wir ziemlich langweilig finden, etwa Hagrids Regenschirm, magische Zeitschriften oder ähnlichen Plunder. Das ist weniger spannend als ein neues Pokémon, bei dem wir begierig die Charakterwerte studieren können.

In Wizards Unite müssen außerdem Zeit für das Brauen von Zaubertränken einplanen, Vorratskisten mit Heilkräutern und sonstigen Zutaten verwalten und Tagesaufgaben im Blick behalten. Das alles machen wir zum großen Teil unterwegs, also mit unserem Hund Gino an der Leine auf der Straße. Stellenweise ist uns das deutlich zu viel Kleinkram - (etwas) weniger wäre mehr gewesen.

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Verfügbarkeit und Fazit 
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  3.  


Frankenwein 15. Jul 2019

Gut zu wissen, ich mag keine Apps bei denen ich mir den tausendesten Account registrieren...

Frankenwein 15. Jul 2019

Wie definierst du "gescheitert"? Offenbar spielen es ja Leute und haben Spaß damit. Hast...

nasenweis 06. Jul 2019

Wenn ich zum Gassi gehen mitm Hund das Smarphone zum daddeln brauche, sollte ich...

Prue 05. Jul 2019

Das Spiel ist halt ein gigantischer "cash grab". Gibt auf reddit auch nen post wo das mal...



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