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Wissenschaftsverlag: DRM-Methoden für physische Bücher

Die aus dem Digitalen bekannte Strategie, Güter nicht zu verkaufen, sondern zu verleihen, etabliert ein Wissenschaftsverlag nun für ein Jura-Lehrbuch. Die EFF kritisiert dieses Vorgehen.
/ Sebastian Grüner
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Digitale und physische Bücher künftig mit gleichen Lizenzbedingungen? (Bild: eff.org)
Digitale und physische Bücher künftig mit gleichen Lizenzbedingungen? Bild: eff.org

Dass digitale Güter nicht mit allen damit verbundenen Rechten verkauft werden, sondern Kunden diese eher nur "leihen", ist ein seit längerem bekanntes Problem, auf das die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) immer wieder hinweist. Der Verlag Aspen Publishers hat diese Strategie nun aber auch auf ein physisches Lehrbuch ausgeweitet.

Der Verlag hat ein Programm aufgelegt, das es Studenten ermöglicht, die Literatur für einen Kurs zu "erwerben". Für die Dauer des Kurses stellt der Verlag eine gebundene Ausgabe des Lehrbuchs bereit. Nach dem Kurs muss das Buch zurückgegeben werden und die Studenten erhalten online Zugang zum Inhalt. Die Kosten haben sich im Vergleich zu dem bisherigen tatsächlichen Verkauf nicht geändert und belaufen sich weiterhin auf 200 US-Dollar.

Öffentlich bekanntgeworden ist dieses Vorgehen durch den Jura-Professor James Grimmelmann(öffnet im neuen Fenster), der an der Universität von Maryland lehrt. Er weist darauf hin, dass diese Vertragsbedingungen vielen Studenten wohl erst dann auffallen werden, wenn sie versuchen das Buch weiterzuverkaufen, was nicht erlaubt ist. Ironischerweise handle es sich um eine Fallsammlung zum Eigentumsrecht, so Grimmelmann.

EFF fürchtet um Wiederverkaufsrecht

Die EFF kritisiert dies mit den harschen Worten(öffnet im neuen Fenster), "diese zynischen Machenschaften" zerstörten den Gebrauchtmarkt für Bücher. Zudem erlaube Aspen Publishers Notizen in dem Buch. Die EFF geht deshalb davon aus, dass die Bücher nach der Rückgabe eingestampft würden. Bei diesem Geschäft könnten Studenten nur verlieren, so die Organisation.

Ebenso sieht die EFF die Gefahr, dass der Verlag mit diesem Angebot einen Präzedenzfall schafft, bei dem die sogenannte First-sale doctrine(öffnet im neuen Fenster) unterlaufen wird. Diese Rechtsansicht sieht explizit ein Wiederverkaufsrecht für Kunden vor. In der Vergangenheit sei "die Doktrin in der digitalen Welt bedroht" gewesen, was sich nun auf die analoge Welt ausbreiten könnte, so die EFF.

Mit einer Petition(öffnet im neuen Fenster) versucht Grimmelmann den Verlag von seinem Vorhaben abzubringen und ruft Kollegen dazu auf, keine Bücher mit diesen neuen Bedingungen als Lehrmaterial zu verwenden.


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