Arbeitsplatzergonomie: Langes Stehen soll Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöhen
Eine Studie der University of Sydney mit rund 80.000 Erwachsenen aus dem Vereinigten Königreich deutet darauf hin, dass langes Stehen das Risiko für bestimmte Kreislaufprobleme erhöhen könnte. Das berichtete der Guardian.(öffnet im neuen Fenster)
Die im International Journal of Epidemiology veröffentlichte Studie(öffnet im neuen Fenster) ergab, dass ein tägliches Stehen von mehr als zwei Stunden das Risiko für Erkrankungen wie tiefe Venenthrombosen und Krampfadern erhöhen könnte. Diese Erkenntnis stellt die weit verbreitete Ansicht infrage, dass Stehtische eine gute Lösung für die mit sitzender Büroarbeit verbundenen Gesundheitsprobleme seien.
Matthew Ahmadi von der Fakultät für Medizin und Gesundheit der Universität Sydney betonte, wie wichtig regelmäßige Bewegung im Laufe des Tages sei. Langes Stehen stelle keinen Ausgleich für einen ansonsten inaktiven Lebensstil dar.
Das Forschungsteam analysierte Daten aus der Datenbank der UK Biobank Health Records und konzentrierte sich dabei auf Erwachsene ohne bereits bestehende Herzerkrankung. Die Teilnehmer trugen Tracking-Armbänder, damit ihre Bewegungen verfolgt werden konnten.
Die Ergebnisse zeigten, dass sich das Risiko für Kreislauferkrankungen mit jeder zusätzlichen halben Stunde Stehen über zwei Stunden hinaus um elf Prozent erhöhte.
Stehen senkt das Risiko für Herzerkrankungen nicht
Entgegen der weit verbreiteten Meinung fand die Studie keine Belege dafür, dass Stehen das Risiko von Herzerkrankungen wie Schlaganfall, Herzinsuffizienz oder koronarer Herzkrankheit senke. Diese Erkenntnis könnte zu einer Neubewertung von Arbeitsplatzgestaltungen führen, die auf die Verbesserung der Gesundheit der Mitarbeiter abzielen.
Emmanuel Stamatakis, Direktor des Mackenzie Wearables Research Hub an der Universität Sydney, schlug alternative Ansätze zur Reduzierung des Risikos von Herzkreislauferkrankungen vor. Er empfahl, Bewegungen und strukturierte Übungen in den Tagesablauf zu integrieren, insbesondere für Personen, die regelmäßig über längere Zeiträume sitzen. Dies könnten regelmäßige Pausen, Walking Meetings, Treppensteigen und die Nutzung der Mittagspause für Bewegungsübungen sein.



