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Querschnitt des Transistors im Elektronenmikroskop
Querschnitt des Transistors im Elektronenmikroskop (Bild: Qingxiao Wang)

Experiment erfolgreich, Sensation tot

Tatsächlich funktionierte der Aufbau als Transistor. Im eingeschalteten Zustand war der Stromfluss etwa eine Million Mal so groß wie im ausgeschalteten Zustand. Der Bereich, der den Stromfluss oberhalb der Kohlenstoffnanoröhre blockierte, muss sehr schmal gewesen sein. Wie schon die Zusammenfassung sagt, war der blockierende Bereich wohl nur 4 Nanometer breit. Allerdings waren es 4 Nanometer von einer Strecke, die über 400 Nanometer breit war, in einem wissenschaftlichen Paper, dessen Überschrift nur einen Nanometer versprochen hat.

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Am wissenschaftlichen Inhalt ist an dem Experiment nichts auszusetzen. Bisher galten Gatelängen unter 5 Nanometer als nicht mehr brauchbar. Erst das dünne Molybdänsulfid machte sie möglich. Der Transistor erfüllte die Erwartungen der Forscher und lieferte eine Leistung, die für Computerchips brauchbar wäre. Das Experiment liefert zumindest gute Messdaten für mögliche zukünftige Transistoren und Halbleiterelemente aus extrem dünnen Schichten von Stoffen wie Molybdänsulfid.

Keine Chance gegen die Schreihälse

Es ist ein nettes und gut gemachtes Experiment. Es ist selbstverständlich ein Paper wert und sicher ein nützlicher Beitrag für die Forschungsarbeit. Es ist perfekt für ein kleines Fachjournal in der Halbleiter- oder Festkörperwissenschaft. Aber es ist kein Durchbruch. Es ist nicht der kleinste Transistor der Welt, nach keiner Definition, die diesem Ausdruck auch nur im Entferntesten gerecht würde.

Dass es so dargestellt wird, ist in mehrerlei Hinsicht problematisch. Noch das geringste Problem daran ist die Zeitverschwendung für den Journalisten. Meistens kommt die Meldung auf den Tisch und bald danach verschwindet sie mit einem passenden Kommentar versehen im Orkus des Redaktionssystems. Das größere Problem ist, dass wahre Sensationen keine Chance mehr haben. Meldungen über tatsächlich neue, bahnbrechende Entdeckungen haben gegen die Schreihälse längst keine Chance mehr. Denn jedes "Kleinster Transistor der Welt"-Paper in einem angesehenen Journal wie Science lässt weniger Platz für ein Paper, das einen wirklich großen Schritt in der Wissenschaft bedeutet.

 Wissenschaftliche Sensationen: Der 1-Nanometer-Transistor, der keiner ist

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sciing 17. Okt 2016

Die elektrische Gatelaenge! Der Transistor schaltet lt. den veröffentlichten Daten...

sciing 17. Okt 2016

Die haben ganz ein Transistor mit 1nm physikalischer Länge der nicht nur halbwegs...

My2Cents 12. Okt 2016

Henne - Ei. Viele müssen sich im Kik die Klamotten kaufen und können sich den...

zilti 11. Okt 2016

Und, gibt es Transistoren mit weniger als 1 nm gate length?

spyro2000 11. Okt 2016

Ernsthaft, in SPON wäre das jetzt wahrscheinlich wieder 1:1 einfach übernommen worden...



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