Studie: Auch Hardcore-Gamer können gesund und zufrieden sein
Wie wirken Computerspiele wirklich auf Gesundheit und Wohlbefinden? Eine neue großangelegte Untersuchung liefert darauf konkrete Antworten – und praktische Tipps für Gamer. Der Informatiker und Spieleforscher Nick Ballou vom Imperial College London stellte dazu auf der GDC 2026 die Ergebnisse der sogenannten Open Play Study(öffnet im neuen Fenster) vor.
Sie analysiert erstmals umfangreiche Telemetriedaten aus echten Spielsessions über mehrere Plattformen hinweg und kombiniert sie mit Tausenden Befragungen zu Schlaf, Stress und Lebenszufriedenheit.
Die Studie basiert auf Daten von rund 3.500 Teilnehmern aus den USA und Großbritannien. Sie stellten anonymisierte Telemetrie von fünf Plattformen zur Verfügung – Xbox, Nintendo Switch, Steam sowie iOS und Android. Insgesamt flossen Daten aus etwa 10.000 Spielen ein.
Parallel beantworteten Hunderte Teilnehmer über Wochen hinweg täglich Fragen zu ihrem Wohlbefinden und ihren Aktivitäten. So konnten die Forscher erstmals genau vergleichen, wann, wie lange und unter welchen Umständen Menschen spielen.
Auf die Qualität kommt es an!
Ein wichtiges Ergebnis widerspricht einer verbreiteten Annahme: Die reine Spielzeit sagt erstaunlich wenig über das Wohlbefinden aus. Viele Menschen spielen mehrere Stunden täglich und berichten trotzdem, dass sie gesund, zufrieden und sozial eingebunden sind – einige anderslautende Klischees sind also falsch.
Entscheidend ist laut Ballou nicht die Menge, sondern die "Qualität" des Spielens – also etwa Motivation, Zeitpunkt und Vielfalt der Spiele. "Die Wirkung von Spielen hängt weniger von der Kalorienmenge ab als vom Nährwert" , beschreibt es der Forscher.
Aus den Daten lassen sich mehrere praktische Empfehlungen ableiten. Eine davon betrifft Stress. Viele Menschen greifen nach einem schlechten Tag zu Spielen, um sich abzulenken. Die Analyse zeigt jedoch, dass Spieler nach besonders stressigen Ereignissen nicht häufiger zum Controller greifen als sonst.



