Fünf Minuten sind eine gute Kurzzeithaltbarkeit

Die Veröffentlichung aus Berlin bescheinigt der Rekordzelle lediglich nach fünfminütigem Test eine "gute Kurzzeithaltbarkeit". Nähere Details fehlen. Neun Jahre nach den ersten Veröffentlichungen zu der Technik fordern einzelne Wissenschaftler in dem Feld noch immer, wenigstens überall vergleichbare Testverfahren einzuführen. Das wäre die minimale Grundlage, um den Zersetzungsprozessen auf den Grund zu gehen, denn dafür müssen die Wissenschaftler mit vergleichbaren Ergebnissen arbeiten können.

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Neben der Luft spielen auch Temperaturen und Veränderungen der Betriebsbedingungen eine Rolle. Eine Zelle verhält sich anders, wenn sie dauerhaft stabilen Temperaturen, Luftfeuchtigkeiten und Lichteinfall ausgesetzt ist, als unter variablen Bedingungen, wie es im normalen Betrieb zu erwarten ist. Die chemischen Prozesse, die zum Leistungsverlust führen, sind noch immer nicht verstanden.

Dennoch stehen immer wieder neue Leistungsrekorde im Zentrum der Forschung. Im Fall der Forschungsgruppe vom Helmholtz-Zentrum komplett mit Modellen, wie viel Energie ein Quadratmeter der Zellen an verschiedenen Standorten im Jahr erzeugen könnte. Das alles, obwohl die Rekordzelle selbst nicht einmal einen Quadratzentimeter groß ist und durch den Leistungsverlust im Verlauf des Jahres niemals die versprochene Ausbeute erreichen würde.

Wer mehr verspricht, bekommt mehr Geld

Es drängt sich somit der Verdacht auf, dass die Rekordjagd der Umsetzung des Versprechens billig herstellbarer, praxistauglicher Solarzellen mehr im Weg steht, als ihr zu nützen. Es ist die unvermeidliche Folge eines Wissenschaftsbetriebs, in dem Wissenschaftler das Schreiben von Forschungsanträgen dem literarischen Genre der Fiktion zuschreiben. Ein solcher Zynismus gegenüber diesem Prozess der Geldvergabe ist längst weit verbreitet. Wer die größten Versprechen macht, bekommt das meiste Geld. Anschließend müssen die viel zu großen Versprechen dann oberflächlich eingehalten werden.

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Das Resultat ist eine Flut völlig bedeutungsloser wissenschaftlicher Veröffentlichungen ohne jeden Mehrwert, aber mit großartigen Pressemeldungen aus den Forschungsinstituten und Universitäten. Der aktuelle Rekord bei Perowskit-Zellen ist nur ein Beispiel dafür. Was den Perowskit-Zellen zum Durchbruch fehlt, ist ein stabiles Material. Die Durchführung bekannter industrieller Optimierungsprozesse in Laborexperimenten bringt die Wissenschaft diesem Ziel nicht näher.

Was bleibt, ist ein weiterer nutzloser Rekord, in einer immer weiter steigenden Zahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen. Immerhin wird die weitgehende Stagnation in der Gewinnung praktisch anwendbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse der heutigen Zeit gut dokumentiert sein. Damit bleibt die Hoffnung, dass künftige Generationen in der Verwaltung der Wissenschaft aus dem heutigen Scheitern ihre Lehren ziehen können.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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 Wissenschaft: Rekorde ohne Nutzen
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bombinho 29. Nov 2018

Okay, klingt gut. Was genau ist noch einmal praezise ein erfolgsversprechender Ansatz...

Anonymer Nutzer 24. Nov 2018

https://www.pv-magazine.de/2018/02/21/sternstunde-der-photovoltaik-auf-augenhoehe-mit...

Anonymer Nutzer 20. Nov 2018

Sorry, aber Sie werfen mit Begriffen um sich, von denen Sie nichts verstehen. kWh Peak...

Anonymer Nutzer 20. Nov 2018

Das ist vollkommen realistisch, nicht nur der Berechnung nach, sondern auch über den...

nobs 20. Nov 2018

Ergänzend dazu: Wenn es denn mal jemand schafft Perowskite inkl. Zinn-Kontaktierung usw...



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