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Wissenschaft: Open-Access-Journal PeerJ startet Informatik-Ableger

Mit PeerJ Computer Science gibt es in Kürze ein neues Open-Access-Journal für wissenschaftliche Publikationen aus der Informatik. PeerJ hat ein besonderes Konzept: Der gesamte Peer-Review-Prozess findet offen statt.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Das Open-Access-Journal PeerJ hat nun auch einen Ableger für Informatiker.
Das Open-Access-Journal PeerJ hat nun auch einen Ableger für Informatiker. (Bild: PeerJ)

Das Open-Access-Wissenschaftsjournal PeerJ startet einen Ableger, der sich Themen aus der Informatik widmet. PeerJ veröffentlichte bisher wissenschaftliche Arbeiten aus den Bereichen Biologie und Medizin. Es unterscheidet sich von anderen Journalen dadurch, dass es auch in Sachen Peer Review neue Wege geht: Bei vielen Artikeln sind die Reviews öffentlich verfügbar.

Wissenschaftliche Fachartikel ohne Paywall

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Open-Access-Journale zeichnen sich dadurch aus, dass die Artikel frei lesbar ohne Paywall im Netz stehen. Üblicherweise zahlen stattdessen diejenigen dafür, die in der entsprechenden Fachzeitschrift publizieren wollen. Die Publikationskosten werden normalerweise von der jeweiligen Forschungseinrichtung oder Universität übernommen. Auch PeerJ arbeitet so, allerdings sind die Gebühren für die Publikation deutlich geringer als bei den meisten anderen Open-Access-Journalen. Gegen eine einmalige Zahlung von 99 Dollar können Autoren bei PeerJ einen Artikel pro Jahr platzieren, für 299 Dollar beliebig viele Artikel. Zum Vergleich: Beim Open-Access-Marktführer PLOS kostet die Publikation eines einzelnen Artikels zwischen 1.350 und 2.900 Dollar.

Laut einem Blogeintrag bei PeerJ gab es in der Vergangenheit immer wieder Anfragen, dass das Modell von PeerJ auf andere Wissenschaftsbereiche ausgedehnt werden sollte. Die Informatik ist laut PeerJ reif für Veränderungen im Publikationsprozess. Viele Informatiker beklagten sich, dass die Publikation von Fachartikeln in klassischen Journalen sehr lange dauere, so der Eintrag. Häufig veröffentlichten sie daher ihre Papers nur auf Konferenzen.

Neue Wege beim Peer Review

Das neue PeerJ Computer Science soll demselben Konzept wie das bisherige PeerJ folgen, das verschiedene neue Wege beim sogenannten Peer Review ausprobiert. Es ist üblich, dass Fachartikel vor ihrer Publikation von Wissenschaftlern desselben Fachgebiets gegengelesen werden. Das Peer Review gilt vielfach als wissenschaftlicher Mindeststandard, es soll pseudowissenschaftliche oder schlechte Publikationen verhindern. Doch es gibt viel Kritik am Peer-Review-Prozess: Immer wieder erscheinen auch in anerkannten Wissenschaftsjournalen Artikel, die trotz Peer Review nach Ansicht vieler nie hätten publiziert werden dürfen. Bei den meisten Journalen ist der Review-Prozess ausgesprochen intransparent.

PeerJ ermutigt Autoren und Reviewer zu einem transparenteren Peer Review. Mit Zustimmung des Autors werden dort häufig nicht nur die Artikel selbst, sondern auch die Reviews und die gesamte Historie des Review-Prozesses veröffentlicht. Auch der Name des für das Peer Review verantwortlichen Wissenschaftlers kann veröffentlicht werden. Wie viele andere Open-Access-Journale veröffentlicht PeerJ alle Artikel unter einer Creative-Commons-Attribution-Lizenz, die auch eine Weiternutzung durch Dritte erlaubt.

Vorabveröffentlichung durch Preprints

Neben der normalen Publikation bietet PeerJ auch die Publikation von Preprints an. Dabei können Autoren bereits eine Vorabversion ihrer Veröffentlichungen einsenden, die öffentlich kommentiert werden kann. Die Autoren können dann später eine auf Basis der Kommentare verbesserte Version ihres Papers formal bei PeerJ zur Publikation einreichen.



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muhzilla 03. Feb 2015

"Viele Informatiker beklagten sich, dass die Publikation von Fachartikeln in klassischen...


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