Wissenschaft: Eine Drohne gegen Blaualgen
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Die Ostsee war dieses Jahr noch teilweise gefroren, als die Blaualgen zum ersten Mal Schlagzeilen machten. Die potenziell giftige Bedrohung für Pflanzen, Tiere und Wirtschaftszweige macht im Norden seit Jahren Probleme(öffnet im neuen Fenster) . Trotzdem bleibt es bisher schwierig zu erklären, wie genau sich Blaualgen plötzlich rasant verbreiten. Und wie man es verhindern könnte.
Das könnte sich nun ändern, nachdem eine neue Unterwasser-Drohne wichtige Daten im Gankeng Reservoir in Shenzhen, China, gesammelt hat. Denn der erste Schritt, um Gewässer besser zu schützen, sagt Studienautor Yu Troy Tao vom Harbin Institute of Technology in der Provinz Heilongjiang, sei "eine zuverlässige Datengrundlage" . Also haben er und sein Team versucht, sie zu schaffen(öffnet im neuen Fenster) .
Wichtiger Theorie fehlten die Daten
Bisher sei es "sehr schwierig" gewesen, die Entstehung einer sogenannten Algenblüte aus dem Boden eines Gewässers zu dokumentieren, sagt Raphael Kudela von der Universität Kalifornien, Santa Cruz, der nicht an der Studie beteiligt war. Die Theorie sei zwar "absolut wahr" , sagt er. Doch die Daten hätten gefehlt.
Die neue Studie biete nun "die erste umfangreiche Bestätigung" , sagt Yu Tao, wie Algenblüten aus dem Matsch am Boden eines Gewässers entstehen können. Und zwar schon ein bis zwei Tage, bevor man sie an der Oberfläche erkennen kann.
Kudela nennt das einen "ziemlich eleganten Ansatz" , der mithilfe von "sehr beeindruckender Technologie" endlich die Hardware böte, um den Ursprung mancher schädlichen Algenblüten live zu verfolgen – und um sie eines Tages hoffentlich einzudämmen.
Wenn Algen außer Kontrolle geraten
Die Wissenschaft redet von einer schädlichen Algenblüte, wenn das Wachstum einer Kolonie kleiner Meerespflanzen oder bestimmter Bakterien außer Kontrolle gerät(öffnet im neuen Fenster) . Die Blaualgen der Ostsee, zum Beispiel, sind eigentlich Cyanobakterien: eine der ältesten Lebensformen der Erde und der Ursprung der sauerstoffreichen Atmosphäre, die wir zum Überleben brauchen(öffnet im neuen Fenster) .
Doch selbst diese Lebensspender können schädlich werden, wenn sie ein unausgeglichenes Ökosystem überwältigen. Das passiert, wenn es warm ist und die Algen reichlich Nahrung haben: zum Beispiel Dünger oder Abwasser. Dann ziehen manche Algenblüten den lebensnotwendigen Sauerstoff aus einem Gewässer. Andere produzieren Toxine, die giftig für Fische, Vögel und Säugetiere sind – auch Menschen. Beides passiert in der Ostsee.
Man könnte meinen, das wäre Anreiz genug, um zu klären, wie genau Algenblüten entstehen. Doch bisher hat sich das schwierig gestaltet. Teilweise, weil man das volle Ausmaß großer Algenblüten nur aus dem Weltraum messen kann. Und Satelliten sehen selten mehr als fünf bis zehn Meter in ein Gewässer hinein(öffnet im neuen Fenster) . Algenblüten entstehen jedoch auch am Grund – in der sogenannten benthischen Zone, die oft viel tiefer unten liegt.
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