Abo
  • Services:

Wissenschaft: Britische Regierung führt Open Access ein

Die britische Regierung hat einen freien Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten eingeführt, die durch Steuergelder ermöglicht werden. Diese Arbeiten sollen ab 2014 kostenlos im Internet abrufbar sein. Nicht alle sind mit dem Konzept einverstanden.

Artikel veröffentlicht am ,
Staatsminister David Willetts: Zusätzliche Belastung für den Forschungsetat
Staatsminister David Willetts: Zusätzliche Belastung für den Forschungsetat (Bild: Andrew Yates/AFP/Getty Images)

Wissenschaftliche Ergebnisse, die mit öffentlichen Geldern erzielt wurden, sollen der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung stehen. In Großbritannien werden deshalb künftig Arbeiten über mit Steuern finanzierte Forschung frei über das Internet zugänglich gemacht.

Empfehlung für freien Zugang

Stellenmarkt
  1. Schwarz Zentrale Dienste KG, Neckarsulm
  2. DESIGNA Verkehrsleittechnik GmbH, Kiel

Die Regierung folgte damit den Empfehlungen der Working Group on Expanding Access to Published Research Findings. Die Arbeitsgruppe unter der Leitung der Soziologin Dame Janet Finch hat das aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungswesen untersucht. In ihrem im Juni veröffentlichten Bericht Accessibility, Sustainability, Excellence: How to expand Access to Research Publications setzt sie sich für einen freien Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten (Open Access) ein.

Die Bürger ermöglichten mit ihren Steuern, dass Wissenschaftler forschen und Ergebnisse erzielten. Diese sollten nicht hinter Bezahlschranken verschwinden, bevor die Bürger Gelegenheit hatten, sie zu lesen, begründete David Willetts die Entscheidung in der Tageszeitung The Guardian. Willetts ist Staatsminister für Universitäten und Wissenschaft im Ministerium für Unternehmen, Innovation und Qualifikationen.

Millionen für Abonnements

Derzeit erscheinen Artikel in Fachzeitschriften, die Artikel außerdem gegen Geld im Internet anbieten. Wer einen dort veröffentlichten Aufsatz kostenlos lesen möchte, findet die Zeitschriften normalerweise in wissenschaftlichen Bibliotheken, die diese abonniert haben. Derzeit zahlten die britischen Universitäten für die Abonnements der Zeitschriften jährlich 200 Millionen britische Pfund, berichtet der Guardian - das sind umgerechnet über 255 Millionen Euro.

Künftig sollen die Wissenschaftler an die Verlage einen Beitag, den sogenannten Article Processing Charge (APC) zahlen. Dafür wird der Artikel von anderen Forschern bewertet (Peer Review) und online veröffentlicht. Die Verlage können die Artikel anschließend drucken und damit Geld verdienen. Der APC, im Schnitt rund 2.000 Pfund für einen Aufsatz, soll aus dem britischen Forschungsetat kommen.

Auf Kosten des Forschungsetats

Die Mehrzahl der vom Guardian befragten Forscher begrüßten jedoch den Vorstoß. Einige äußerten sich in der Tageszeitung jedoch kritisch über das Vorhaben: Sie befürchten, dass der Etat dadurch stärker belastet wird - die Finch-Gruppe schätzt, dass in der Übergangszeit Mehrkosten in Höhe von 50 bis 60 Millionen Pfund anfallen. Dieses Geld fehle, so befürchten sie, dann in der Wissenschaft.

Kritik äußerte auch der Kognitionswissenschaftler Stevan Harnad: Ihm geht Willetts nicht weit genug. Dessen Modell, Goldener Weg genannt, nutze Verlagen wie Elsevier, Springer oder Wiley weit mehr als der britischen Wissenschaft.

Grün statt Gold

Harned schlägt stattdessen den Grünen Weg vor, bei dem die Wissenschaftler selbst für das Peer Review sorgen und die Aufsätze auch selbst veröffentlichen, etwa auf der Website des Instituts oder auf einem Dokumentenserver. Die Bezeichnungen Goldener und Grüner Weg wurden von Harned eingeführt.

Bis 2014 sollen, so die Entscheidung der Regierung, alle wissenschaftlichen Aufsätze aus Großbritannien frei zugänglich sein. Willetts hofft, dass die anderen Mitglieder der Europäischen Union dem britischen Beispiel folgen werden.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 14,99€
  2. 59,99€
  3. 1,25€
  4. (-50%) 29,99€

ogomogo 17. Jul 2012

Unglaublich, dass ich das mal sagen werde. Da sollte sich die deutsche Politik mal eine...

Moe479 17. Jul 2012

nur nicht für die die eingespaart werden, der wiederstand war zu erwarten :)


Folgen Sie uns
       


Dell XPS 13 (9370) - Fazit

Dells neues XPS 13 ist noch dünner als der Vorgänger. Der Nachteil: Es muss auf USB-A und einen SD-Kartenleser verzichtet werden. Auch das spiegelnde Display nervt uns im Test. Gut ist das Notebook trotzdem.

Dell XPS 13 (9370) - Fazit Video aufrufen
Projektoren im Vergleichstest: 4K-Beamer für unter 2K Euro
Projektoren im Vergleichstest
4K-Beamer für unter 2K Euro

Bildschirme mit UHD- und 4K-Auflösung sind in den vergangenen Jahren immer preiswerter geworden. Seit 2017 gibt es den Trend zu hoher Pixelzahl und niedrigem Preis auch bei Projektoren. Wir haben vier von ihnen getestet und stellen am Ende die Sinnfrage.
Ein Test von Martin Wolf

  1. Sony MP-CD1 Taschenbeamer mit Akku und USB-C-Stromversorgung
  2. Mirraviz Multiview Splitscreen-Games spielen ohne die Möglichkeit, zu schummeln
  3. Sony LSPX-A1 30.000-Dollar-Beamer strahlt 80 Zoll aus 0 cm Entfernung

Wonder Workshop Cue im Test: Der Spielzeugroboter kommt ins Flegelalter
Wonder Workshop Cue im Test
Der Spielzeugroboter kommt ins Flegelalter

Bislang herrschte vor allem ein Niedlichkeitswettbewerb zwischen populären Spiel- und Lernrobotern für Kinder, jetzt durchbricht ein Roboter für jüngere Teenager das Schema nicht nur optisch: Cue fällt auch durch ein eher loseres Mundwerk auf.
Ein Test von Alexander Merz


    Noctua NF-A12x25 im Test: Spaltlos lautlos
    Noctua NF-A12x25 im Test
    Spaltlos lautlos

    Der NF-A12x25 ist ein 120-mm-Lüfter von Noctua, der zwischen Impeller und Rahmen gerade mal einen halben Millimeter Abstand hat. Er ist überraschend leise - und das, obwohl er gut kühlt.
    Ein Test von Marc Sauter

    1. NF-A12x25 Noctua veröffentlicht fast spaltlosen 120-mm-Lüfter
    2. Lüfter Noctua kann auch in Schwarz
    3. NH-L9a-AM4 und NH-L12S Noctua bringt Mini-ITX-Kühler für Ryzen

      •  /