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Im Rechtsstreit geht es um die Lidar-Technik von Uber.
Im Rechtsstreit geht es um die Lidar-Technik von Uber. (Bild: Uber)

Wirtschaftsspionage: Prozess gegen Uber nach Enthüllungen verschoben

Im Rechtsstreit geht es um die Lidar-Technik von Uber.
Im Rechtsstreit geht es um die Lidar-Technik von Uber. (Bild: Uber)

Ärgerlich für Uber: Obwohl ein Sicherheitsexperte ein Schweigegeld in Millionenhöhe bekommen haben soll, packte er im Prozess gegen Waymo aus. Der zuständige Richter traut den Uber-Anwälten nun nicht mehr über den Weg.

Der Prozess um den Diebstahl von Firmengeheimnissen zwischen der Google-Schwesterfirma Waymo und dem Fahrdienstvermittler Uber ist verschoben worden. Hintergrund ist laut einem Bericht der New York Times ein nun bekannt gewordener Brief. Darin erklärte ein früherer Mitarbeiter, dass Uber in Geheimdienstmanier versucht habe, Informationen über Konkurrenten zu erbeuten und dabei möglichst keine dokumentierten Spuren zu hinterlassen.

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Waymo hatte im vergangenen Februar eine Klage gegen Uber sowie das Startup Otto eingereicht, das im Frühjahr 2016 vom Ex-Google-Entwickler Anthony Levandowski gegründet worden war. Laut der Klageschrift soll Levandowski heimlich 14.000 Dateien mit Design- und Schaltplänen kopiert haben. Dabei geht es vor allem um Unterlagen für den Bau von rotierenden Laserscannern, die bei Googles autonomen Autos auf dem Dach montiert sind und eine gute Rundumsicht ermöglichen sollen.

Auf Github nach Code gesucht

Der Brief soll vom Anwalt des früheren Uber-Angestellten Richard Jacobs stammen, der laut New York Times als "Manager für weltweite Aufklärung" tätig gewesen sein soll. Daraus soll hervorgehen, dass Uber über eine interne Organisation verfügte, um Firmengeheimnisse, Code und andere Informationen über Wettbewerber auszuspähen. Demnach soll die Gruppe regelmäßig auf Github unterwegs gewesen sein, um Material zu finden, das zufällig von Wettbewerbern dort veröffentlicht worden sein soll.

Jacobs soll im April von Uber entlassen worden sein und sich für eine Abfindung von 4,5 Millionen Dollar dazu verpflichtet haben, von den Praktiken nichts den Medien zu erzählen. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, am Dienstag in einer Gerichtsanhörung davon zu berichten. Inzwischen soll Jacobs bei Uber als Sicherheitsberater tätig sein.

Richter kritisiert Uber-Anwälte

Dem Brief zufolge soll die Abteilung auch dazu gedient haben, laufende Gerichtsverfahren gegen Uber "zu umgehen, zu behindern und zu beeinflussen". Entsprechend ungehalten reagierte der zuständige Richter William Alsup vom Bundesbezirksgericht in San Francisco. "Ich kann den Worten der Uber-Anwälte in diesem Fall nicht mehr trauen", sagte er laut New York Times. "Wenn nur die Hälfte dessen, was in diesem Brief steht, wahr ist, wäre es unfair für Waymo, vor Gericht zu verhandeln." Die Anwälte hätten das Schreiben schon vor einiger Zeit auf den Tisch legen müssen, sagte Alsup.

Die besagte Spionage-Truppe soll laut Jacobs versucht haben, möglichst wenig elektronische Beweismittel zu hinterlassen. So sei die Kommunikation nicht auf Firmenservern von Uber gelaufen. Einige Mitarbeiter durften demnach lediglich Geräte verwenden, die die Nachrichten verschlüsselten oder nach einer bestimmten Zeit wieder von selbst löschten. E-Mail sei die letzte Option gewesen. Das System sollte sicherstellen, dass es keine Papierbelege gebe, die dem Unternehmen in einem Straf- oder Zivilprozess schaden könnten.

US-Staatsanwaltschaft ermittelt offenbar

Widersprüchliche Angaben machte Jacobs jedoch in der Frage, ob die interne Spionagegruppe auch auf US-Konkurrenten wie Waymo angesetzt wurde. Während in dem Brief davon die Rede sei, dass die Abteilung auch über gestohlene Firmengeheimnisse der Google-Schwester verfüge, sagte er laut New York Times vor Gericht, dass lediglich ausländische Firmen ausgespäht worden seien.

Bemerkenswert ist in dem Fall zudem die Tatsache, dass das Gericht über Ermittlungen der US-Staatsanwaltschaft an das Dokument gelangt ist. Dies deutet dem Bericht zufolge darauf hin, dass die Bundesermittler selbst die Geschäftspraktiken von Uber untersuchen. Was genau ermittelt werden solle, sei aber unbekannt. Die Bundespolizei FBI soll bereits das geheime Uber-Programm untersuchen, mit dem der Konkurrent Lyft geschädigt werden sollte.

Im Streit mit Uber hatte Waymo bereits im vergangenen Juli seine Klage wegen Patentverletzungen weitgehend zurückgezogen. Weiterhin verhandelt werden soll der Vorwurf des Technologiediebstahls gegen Levandowski sowie ein einzelner Vorwurf wegen Patentverletzung.


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Seitan-Sushi-Fan 29. Nov 2017

Geil, dann bin ich auch Spion und zwar mehrfach die Woche.

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AllDayPiano 29. Nov 2017

Und das, obwohl es einen fundamentalen Grundsatz in der Juristerei gibt: "Gewinnen wird...

Themenstart

Icestorm 29. Nov 2017

Nicht immer aber abundzu trügen einen die Gefühle und Ahnungen nicht.

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